ARD-Dopingexperte Russische Justiz will Seppelt vorladen

Hajo Seppelt darf nun doch zur Fußball-WM nach Russland einreisen, aber dort warten auf den ARD-Dopingfachmann neue Unannehmlichkeiten: Die russischen Behörden wollen ihn vernehmen.

Hajo Seppelt
AFP

Hajo Seppelt


Die russische Justiz will den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt vernehmen, falls dieser zur Fußball-WM nach Russland kommen sollte. Hintergrund seien die laufenden russischen Ermittlungen gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow, sagte die Sprecherin des Staatlichen Ermittlungskomitees.

Russland habe Deutschland um Rechtshilfe ersucht, um Seppelt zu dessen Enthüllungen über angebliches Doping befragen zu können. Die deutsche Seite habe immer darauf verwiesen, dass der Journalist von seinem Recht auf Zeugnisverweigerung Gebrauch mache.

"Sollte Seppelt jetzt das Gebiet der Russischen Föderation betreten, wird das Staatliche Ermittlungskomitee erneut Mittel ergreifen, um ihn zu befragen", sagte Sprecherin Swetlana Petrenko der Agentur Interfax zufolge.

Russland hatte ein Einreiseverbot gegen Seppelt verhängt, was viel kritisiert wurde. Mittlerweile ist Moskau jedoch nach deutschen Angaben bereit, ihm doch ein Visum für die Fußball-WM zu erteilen.

Die russische Botschaft in Berlin teilte dazu mit, Seppelt sei per Gerichtsbeschluss zur unerwünschten Person erklärt worden. "Diese Reise zur WM wird eine Ausnahme sein", die durch die Akkreditierung der Fifa bedingt sei, sagte Botschaftssprecher Denis Mikerin der Agentur Tass zufolge. Seppelt könne bei der WM ungehindert journalistisch arbeiten, sagte Mikerin demnach.

Die Fifa hatte zuvor bestätigt, dass Seppelt ein Visum erhalten werde, obwohl es ihm zuvor von russischer Seite verweigert worden war. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten des Journalisten und wiederholen, dass Fifa, LOC und Gastgeber Russland für alle akkreditierten Medienvertreter die bestmöglichen Arbeitsbedingungen bieten", so ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes.

aha/dpa/sid



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