Remis gegen Hertha BSC: Hannover verpasst Tabellenführung

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Enttäuschung in Hannover: Bis kurz vor Ende sah 96 im Heimspiel gegen Hertha BSC wie der sichere Sieger und neue Spitzenreiter aus. Doch dann trafen die Berliner zum Ausgleich. Nach der Partie waren die Gastgeber stinksauer - weil ein reguläres Tor in der Schlussphase nicht zählte.

Hannover vs. Berlin: Lasogga rettet Hertha-Punkt Fotos
Getty Images

Hamburg - Und der Gewinner ist - Borussia Mönchengladbach. Nachdem die Mannschaft von Trainer Lucien Favre am Freitagabend dank einer 4:1-Gala gegen den VfL Wolfsburg die Tabellenführung übernommen hatte, hat sie auch nach dem dritten Spieltag die Spitzenposition inne. Weil es am Sonntag erst Mainz 05 nach einer Niederlage gegen den FC Schalke nicht gelang, auf Platz eins zu klettern. Und weil anschließend auch noch Hannover 96 einen Erfolg gegen Hertha BSC vergab, nur 1:1 (1:0) spielte und damit Zweiter bleibt.

Dabei lief für Hannover lange Zeit alles nach Plan. 96-Mittelfeldspieler Sergio Pinto erzielte in der 33. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß aus rund 30 Metern das 1:0. Dabei hätte die Berliner Mauer den Schuss problemlos blocken können, wenn sich Raffael nicht dazu entschlossen hätte, den aus drei Spielern bestehenden Abwehrverbund zu verlassen. Und weil Hertha-Keeper Thomas Kraft den Brasilianer nach links in die Mauer beordert hatte, genau dort, wo Pintos Versuch in Richtung Tor flog, führten die Gastgeber.

"Wenn ich da eine Mauer stelle, muss sie auch stehenbleiben", kritisierte Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz, der sich am Ende über einen Punkt freuen konnte. Denn die perfekte Hannoveraner Woche nach dem starken Auftritt in der Europa League gegen den FC Sevilla verdarb Berlins Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der in der 83. Minute den 1:1-Ausgleich erzielte.

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Vor 41.200 Zuschauern war Hannover das spielerisch bessere und etwas offensivere Team, konnte sich jedoch kaum Torchancen erspielen. In der ersten halben Stunde hatte allein 96-Innenverteidiger Karim Haggui eine Möglichkeit. Kraft lenkte den Kopfball des Tunesiers (10.) jedoch mit einem starken Reflex zur Ecke. Berlins einzige Chance im ersten Durchgang vergab Raffael kurz vor der Pause, als er aus 16 Metern knapp über die Latte schoss.

In der zweiten Hälfte verflachte die Partie. Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler parierte einen Kopfball von Patrick Ebert aus kurzer Distanz (64.) und bewahrte sein Team zunächst vor dem Ausgleich. 96 zeigte sich wenig beeindruckt und hätte in der nun phasenweise temporeichen Partie durch Konstantin Rausch (67.) und Manuel Schmiedebach (68.) erhöhen können.

Aufregung dann in der Schlussphase: Erst glich Lasogga aus, dann traf Christian Pander in der 89. Minute per Freistoß für Hannover und erzielte das 2:1. Riesen-Jubel auf den Rängen - doch Schiedsrichter Robert Hartmann gab den Treffer wegen eines vermeintlichen Foulspiels nicht.

"Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass der Assistent ein Foul von Didier Ya Konan signalisiert hat. Ich kann das nicht nachvollziehen. Aber das können wir nun nicht mehr ändern. Wir haben nun nach drei Spieltagen sieben Punkte, das ist auch in Ordnung", sagte 96-Coach Mirko Slomka. "Ich kann kein Foul sehen, da kann ich mir das noch sechsmal anschauen", schimpfte sein Sportdirektor Jörg Schmadtke.

"Wenn ich mir die Fernsehbilder anschaue, können wir froh sein, dass wir kein Gegentor mehr bekommen haben", gab Hertha-Coach Markus Babbel mit Blick auf diese Szene zu, sprach aber von einem verdienten Punktgewinn seiner Mannschaft: "Wir haben zu Beginn zu viel Angst gehabt, haben hinten zwar gut gestanden, aber zu wenig Druck nach vorn aufgebaut. Das haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht."

Hannover 96 - Hertha BSC Berlin 1:1 (1:0)
1:0 Pinto (33.)
1:1 Lasogga (83.)
Hannover: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Christian Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl, Rausch (68. Pander) - Schlaudraff (78. Stoppelkamp), Abdellaoue (60. Ya Konan)
Berlin: Kraft - Lell, Franz, Mijatovic, Kobiashvili - Ottl, Niemeyer (75. Rukavytsya) - Ebert, Raffael, Torun (61. Lasogga) - Ramos
Schiedsrichter: Hartmann
Zuschauer: 41.200
Gelbe Karten: Pinto (2) - Mijatovic (2), Ebert (2), Torun, Lasogga, Lell, Franz

Mit Material von sid und dapd

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Meister-Titel
markunt 21.08.2011
Ich hätte ja bis vor kurzem nicht gedacht, dass ich jemals in diesem Leben Felix Magath in irgendeinem Punkt zustimmen müsste, aber nach dem Spiel muss ich wohl doch. Wenn man offensichtlich nicht des gleichzeitigen Sehens und Denkens mächtige Leute ein Bundesligaspiel pfeifen lässt, sollte man den Mannschaften vielleicht doch für alle Fälle die Chance lassen, den Regeln entsprechend Fußball spielen und Tore schießen zu dürfen. Ohne Frage - 96 hatte genug Chancen und Zeit, ein zweites Tor zu schießen und hätte sich vor dem Ausgleich etwas weniger unbeholfen anstellen können, aber mehr als in den Schlussminuten noch ein Tor zu schießen, sollte man dann nicht verlangen. Bisher war ich gegen die Technologisierung (wenn man das so nennen möchte) des Fußballs, um wenigstens noch ein bisschen Ursprünglichkeit zu bewahren, aber unter dem unmittelbaren Eindruck der herausragenden Leistung - übrigens das ganze Spiel über - des Schiedsrichters, sehe ich das dann doch anders...
2.
Greg84 21.08.2011
Erstaunlich, dass es keine Mannschaft geschafft hat, ihre ersten drei Spiele gewinnen zu können.
3. unglaublich
simonhell 21.08.2011
Es ist traurig das das Tor nicht gegeben wurde. Es ist definitiv eine Fehlentscheidung gewesen. Den Hartmann sollte man verbannen und wegen "vermeintlichem" Wettbetrug anzeigen.
4. Schiri Hartmann...
simonhell 21.08.2011
hat erst ein Spiel in der ersten Bundesliga gepfiffen? Kann das sein oder stimmen diese Daten hier: http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/schiedsrichter/1-bundesliga/2011-12/1339/schiedsrichter_robert-hartmann.html nicht? Und seine Durchschnittsnote ist ja auch ganz toll. :-(
5.
rotella 21.08.2011
Der Schiri war leider richtig schlecht, hat jeden Ausrutscher auf dem rutschigen Boden und jeden leichten Kontakt sofort gepfiffen. Obwohl das letzte Tor hätte zählen müssen, war die Punkteteilung aber schon OK.
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