Rheinische Ausraster: Rotsünder Bobadilla kassiert Rekordstrafe, Podolski tritt Tür ein

Gladbachs Angreifer Raúl Bobadilla kommt der Platzverweis gegen Hannover teuer zu stehen. Sein Verein verhängte eine Geldstrafe von 50.000 Euro und warf ihn vorerst aus dem Kader. Auch Lukas Podolski vom Rhein-Rivalen Köln rastete aus. 

Rotsünder Bobadilla: 50.000 Euro Strafe für Ausraster Zur Großansicht
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Rotsünder Bobadilla: 50.000 Euro Strafe für Ausraster

Hamburg - Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hat auf den Ausraster von Raúl Bobadilla mit aller Härte reagiert. Nach dessen Platzverweis beim 1:2 am Samstag gegen Hannover wurde der Angreifer mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro belegt. Zudem verbannte ihn Coach Michael Frontzeck vorerst aus dem Profi-Kader. Der Rotsünder trainiert bis Weihnachten nur noch bei der U 23.

"Dieses Verhalten können wir nicht dulden. Raúl hat der Mannschaft geschadet und sich völlig falsch verhalten, deswegen ist die disziplinarisch wie finanziell harte Strafe angemessen", kommentierte Sportdirektor Max Eberl am Montag. Der Spieler wird dem Club ohnehin wochenlang fehlen, der Deutsche Fußball-Bund sperrte ihn für fünf Spiele.

Der 4,2 Millionen Euro teure Argentinier hatte sich im Zweikampf mit Sergio Pinto zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen und nach einem Tritt gegen den am Boden liegenden Gegner zwei Minuten vor der Pause die Rote Karte gesehen. Auf dem Weg in die Kabine beschimpfte er zudem den vierten Offiziellen Christian Fischer. "Nach der berechtigten Strafe durch den Schiedsrichter verhielt sich Bobadilla nachdrücklich unprofessionell", hieß es in einer Erklärung des Vereins.

Trainer Frontzeck macht Bobadilla für das unglückliche 1:2 des Tabellenletzten gegen Hannover mitverantwortlich. Schließlich hatte die Borussia bis zum Platzverweis geführt und die Partie kontrolliert. Bobadilla trat nicht zum ersten Mal als Problemfall in Erscheinung. Weil der Stürmer Ende Oktober nach seiner Auswechslung im Pokalspiel gegen Leverkusen ohne Handschlag in der Kabine verschwand, wurde er von Frontzeck für die folgende Bundesligapartie in Kaiserslautern aus dem Kader gestrichen. Zudem zog er sich den Unmut des Trainers zu, weil er eine Reha-Maßnahme verpasste.

Podolskis Fehltritt bleibt ohne Folgen

Seinen Frust hat auch Lukas Podolski vom Gladbacher Erzrivalen 1. FC Köln herausgelassen. Nach der 2:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen trat der Nationalspieler eine Glastür in den Katakomben des Stadions ein. Im Gegensatz zu Bobadillas Ausraster bleibt Podolskis Fehltritt allerdings folgenlos. "Wir werden keine Rechnung schicken", sagte Bayer-Mediendirektor Meinolf Sprink.

"Wenn Leverkusen eine Rechnung stellt, wird das Geld auch überwiesen", hatte Podolski nach dem Spiel im "Westdeutschen Rundfunk" gesagt. Den Tritt in die Glasscheibe hatte er mit dem Frust über sein zu Unrecht nicht gegebenes Tor in der zweiten Halbzeit und die Niederlage begründet. Podolski war bester Kölner Spieler und bereitete beide FC-Tore durch Geromel und Martin Lanig vor.

aha/dpa/sid

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Glastür?
moin8smann 06.12.2010
War diese Glastür etwa die Plexiglas-Blende aus der TV-Übertragung? Oder stand das auch in den Wikileaks-Depeschen? Das wird immer lächerlicher hier...
2. Völlig übertrieben
no__comment 06.12.2010
Ich habe die Szene zwar nur 2x im Fernsehen gesehen, aber meiner Meinung nach wurde Bobadilla vor seinem "Ausraster" unfair vom Gegenspieler geklammert und sein Nachtreten provoziert. Meiner Meinung nach hat der andere angefangen. Wieso kümmert das keinen? Ich habe nix mit Gladbach am Hut, aber ich finde hier wird dem Rotsünder Unrecht getan, selbst wenn es nicht die feine Art von ihm war, wir er dem Gegenspieler gegenüber seinen Ärger zum Ausdruck gebracht hat.
3. Prima!
x3Ray 06.12.2010
Das sind doch mal echte Vorbilder, solche Leute wie Herrn Podolski braucht die Jugend, daran muss man sich orientieren. Und da wundert sich noch jemand über Gewaltbereitschaft und Aggressionen bei Jugendlichen? Wenn man es so vorgelebt bekommt, und dann das auch weder bestraft noch vom Täter bedauert oder als Fehler eingesehen wird. Sorry, aber wenn sich ein Profi(!)-Fußballer dermaßen nicht im Griff hat, MUSS der Verein ja wohl Strafen verhängen. Personen, die sich so wie Podolski verhalten, haben in der Fußballwelt nichts zu suchen. Wie gesagt, wir reden hier von Vorbildern und damit auch einer Verantwortung, die ein Fußballer hat...
4. ???
jenzy 06.12.2010
Zitat von no__commentIch habe die Szene zwar nur 2x im Fernsehen gesehen, aber meiner Meinung nach wurde Bobadilla vor seinem "Ausraster" unfair vom Gegenspieler geklammert und sein Nachtreten provoziert. Meiner Meinung nach hat der andere angefangen. Wieso kümmert das keinen? Ich habe nix mit Gladbach am Hut, aber ich finde hier wird dem Rotsünder Unrecht getan, selbst wenn es nicht die feine Art von ihm war, wir er dem Gegenspieler gegenüber seinen Ärger zum Ausdruck gebracht hat.
leider sieht nachtreten, wenn es geahndet wird, die rote karte mit sich. da nützt es ihnen auch nix die szene 5 x anzuschauen wenn sie die regeln nicht kennen.... ;-)
5. kölle alaaf
jenzy 06.12.2010
podolski scheint ja narrenfreiheit zu haben. er knallt ballack öffentlich eine, provoziert türkische spieler, macht vor eigenen mitspielern nicht halt und tritt in anderen stadien die einrichtung kaputt. da sollte mal einer der verantwortlichen kölner ein machtwort sprechen. aber die kölsche klüngelbande wird ihrem heiland prinz poldi auch das durchgehen lassen...
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