Lewandowski-Transfertheater: Watzke schließt auch Transfer ins Ausland aus

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Großes Drama oder peinliches Schauspiel? Robert Lewandowski hält die Bundesliga seit Monaten in Atem - und wird es wohl noch länger tun. Geht der Stürmer im Sommer nach München? Oder bleibt er in Dortmund? Hier sind die neuesten Aufführungen im Transfertheater.

Am Anfang stand eine Ankündigung, die laut klang und hart und gleichzeitig im Vagen blieb: Eine "richtige Bombe" wolle der FC Bayern für den Sturm verpflichten, kündigte Präsident Uli Hoeneß in einem Interview an, das er im Januar 2012 der "Süddeutschen Zeitung" gab. Mittlerweile hat die einst namenlose Bombe die Gestalt von Robert Lewandowski angenommen - und enorme Sprengkraft entwickelt.

Seit Monaten beherrscht der Dortmunder Stürmer, der unbedingt nach München wechseln will, die Schlagzeilen. Das Hickhack um die Zukunft des Polen belastet das Verhältnis zwischen den zwei größten deutschen Clubs, in kurzer Taktung wechseln Rede und Gegenrede der BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke / Michael Zorc und der Seite des Angreifers, vertreten durch Lewandowski und die Spielerberater Maik Barthel und Cezary Kucharski.

Man kann leicht den Überblick verlieren, wer was wann gesagt hat. Das wollen wir ändern. Ab jetzt lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen in einem Transfer, der einer der wichtigsten der vergangenen Jahre ist - und einer der umstrittensten. Im Spaltenkasten bekommen Sie immer den aktuellen Stand in der Schnellübersicht. Auf dieser Themenseite finden Sie außerdem alle Texte im Überblick.

Lesen Sie hier das ganze Theater. Das Aktuellste steht am Anfang. Wer die ersten Akte nicht kennt, sollte ganz unten anfangen.

17. Juni 2013

Nach der Absage für einen Transfer zu den Bayern sperrt sich Watzke nun auch gegen einen Wechsel Lewandowskis ins Ausland. "Robert wird nun definitiv in der nächsten Saison bei Borussia Dortmund spielen. Wir brauchen Planungsklarheit", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Auch Sportdirektor Michael Zorc betonte: "Wir beginnen in zwei Wochen mit der Vorbereitung. Wir wollen Klarheit in dieser Frage haben."

15. Juni 2013

BVB-Geschäftsführer Watzke dementiert einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten", wonach Lewandowski eine schriftliche Zusage für einen Wechsel zum FC Bayern habe. "Es ist von uns niemals eine Zusage gegeben worden. Ich weiß nicht, woher die die Nachricht haben."

13. Juni 2013

Die "Bild"-Zeitung schreibt, Robert Lewandowskis Seite wolle "in den nächsten Tagen angeblich Beweise erbringen", dass Watzke sehr wohl eine Zusage gegeben habe. Lewandowski soll laut des Berichtes zudem "so sauer sein, dass er in den nächsten Wochen mit Borussia nur noch über einen Anwalt kommunizieren will und am liebsten gar nicht mehr zurückkehren möchte".

11. Juni 2013

Die Reaktion auf die Reaktion der Reaktion: Borussia Dortmund weist Lewandowskis Wortbruch-Vorwurf zurück. Eine Wechselzusage "gab es nicht", sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc der Online-Ausgabe der "Ruhr Nachrichten". "Hätten wir so entschieden, wenn es eine Zusage an Robert geben würde?", fragt Zorc. Eine Meldung, die kurz auf der Homepage des englischen Meisters Manchester United steht und in der der Wechsel Lewandowskis zu Manchester als perfekt bezeichnet wird, nennt der als Urheber genannte Journalist Mark Froggatt bei Twitter eine Fälschung.

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BVB-Star Lewandowski: Europas begehrtester Stürmer
10. Juni 2013

Die Reaktion Lewandowskis lässt nicht lange auf sich warten. Einen Tag nach Watzkes Interview in der "Bild"-Zeitung wirft der Stürmer dem Geschäftsführer bei einem Sponsorentermin in Polen Wortbruch vor. "Er (Watzke - d. Red.) sagte mir, um bei der Wahrheit zu bleiben, vor kurzer Zeit noch etwas anderes. Er gab mir das Wort, dass ich gehen könnte, und nun passiert etwas anderes. Ich habe aber die Hoffnung, dass sich das demnächst aufklärt."

