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Baumängel im Maracanã-Stadion: Richterin sagt Spiel zwischen Brasilien und England ab

Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro: Bauschutt eine Gefahr bei Ausschreitungen Zur Großansicht
AP/dpa

Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro: Bauschutt eine Gefahr bei Ausschreitungen

Schock für die Fußballfans in England und Brasilien: Eine Richterin in Rio de Janeiro hält die Sicherheitsstandards im gerade erst sanierten Maracanã-Stadion für nicht ausreichend - und verbietet das Freundschaftsspiel der beiden Teams zur Eröffnung der Arena.

Rio de Janeiro - Das für den kommenden Sonntag geplante Fußball-Länderspiel zwischen WM-Gastgeber Brasilien und England zur Eröffnung des grundsanierten Maracanã-Stadions von Rio de Janeiro ist abgesagt worden. Richterin Adriana Costa dos Santos hatte zuvor die Sicherheitsbedingungen in der legendären Arena für nicht ausreichend befunden.

Das Maracanã ist einer der Spielorte des Confed Cups (15. bis 30. Juni), der als Generalprobe für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr gilt. Mit rund 80.000 Zuschauern zählt es zu den größten Arenen der Welt. Bei seiner Fertigstellung 1950 war es mit 180.000 Plätzen sogar das größte Stadion überhaupt, doch bei der aktuellen Sanierung wurde auf die Stehplätze verzichtet, was eine deutliche Reduzierung der Kapazität mit sich brachte.

Die Regierung des Bundesstaates hat Berufung gegen die Entscheidung eingelegt und will Dokumente vorlegen, die zeigen, dass die Sicherheitstests ordnungsgemäß durchgeführt wurden. "Alle Sicherheitsanforderungen für das Freundschaftsspiel sind erfüllt, aber dies wurde wegen bürokratischer Pannen nicht weitergegeben", so die Regierung in Rio.

Das englische Team ist schon in Rio des Janeiro gelandet, und Verantwortliche des brasilianischen Fußball-Verbandes CBF haben den Gästen bereits versichert, dass sie davon ausgingen, dass das Urteil aufgehoben und das Spiel wie angesetzt stattfinden werde.

"Trotz zahlreicher Aufforderungen durch die Staatsanwaltschaft wurden die Berichte nicht vollständig eingereicht, so dass es keine Klarheit darüber gibt, ob das Stadion die Mindeststandards für die Ausrichtung einer Veranstaltung erfüllt", so Richterin Dos Santos in ihrer Urteilsbegründung. Wegen der anhaltenden Bauarbeiten gebe es Schutt und Steine, die bei Auseinandersetzungen zwischen Fans als Waffe genutzt werden könnten. Sobald die entsprechenden Dokumente nachgereicht würden, könne das Urteil aufgehoben werden, betonte die Richterin.

Die Sorge um die Fertigstellung und Sicherheit der Stadien bis zu WM in Brasilien hält schon seit langem an. In der Arena Fonte Nova in Salvador ist erst kürzlich ein Teil des Daches eingestürzt.

oka/mia/AP/sid/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Verschwörungstheorie
referee84 31.05.2013
Ich bin ja gegen Dinge wie Verschwörungstheorien, aber wieso habe ich das komische Gefühl, dass ein Dante bei den Bayern für das Triple sehr gebraucht wird?! Denkt mal drüber nach, vorallem in der Schweiz ;-)
2. Das passt doch.
thunderstorm305 31.05.2013
Na dann können die Spieler von Bayern München nun doch komplett in Berlin antreten. Wenn das Spiel ausfällt, gibt es keine Gründe mehr für Brasilien seine Spieler einzufordern.
3.
apfeldroid 31.05.2013
Da ist das Geld wohl in den Taschen der Funktionäre versunken und für die Richterin nichts übrig geblieben. Bin gespannt auf Katar, hoffe, dass die Ukraine sich qualifiziert und die Femengirls mit anreisen :)
4. Rechtzeitige Warnung
raber 31.05.2013
Mutig für eine Richterin im fussballverrückten Brasilien. Hoffentlich dient es auch als ernstgenommener Warnschuss damit während der WM keine Tragödie geschieht.
5. Mich wundert
Byrdy100 31.05.2013
es nicht und ich kann mir vorstellen, dass in Brasilien bei solchen Aufträgen die Korruption etc. regiert. Und das der eine oder andere verdeckte Mangel dann auftritt, dass erleben wir auch immer wieder bei Großprojekten in Deutschland.
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