Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Relegation zur zweiten Liga: 76 Verletzte bei Abstiegs-Randale in Karlsruhe

Feuerwerkskörper explodierten, frustrierte Fans stürmten den Platz, Vermummte attackierten die Polizei. Anhänger des Karlsruher SC haben nach der Niederlage in der Relegation gegen Jahn Regensburg im Stadion randaliert. Es gab zahlreiche Verletzte.

Fußball-Relegation: Krawalle nach dem Abstieg Fotos
DPA

Hamburg - Nach dem Abstieg des Karlsruher SC in die dritten Fußball-Liga ist es am Montagabend zu schweren Krawallen gekommen. Mehrere hundert frustrierte Anhänger des bisherigen Zweitligisten griffen nach dem 2:2 im Relegations-Rückspiel gegen Jahn Regensburg Polizisten und Gäste-Fans an, berichtete die Polizei am Dienstag. Dabei wurden 76 Menschen verletzt, darunter auch 18 Polizisten. Die Beamten erlitten unter anderem Prellungen.

Vermummte Anhänger waren in den Sicherheitsbereich des Wildparkstadions eingedrungen. Im Umfeld des Stadions wurden Flaschen und Steine geworfen, es kam zu zahlreichen Prügeleien zwischen Fans. Polizeiautos wurden beschädigt. "Weder Fans noch Mannschaft haben sich zweitligatauglich gezeigt", sagte ein Polizeisprecher. Solche Ausschreitungen habe er noch nie erlebt, so der Sprecher weiter.

Gleichzeitig belagerten 300 bis 500 Anhänger, die zum Teil vermummt waren, die Geschäftstelle sowie die Spieler- und Medienbereiche in der Haupttribüne. 150 von ihnen brachen dabei ein Tor auf stürmten den Platz vor der Tribüne. Als die Polizei einschritt, flogen Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse in Richtung der Beamten. Erst als KSC-Manager Oliver Kreuzer und mehrere Profis das Gespräch suchten, beruhigte sich die Lage. "Ich unterstütze das nicht, aber irgendwo ist Verständnis da", kommentierte Kreuzer die Krawalle.

109 Fans wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen und nach der Feststellung der Personalien mit einem Platzverweis wieder entlassen. Vereinzelt gab es auch Festnahmen. Den Randalierern drohen Anzeigen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch.

Der Einsatz der Polizei, die mit 200 Beamten im Einsatz war, endete erst um 3 Uhr am Dienstagmorgen. Die Polizei, die während des Einsatzes mit Plastikständern, Pflastersteinen und Flaschen beworfen wurde, setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Abseits der Ausschreitungen wurde eine Frau schwer verletzt. Sie stürzte aus noch ungeklärten Umständen drei Meter in die Tiefe und erlitt Rückenverletzungen.

Durch das Remis in Karlsruhe war Regensburg aufgestiegen. Im Hinspiel hatte es ein 1:1 gegeben. Durch das mehr erzielte Auswärtstor schafften die Ostbayern nach acht Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

aha/dpa/sid

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 67 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Noch nie gesehen?
f13 15.05.2012
Ich zitiere da mal einen sehr tollen Blog: " "noch nie gesehen"? In Karlsruhe? Das wagen wir angesichts von Auftritten von Dresden und Frankfurt doch sehr stark zu bezweifeln. Es zeigt mal wieder, wie lächerlich dieses ständige "noch nie" und "neue Qualität" irgendwann wird. Das löst doch kein Problem, welches Karlsruhe schon seit langem hat." Zitatende. Dem ist auch nichts mehr hinzuzufügen.
2. Bagatellisieren
mutengelhardt 15.05.2012
Wie sagte der Manager (Herr Kreutzer) des KSC im Fernsehen: "... man muss das verstehen, irgendwo müssen ... die Aggressionen abgebaut werden."
3.
plasmopompas 15.05.2012
Zitat von sysopDPAErst der Abstieg, dann der Krawall: Bei schweren Auseinandersetzungen im Anschluss an das Relegationsspiel des Karlsruher SC wurden 70 Menschen verletzt. Zuvor war der KSC überraschend am Drittligisten Jahn Regensburg gescheitert. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,833185,00.html
Mit solchen "Fans" ist der KSC zu Recht abgestiegen. Auf Nimmerwiedersehen KSC.
4. Fans?
2010knarf 15.05.2012
Wann werden Journalisten endlich lernen, die Worte und Begriffe richtig zu verwenden? Ein "Fan" ist - auch wenn das Wort von "fanatic" abgeleitet ist, nichts weiter als ein Anglizismus für "Anhänger". Und ein Anhänger, ein Fan einer bestimmten Sportart wird nicht schon dergestalt vorbereitet zur Spielstätte reisen, das er - falls das Resultat nicht "seinen Wünschen gemäß" ausfällt, vermummt und mit Hieb- und Schlagwaffen auf alles einprügelt, was sich ihm in den Weg stellt. Wer das tut, der ist schlicht und ergreifend ein asozialer und feiger Gewalttäter. Wer diese Zustände ändern möchte, der sollte zuallererst damit aufhören, diese Personengruppe zu etwas aufzuwerten, was sie nicht ist! Diese klare Sprache sollten übrigens nicht nur Journalisten pflegen sondern auch Vereinssprecher, Spieler und natürlich auch die Richter, welche diese unsozialen Mitbürger jetzt hoffentlich einmal ein klein wenig an ihre Pflichten "erinnern" und letztlich natürlich auch unsere Politiker, die sich auch gerne einmal klar und deutlich anstatt "weichgespült" äußern dürfen.
5. Peinlich
Kanzleramt 15.05.2012
Ich schäme mich...! Ich war nicht bei allen Spielen vor Ort, aber sowas wie gestern habe ich so jedenfalls noch nie erlebt. Plötzlich rannte ein Mob an mir vorbei in den Wald und dann hörte man nur noch, wie wütend und hasserfüllt massenhaft Äste abgebrochen wurden um sie als Prügel zu benutzen. Im ganzen Wald hat es nur noch geknackt. Man muss aber auch sagen, dass andere 24.000 dies nicht gemacht haben. Und diese müssen sich dann immer von solchen absoluten Vollidioten diskreditieren lassen. Ich verstehe es einfach nicht, wie man so durchdrehen kann... vor allem, es bringt ja nichts! Nie! Auf die eigene Mannschaft losgehen wollen... und dann auch noch die Regensburger belagern... Den schlechten Verlierer markieren... wie peinlich. Wie gesagt, ich schäme mich als KSC-Fan!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Themenseiten Fußball
Tabellen


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: