Retortenclub DFB genehmigt Hoffenheimer Fußballfusion

Was wie eine verrückte Idee klang, nimmt immer mehr Gestalt an. Der Milliardär und SAP-Gründer Dietmar Hopp will die drittklassige TSG Hoffenheim mit zwei weiteren Provinzclubs verschmelzen und in die Bundesliga führen. Der DFB hat dazu sein Einverständnis gegeben.


Hamburg - Dieses Bundesliga-Vorhaben sei für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein deutschlandweites Pilotprojekt und werde vom Verband ausdrücklich begrüßt, sagte der für den Spielbetrieb zuständige DFB-Direktor Willi Hink, laut einer Mitteilung der TSG. "Die weiteren Einzelheiten der Umsetzung werden ebenfalls in Kürze in enger Abstimmung mit den Verbänden geklärt", betonte Hink.

Milliardär Hopp: "Vorwärtsstrategie gewählt"
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Milliardär Hopp: "Vorwärtsstrategie gewählt"

Ab der Saison 2006/2007 kann demnach die TSG Hoffenheim (Regionalliga Süd) mit dem SV Sandhausen (Oberliga Baden-Württemberg) und dem FC Astoria Walldorf (Verbandsliga Nordbaden) fusionieren und unter dem neuen Namen FC Kurpfalz Heidelberg oder HSW Heidelberg 06 antreten. Spätestens im Jahr 2008 soll dann dieser Verein in die erste Bundesliga aufsteigen.

Eine dafür notwendige Spielbetriebsgesellschaft soll am 1. Juni 2006 gegründet werden. Hopp, Mitglied und Mäzen der TSG Hoffenheim, werde an dieser neuen Gesellschaft 49 Prozent der Anteile halten, sagte TSG-Vorsitzender Peter Hofmann. Der Fußball-Abteilung der TSG würden 51 Prozent der Anteile zugeschrieben, erklärte Hofmann weiter. Geplant sei außerdem, dass die Vorsitzenden von Sandhausen und Walldorf dem Wirtschaftsbeirat der Gesellschaft angehören und die Jugendabteilungen der Vereine zusammenarbeiten sollen. Hofmann ist als Präsident des neuen Clubs vorgesehen.

Hopp plant für den neuen Fußballclub auch ein neues Stadion für 30.000 Zuschauer, "Kurpfalz-Arena" genannt, die entweder in Heidelberg oder Walldorf für geschätzte 40 Millionen Euro Baukosten entstehen soll.

Der heute 65 Jahre alte Hopp hatte früher selbst in Hoffenheim Fußball gespielt und den Verein als größter Förderer in wenigen Jahren von der A-Klasse bis in die Regionalliga Süd geführt. Hopps Konzept sah aber vor, mit Spielern der nordbadischen Region bis in die zweite Liga aufzusteigen - doch dieses Ziel wurde stets verfehlt.

Auch in dieser Saison liegt die TSG im Aufstiegsrennen hinter Augsburg und Koblenz zurück, vorige Woche wurde der langjährige Trainer Hansi Flick durch Roland Dickgießer ersetzt. Zudem hatte der DFB das kleine Dietmar-Hopp-Stadion dieser Tage als nicht zweitligatauglich eingestuft. Nach diesem sportlichen Stillstand habe Hopp dann die "Vorwärtsstrategie gewählt", so der Milliardär gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".



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