Debatte um Nationalelf: Khedira wehrt sich gegen "beleidigende Kritik"

Mit deutlichen Worten hat Sami Khedira auf die Debatte um die Gründe für das EM-Aus reagiert. Der Nationalspieler warf den Medien vor, Punkte zu kritisieren, "die nichts mit dem Sport zu tun hatten". Besonders der Hymnenstreit nervt den 25-Jährigen.

imago

Hamburg - Nationalspieler Sami Khedira springt Bundestrainer Joachim Löw zur Seite. Vor dem Test-Länderspiel gegen Argentinien am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) äußerte der Profi von Real Madrid Unverständnis an der Kritik, die nach dem Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien an der DFB-Elf lautgeworden war.

"Es wurden Sachen kritisiert, die nichts mit dem Sport zu tun hatten", sagte Khedira. "Das war teilweise beleidigend." Besonders die Debatte über Spieler mit Migrationshintergrund, die bei der Nationalhymne nicht mitsangen, werde künstlich aufgebauscht und sei in der Mannschaft auf großes Unverständnis gestoßen, kritisierte der 25-Jährige. "Man ist kein guter Deutscher, nur weil man die Hymne singt."

Nach dem EM-Aus gegen Italien hätten die Medien zwanghaft nach Gründen für das Scheitern gesucht und daher das Hymnenthema aufgegriffen. Als die U-21 im Jahre 2009 mit zahlreichen Spielern den EM-Titel holte, die ebenfalls nicht mitsangen, habe sich niemand daran gestört. Für die Nationalspieler sei die gesamte Diskussion darüber deshalb auch nicht relevant.

Trotz des letztlich enttäuschenden Abschneidens bei der EM sei die Mannschaft fußballerisch weiter vorangekommen. Auch die Einstellung habe gestimmt. Lediglich im Torabschluss habe die letzte Entschlossenheit und auch das nötige Glück gefehlt, bilanzierte Khedira. "Die Italiener waren in dem Spiel einfach geiler auf das Tor als wir."

Trotz der verdienten Niederlage im Halbfinale gebe es in der Mannschaft keine Zweifel an Trainer Löw. Der Coach hatte sich bereits am Montag vor sein Team gestellt. Er nahm seine Spieler gegen die Kritik der Boulevardmedien in Schutz und wehrte sich auch gegen die Leitwolfdebatte über angeblich mangelnde Führungsspieler. Löws Fazit bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem EM-Aus: "Die ganzen Diskussionen ermüden mich."

syd

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insgesamt 169 Beiträge
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1.
goethestrasse 14.08.2012
Manchmal ist es besser zu schweigen .
2. Singen
Meckermann 14.08.2012
---Zitat--- "Man ist kein guter Deutscher, nur weil man die Hymne singt." ---Zitatende--- Aber auch kein schlechter. Also sing halt einfach mit, gut genug bezahlt wirst du. Extrawürste gibts nach dem Spiel an der Pommesbude.
3. einmal weichspülen bitte
hjka 14.08.2012
maaaaaama, die mögen uns nicht weil wir in deutschland leben, deutsche sind, super viel geld verdinen uns aber bei der begründung warum wir nicht mitsingen auf unverständnis stossen. dabei kann ich dies meiner uroma in anatolien oder meinem deutschen schäferhundn im iran wirklich antun.
4. Naja...
diego666 14.08.2012
Kedhira hat als einer der wenigen, die im Finale wirklich gut gespielt haben, das Recht das zu sagen, aber zustimmen kann ich ihm da nicht unbedingt. Ich bin auch kein Hymnenfanatiker, aber es war schon auffällig, wie sie sich die Italiener schon bei der Hymne puschten und die deutschen schon dort eher einen eingeschüchterten Einduck machten. Ich bin denoch der Meinung, dass sich die Diskussion nicht darum drehen sollte, sondern um die Tatsache, dass Deutschland jedes Mal, wenn es gegen die ein zwei stärksten Mannschaften geht, den eigenen Stil aufgibt und stattdessen mit Angsthasentaktik den anderen hinterherrennt. Sowohl gegen Spanien als auch gegen Italien war das Spiel so schon verloren, bevor es losging. Das liegt an Löw, der hier eklatante taktische Schwächen zeigte, die nur dadurch kaschiert werden, dass die NM von den Einzelspielern trotzdem stark genug ist, um weit zu kommen. Das heißt nicht, dass Löw unbedingt gehen muss, es heißt aber, dass er sich der Favoritenrolle Deutschlands endlich mal bewusst wird und dementsprechend auftreten lässt. Die Testspiele und zwar alle zeigen auch, dass Experimente dieser Mannschaft nicht liegt. Jedes Mal, wenn vom eigenen Konzept abgewichen wird, versagte die Truppe in der Rückwärtsbewegung.
5. 'Die Italiener waren geiler...'
hauptsache100 14.08.2012
Traurig, dass hier offensichtlich Motivationsprobleme als Grund vorgeschoben werden. Und das in einem Halbfinale, bei dem JEDER vorher in jedes Mikro erklärt, dass man unbedingt gewinnen will. Nee, so einfach ist das nicht, die Herren...
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