9. Juni 2013

"Robert Lewandowski wird 2013 definitiv nicht zum FC Bayern wechseln. Das ist endgültig! Das haben wir Robert und seinen Beratern jetzt mitgeteilt", sagt Watzke in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (im Wortlaut hier). Demnach verzichtet der Champions-League-Finalist für die kommende Saison lieber auf die Ablösesumme als auf den Torjäger, der 2014 ablösefrei nach München gehen könnte.

27. Mai 2013

Lewandowskis polnischer Berater Cezary Kucharski erklärt im polnischen Radio, der Wechsel seines Klienten nach München sei "eine Sache von ein, zwei Wochen". Am gleichen Abend wird Jürgen Klopp in der "Bild"-Zeitung mit einer Ankündigung zitiert. "Wir werden in den nächsten Tagen dafür sorgen, dass unter die Spekulationen ein Schlussstrich gezogen wird."

25. Mai 2013

Nach dem gewonnenen Champions-League-Finale ergreift Bayern-Trainer Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz das Wort und sagt einen Satz, der für Aufregung sorgt. Man wisse ja, so der scheidende Coach, "dass Mario Götze verpflichtet worden ist und Lewandowski auch nicht mehr lange auf sich warten lässt". BVB-Boss Watzke ist nicht amüsiert und antwortet einen Tag später. "Das ist nicht sein Thema. Heynckes soll sich auf nächsten Samstag und die Mannschaftsaufstellung gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokalfinale oder Ähnliches konzentrieren."

22. Mai 2013

"Ich will nur zu Bayern!" Auch die "Sportbild" (hier der gesamte Bericht) berichtet, Robert Lewandowski habe intern deutlich gemacht, dass für ihn nur ein Club als neuer Arbeitgeber in Frage kommt. Offiziell bestätigt der Stürmer diese Aussage nicht. Spätestens jetzt ist aber klar, dass alles auf eine Konfrontation zwischen Spieler und Club hinausläuft.

15. Mai 2013

Bayern München hat nach Informationen von SPIEGEL ONLINE dem mündlich übermittelten Angebot aus dem April kein schriftliches Angebot für Lewandowski folgen lassen. "Stand jetzt gehe ich davon aus, dass er bleibt", sagt BVB-Trainer Jürgen Klopp.

9. Mai 2013

Robert Lewandowski, so legen es SPIEGEL-ONLINE-Recherchen nahe, teilt Watzke mit, dass er nur zum FC Bayern wechseln werde.

28. April 2013

Hans-Joachim Watzke bestätigt im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF: Ja, es gebe eine Absprache mit Lewandowski, sich über einen Transfer zu unterhalten. "Wir haben den Beratern gesagt, wenn bis 15. Mai etwas sehr Werthaltiges auf den Tisch kommt, dann können wir sprechen." Dass daraus der Automatismus eines Wechsels resultiere, sei "eine Fehlinterpretation", so Watzke (Hier der Link zur Seite der Sendung in der ZDF-Mediathek).

25. April 2013

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gibt es von Bayern München erstmals ein mündliches Angebot für den Polen. Der FC Bayern soll seine erste Offerte für Lewandowski kurz vor dem Spiel des BVB gegen Mainz abgegeben haben. Über einen Mittelsmann, so bestätigen es dem Münchner Vorstand nahestehende Personen unisono, wurde Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sowie dem BVB-Sportdirektor Michael Zorc die Ablösesumme von 25 Millionen Euro für einen Wechsel des Stürmers zum FC Bayern München zur kommenden Saison angeboten.

Die Summe, so erklärt es ein Insider dieses Deals, sei zwischen den Parteien über einen Vermittler schon vor Wochen festgelegt worden. Genauso wie die Deadline für den Abschluss des Transfers, welche am 15. Mai 2013 endet. Umso überraschter sind die Münchner Verantwortlichen, als Zorc und Watzke das mündlich überbrachte Angebot zurückweisen.

