Russischer Fußball: Linienrichter verprügelt Spieler

Skandal in Russland: Nach der Partie zwischen den Nachwuchsmannschaften von Amkar Perm und Terek Grosny wurde ein Perm-Spieler von einem Linienrichter attackiert. Mit Tritten und Schlägen traktierte der Unparteiische den Fußballer. Nun wurde er lebenslang gesperrt.

Terek Grosny (weiße Trikots) gegen Amkar Perm: Linienrichter attackierte Perm-Spieler Zur Großansicht
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Terek Grosny (weiße Trikots) gegen Amkar Perm: Linienrichter attackierte Perm-Spieler

Hamburg - Ein Linienrichter hat am Sonntag in der russischen Reserveliga mit einem tätlichen Angriff auf einen Spieler von Amkar Perm für einen Skandal gesorgt. Der Tschetschene Musa Kadyrow ging nach Abpfiff der Partie zwischen Terek Grosny und Perm auf Ilja Kritschmar los und traktierte den Verteidiger mit Tritten und Schlägen - und wurde nun lebenslang gesperrt.

"In meiner ganzen Karriere als Schiedsrichter habe ich so etwas noch nicht gesehen", sagte der frühere Fifa-Schiedsrichter Alexej Spirin, der die Begegnung beobachtet hatte. "Er hatte keine Ahnung von den Regeln und - noch schlimmer - attackierte einen Spieler. Auf einer Skala von eins bis zehn gebe ich ihm eine Null."

Kadyrow gab an, dass er von Kritschmar beleidigt worden sei. Das Opfer bestritt diese Darstellung. "Worte wurden ausgetauscht, aber ich habe nichts Persönliches über ihn oder seine Mutter gesagt. Ich weiß, wie sensibel Tschetschenen sind", sagte der 18-Jährige. Nach dem Übergriff des Linienrichters wurde Kritschmar zusätzlich noch von Terek-Spielern geschlagen, ehe ihn seine Mannschaftskameraden aus dem Handgemenge befreiten.

"Er darf sich nicht mehr Unparteiischer nennen"

Am Montag wurde Kadyrow lebenslang gesperrt. "So etwas gab es bei uns noch nie", sagte der Chef des Schiedsrichterausschusses, Nikolai Lewnikow, der Agentur Interfax. "Er darf sich nicht einmal mehr Unparteiischer nennen", so Lewnikow.

Es war bereits der zweite Vorfall in Grosny binnen weniger Wochen. Erst Ende März war der Verein aus dem Ex-Kriegsgebiet Tschetschenien zu einer Platzsperre verurteilt worden, nachdem in einem Spiel der ersten Liga ein Schiedsrichter über Lautsprecher als "Trottel" und korrupt beleidigt worden war.

Am vergangenen Wochenende hatte es in der Schweiz ebenfalls einen Skandal gegeben, als Schiedsrichter Pascal Erlachner während der Partie zwischen Rekordmeister Grashoppers Zürich und dem FC Thun einen Spieler als "Arschloch" bezeichnete.

luk/sid/dpa

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