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Revierderby: Asamoah erhebt Rassismus-Vorwürfe gegen Dortmunds Torhüter

Schwere Vorwürfe gegen Roman Weidenfeller. Schalkes Nationalspieler Gerald Asamoah behauptet, der Dortmunder Torhüter habe ihn während des Revierderbys rassistisch beleidigt. Der Beschuldigte dementiert, der DFB ermittelt.

Gelsenkirchen - Fußball-Nationalstürmer Gerald Asamoah hat nach dem Bundesliga-Westderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (4:1) Rassismusvorwürfe gegen BVB-Torwart Roman Weidenfeller erhoben. "Ja, es stimmt! Er hat schwarzes Schwein zu mir gesagt. Ich hätte so was nie von ihm gedacht", sagte der 28-jährige Fußball-Profi der "Bild am Sonntag".

Weidenfeller, Asamoah: "Er hat schwarzes Schwein zu mir gesagt"
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Weidenfeller, Asamoah: "Er hat schwarzes Schwein zu mir gesagt"

"In einem solchen Spiel fallen immer Worte. Aber wenn man so etwas hört, ist man einfach nur enttäuscht. Das darf man nicht sagen. Weidenfeller hat sich noch während des Spiels bei mir entschuldigt. Er hat es bereut. Ich weiß aber nicht, warum er es nach dem Spiel nicht zugegeben hat. Er soll die Wahrheit sagen", sagte Asamoah dem WDR-Fernsehen.

Weidenfeller wies den Vorwurf zurück. "Wer mich kennt, weiß, dass ich rassistische Äußerungen nie in den Mund nehmen würde. Das ist ganz bestimmt nicht mein Jargon", sagte der Torhüter der Zeitung. Beide Spieler waren nach einem Zusammenprall in der 51. Minute des Samstags-Spiels aneinander geraten.

Heute hat der DFB-Kontrollausschuss unter Vorsitz von Horst Hilpert Ermittlungen gegen Weidenfeller Dortmund eingeleitet. Der DFB-Kontrollausschuss wird zunächst nun den offiziellen Bericht von Schiedsrichter Knut Kircher abwarten. Zudem sind beide Profis zu Stellungnahmen aufgefordert worden.

"Der DFB verurteilt rassistische Vorfälle jeder Art und wird sie konsequent bestrafen. Zunächst einmal muss in diesem konkreten Fall aber der Sachverhalt durch den Kontrollausschuss geklärt werden, bevor ich eine wertende Beurteilung vornehmen kann", erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Im Vorfeld waren beide Vereine um Deeskalation bemüht. Mit warmen Worten und Aktionen hatten sich die Funktionäre der westfälischen Erzrivalen vor dem 130. Revierderby für einen fairen Umgang eingesetzt. "Herne-West grüßt Lüdenscheid-Süd" lautete eine versöhnlichen Anzeige, die die Königsblauen am Donnerstag in diversen Ruhrgebietszeitungen geschalteten hatten.

"Der FC Schalke 04 freut sich auf das Spiel gegen Borussia Dortmund in der Veltins-Arena. Wir freuen uns auf ein intensives Derby in einzigartiger Atmosphäre. Denn Rivalität ist sportlich, Feindschaft tut weh", stand dort zu lesen, Offizielle und Fans des BVB seien herzlich willkommen. Der Text schließt mit dem Appell: "Auf gute Nachbarschaft."

Diese wurde nach ruhigeren Jahren am 12. Mai schwer belastet, als die Borussen den S04 mit einem 2:0-Sieg am vorletzten Spieltag aus allen Titelträumen rissen. Hohn und Spott ergossen sich über die frustrierten Schalker, während die Schwarz-Gelben ihren Triumph in vollen Zügen genossen. Gestern erlebten die Dortmunder dann die Kehrseite der Medaille. Mit einer Glanzvorstellung schoss Schalke den Nachbarn aus der Arena und gleichzeitig ans Ende der Tabelle .

Marcelo Bordon traf bereits nach elf Minuten per Kopf zum 1:0, nachdem Christian Pander zuvor einen Freistoß in den Strafraum geschlagen hatte. "Wir haben keinen Zweifel daran gelassen, dass wir das Spiel gewinnen wollen", sagte Torschütze Pander. In der 31. Minute war der Verteidiger dann aus 25 Metern selbst erfolgreich, Gerald Asamoah erzielte per Hechtkopfball in der 59. Minute das 3:0, Nelson Valdez gelang anschließend für die Gäste ebenfalls per Kopf zwar das 3:1. Doch Kevin Kuranyi setzte mit dem 4:1 den Schlusspunkt.

mig/dpa

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