Lewandowski-Berater Barthel sagt: "Es gibt ein sehr interessantes Angebot für Robert, welches den vom BVB auferlegten Kriterien in vollem Umfang entspricht und auch die Ansprüche von Robert befriedigt. Der BVB hat uns zugesichert, dass Robert unter diesen Bedingungen am Ende der Saison wechseln darf. Wir halten uns an Absprachen, nun müssen die Vereine für Klarheit sorgen." Dass es sich um ein Angebot des FC Bayern München handelt, lässt Barthel unkommentiert.

Watzke sagt der "Süddeutschen Zeitung": "Diese Störfeuer aus einem ganz bestimmten Teil der Republik stören uns überhaupt nicht. Es ist unser expliziter Wunsch, dass Robert in der nächsten Saison für uns spielt. Dafür verzichten wir auch auf eine Ablösesumme."

23. April 2013

Borussia Dortmund bestätigt den Wechsel von Mario Götze zu Bayern München. Die Bayern nutzen eine Ausstiegsklausel im Vertrag des Nationalspielers, die einen Wechsel für eine festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro vorsieht. Die Transfersensation hat nichts mit Lewandowski zu tun - aber Auswirkungen auf den von ihm erhofften Wechsel an die Isar. Die Dortmunder Seite wird nicht zwei ihrer besten Spieler an den größten Rivalen verlieren wollen.

27. Februar 2013

Robert Lewandowski wird seinen Vertrag in Dortmund nicht verlängern - das teilt BVB-Sportmanager Michael Zorc unmittelbar vor dem Viertelfinalduell mit Bayern München im DFB-Pokal mit. Damit steht zumindest ein Abgang aus Dortmund im Sommer 2014 fest. Doch Lewandowski deutet an, dass er auch einen früheren Zeitpunkt für möglich hält: "Wir müssen warten, vielleicht passiert im Sommer was", so der Pole.

16. Februar 2013

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt nicht mehr an einen Verbleib von Robert Lewandowski über das Vertragsende 2014 hinaus. Beim TV-Sender "Liga Total" sagt er nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt (3:0): "Wir haben alles versucht und auch ein für unsere Verhältnisse außergewöhnliches Angebot gemacht. Aber wenn das dann nicht angenommen wird, entwickelst du ja auch ein Gefühl dafür. Ich glaube momentan auch nicht mehr wirklich dran."

5. Februar 2013

Im Februar ist klar: Wenn Lewandowski wechselt, dann zu den Bayern. SPIEGEL ONLINE berichtet, dass sich der Angreifer und der FCB auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben sollen - und zwar bereits Ende des vergangenen Jahres. "Wir sind uns mit dem Spieler so gut wie einig. Jetzt beginnen aber erst die Verhandlungen mit dem BVB", sagt einer, der beste Drähte in die Vorstandsetage des FC Bayern München besitzt.

9. November 2012

Hans-Joachim Watzke sagt: "Wir haben mit Bayern niemals über Robert gesprochen." Der BVB-Geschäftsführer glaubt weiterhin an eine Vertragsverlängerung des Polen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ist ein Verbleib des Stürmers über das Jahr 2014 hinaus aber zu diesem Zeitpunkt bereits nahezu ausgeschlossen.

Das Interesse der Bayern, sich die Dienste des Dortmunder Stürmers zu sichern, ist weiter groß. Auch die Option England besteht im November weiter. Über einen Wechsel in die Premier League sei "noch keine Entscheidung getroffen worden", sagt Lewandowski-Berater Maik Barthel SPIEGEL ONLINE. "Wir können auch keine Entscheidung treffen, weil wir mit Borussia Dortmund ein Vertragsverhältnis haben. Das respektieren wir."

April 2012

Manchester United bietet Dortmund für Lewandowski eine Ablöse von 20 Millionen Euro plus Stürmer Dimitar Berbatow. Auch Manchester City zeigt sich angeblich interessiert an einer Verpflichtung des polnischen Stürmers.

