Eklat um Tribünenverweis DFB leitet Ermittlungsverfahren gegen Leverkusen-Trainer ein

Die Unterbrechung des Spiels zwischen Dortmund und Leverkusen wird Folgen haben: Der Kontrollausschuss des DFB ermittelt, dessen Vorsitzender kündigte bereits eine Strafe an.

AP/dpa

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren gegen Trainer Roger Schmidt von Bayer Leverkusen eingeleitet. Der 48-Jährige wurde zeitnah zu einer Stellungnahme zu den Vorkommnissen im Bayer-Heimspiel am Sonntag gegen Borussia Dortmund (0:1) aufgefordert.

"Das Verfahren wird ganz normal geführt, und es wird sicher eine Sanktion geben. Aber welche, das kann ich noch nicht sagen", sagte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner bei Sport1. Man werde jetzt versuchen "eine schuldangemessene Sanktion zu finden", so Nachreiner: "Ob das dann als Exempel aufgefasst wird, weiß ich nicht."

Schiedsrichter Felix Zwayer hatte Schmidt nach dessen heftigen Protesten in Folge des 0:1-Gegentreffers aus dem Innenraum verbannt. Der Coach kam allerdings der Aufforderung nicht nach, sondern blieb in der Coachingzone vor der Bayer-Bank stehen. Leverkusens Ersatz-Kapitän Stefan Kießling ging auf Anweisung Zwayers zweimal zu seinem Trainer, um Schmidt die Entscheidung des Unparteiischen zu übermitteln.

Der Trainer blieb allerdings stur und forderte eine persönliche Begründung des Referees für den Verweis auf die Tribüne ein, daraufhin unterbrach Zwayer die Partie für neun Minuten und schickte beide Teams in die Kabine. Die restliche Spielzeit verfolgte Schmidt dann von dort aus. Nach dem Spiel warf Bayers Manger Rudi Völler Schiedsrichter Zwayer vor, aufgrund von Schmidts Verhalten einen Handelfmeter gegen Dortmunds Sokratis nicht gepfiffen zu haben.

aev/sid/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nickmason 22.02.2016
1. Ergebnisoffene Ermittlung
An einer wie auch immer gearteten Schuld von Roger Schmidt besteht eigentlich kein Zweifel. Dennoch erscheint es grenzwertig, dass der Kontrollausschuss-Vorsitzende bereits vor dem Verfahren die Tendenz des Urteils vorgibt und zwischen den Zeilen sogar eine harte Strafe ankündigt. Irgendwie eine fragwürdige Äußerung. Ausgehend vom Verhalten eines Herrn Schmadtke vom 1. FC Köln muss allerdings mit einem Einspruch gegen das Urteil gerechnet werden, eine Berufungsverhandlung dürfte jetzt schon sicher sein. Oder anders ausgedrückt: wenn Herr Schmidt es wirklich ernst meint mit seinen Aussagen zum schlechten Vorbild, dann sollte er das erste Urteil in Demut annehmen und die von ihm ausgelöste Posse nicht zur unendlichen Geschichte werden lassen. Es ist aber zu befürchten, dass Rudi Völler dies zu verhindern weiß...
in-teressant! 22.02.2016
2. Schmidts Strafe
Lieber DFB-Kontrollausschuss, hier schon mal meine Vorschläge zur Bestrafung von Schmidt und Völler: 1.) Roger Schmidt erhält für jede Minute Spielunterbrechung eine Sperre, insgesamt also 9 Spiele Sperre. - 2.) Die Sperre beinhaltet ein Stadionverbot während der Partien. - 3.) Für jede Minute Spielunterbrechung muss Schmidt 30.000 Euro Strafe zahlen, also 270.000 Euro. Dieses Geld kommt direkt der Ausbildung von Schiedsrichtern im Amateurbereich zugute. - 4.) Eine identische Strafe muss Rudi Völler bezahlen. Er erhält außerdem 9 Spiele Innenraumverbot. 5.) Schmidt und Völler werden von ihrem Arbeitgeber darüber hinaus wegen vereinsschädigenden Verhaltens zu einer Gehaltskürzung von 25% verdonnert. Das Geld geht gleichfalls in die Förderung der Schiriausbildung im Amateurbereich. 6.) Ausnahmslos alle Fußballtrainer müssen einmal im Jahr ein mehrtägiges Deeskalationstraining besuchen.
90-grad 22.02.2016
3. Die
Herren Schmidt und Völler sollten sich besser auf Fussball statt auf Gemaule konzentrieren. Oder kennen sie die Statuten nicht? Kasperletheater, sonst nichts!
Vanished 22.02.2016
4. Wie bemisst man eine Strafe angemessen?
An die Verantwortlichen eines Bundesligisten müssen höchste Anforderungen gestellt werden. Sie sind Vorbilder für Ihre Spieler und - noch schwerwiegender - mit diesen Zusammen für die unzähligen Spieler(innen) in den darunter liegenden Klassen bis hin zu den Kindern auf den Bolzplätzen. Viel zu häufig wurde bislang bereits über das Fehlverhalten einiger (Klopp, Daum, Guardiola um mal einige zu nennen) in diesen Belangen hinweggesehen. Eine Strafe (nicht nur für Schmidt, sonder auch für Völler) ist daher überfällig. Aber wie bemisst man sie? Eine derart grobe Verletzung im Kernbereich der öffentlichen Tätigkeit ist keine Kleinigkeit. Ein Polizist, der zu einem Ladendiebstahl gerufen wird und sich selber die Taschen vollmacht, ein Finanzbeamter, der Steuern hinterzieht, ein Banker, der Geld veruntreut oder eine Kassiererin, die einen vergessenen Pfandgutschein auf sich selbst einlöst verliert jedenfalls den Job. Das sollten sich die hier zur Rede stehenden mal vor Augen halten.
marinero7 22.02.2016
5. Regelgerecht
Wenn man die Kommentare von Schiedsrichtern nach dem Spiel auf Sky gehört hat, dann weiß man, dass Schiedsrichter Zwayer völlig regelkonform gehandelt hat. Es schockiert, dass professionelle Trainer noch nicht mal die Fussballregeln kennen. Das ist nicht zu fassen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.