Januar 2012

Die Münchner Bemühungen um Robert Lewandowski beginnen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE bereits in der Winterpause der Saison 2011/2012. Im Januar 2012 sagte Präsident Uli Hoeneß in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", sein Verein werde sich um eine "richtige Bombe" für den Sturm bemühen. Der damalige Sportchef Christian Nerlinger soll demnach den Auftrag erhalten haben, Lewandowski aus Dortmund wegzulocken. Der BVB soll damals allerdings mit einem unmissverständlichen Veto jegliche Form von Verhandlungen unterbunden haben.

goe/rab/luk

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insgesamt 186 Beiträge
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1. Bvb,
alex55 14.06.2013
lasst ihn doch gehen......er hat sowieso im Finale nicht gespielt......... Villeicht, war,s auch Vorjahr sein letztes Erfolgsjahr.
2.
epic_fail 14.06.2013
Zitat von sysopGroßes Drama oder peinliches Schauspiel? Robert Lewandowski hält die Bundesliga seit Monaten in Atem - und wird es wohl noch länger tun. Geht der Stürmer im Sommer nach München? Oder bleibt er in Dortmund? Hier sind die neuesten Aufführungen im Transfertheater. Robert Lewandowski: Transfertheater zwischen BVB und Bayern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/robert-lewandowski-transfertheater-zwischen-bvb-und-bayern-a-905564.html)
Schon witzig, dass SPON, der dieses angebliche tägliche Theater mit inszeniert hat, sich jetzt auch noch darüber lustig macht. Ein weiterer Schritt, der BILD ein Stück näher zu sein, als gewünscht.
3. Was ist da los in Dortmund?
rehabilitant 14.06.2013
Götze will unbedingt zu Bayern, Lewandowski will unbedingt zu Bayern, was ist da eigentlich los in Dortmund? Man wollte sich doch in Europas Spitze etablieren und nun laufen die Stars weg. Ist der Höhenflug des BVB schon beendet?
4. Angebot
postbote101 14.06.2013
Bayern hat nie ein schriftliches Angebot abgegeben und das mündliche Angebot stammte aus der vorherigen Saison. Ich denke, wenn die Bayern Lewandowski wirklich hätten haben wollen, dann wäre zumindest ein echtes Angebot an den BVB gerichtet worden. Nach dem ganzen Theater, hoffe ich sehr, daß Lewandowski NICHT zu den Bayern wechselt. Einen Söldner mit solchen dubiosen Beratern braucht der FC Bayern nicht. Und das der BVB sich so peinlich vorführen lässt verstehe ich auch nicht. Diesem Spieler wird zuviel Aufmerksamkeit geschenkt. Völlig unnötig. Die sollen sich jetzt erst mal darauf konzentrieren, die 100 Mio Euro anständig zu investieren.
5. Die Geister, die ich rief....
rakasmies 14.06.2013
ZU Uns-Uwes-Zeiten war Fußball auch schon eine geile Sache, aber vor allem war es Fußball. Ein halbes Jahrhundert später ist es vor allem geil, Fußball ist, wie man weiß, dabei nur noch Nebensache. Das Obergeile ist das Geld, und Robert L. ist nicht der erste, der ob dieser Verlockung lieber auf Wolke 7 aqls auf dem grünen Rasen seine Show abzieht. so ist die sogenannte freie Welt nun mal eingerichtet. Der Geist des Geldes wurde gerufen und jetzt herrscht er auch. Warum sollte sich Robert L. dem entgegen stellen, er hat doch nur begriffen um was es geht in dieser Geld-Geister-Welt. Die Uns-Uwe-Generation mag das schade finden, aber wir sind sowieso bald unter dem Rasen.
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Lewandowski - der aktuelle Stand
  • Getty Images
    Robert Lewandowski und der FC Bayern München sind sich nach Informationen von SPIEGEL ONLINE grundsätzlich über eine Zusammenarbeit einig. Wann der Stürmer, der nur zum FCB wechseln will und andere Clubs nicht in Erwägung zieht, aber in München anfängt, steht nicht fest. Der Pole besitzt beim BVB einen gültigen Arbeitsvertrag bis Juni 2014, dieser enthält keine Ausstiegsklausel. Für einen Wechsel ist die Zustimmung von Borussia Dortmund erforderlich - und diese hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ausgeschlossen. Robert Lewandowski hat erklärt, es gebe eine Zusage des Clubs für einen Wechsel, Sportdirektor Michael Zorc bestreitet das.