Schalke 04: Assauer feuert Trainer Heynckes

Für Jupp Heynckes ist das Kapitel FC Schalke 04 beendet. Der in der Bundesliga auf einem Abstiegsplatz rangierende Meisterschaftsanwärter hat sich heute von seinem Cheftrainer getrennt. Grund ist der schlechte Saisonstart und ein zerrüttetes Verhältnis zur Mannschaft.

Coach Heynckes: Erste Trainerentlassung in der laufenden Saison
REUTERS

Coach Heynckes: Erste Trainerentlassung in der laufenden Saison

Gelsenkirchen - Wie Schalke-Manager Rudi Assauer dem WDR-Hörfunk heute Vormittag bestätigte, wurde die am 17. Juni 2003 begonnene Zusammenarbeit mit Jupp Heynckes beendet. Die Trainingseinheit leiteten bereits Co-Trainer Eddy Achterberg und Torwarttrainer Oliver Reck. Das Duo wird auch am Donnerstag (18.15 Uhr/live im SPIEGEL-ONLINE-Ticker) im Uefa-Cup-Spiel gegen den lettischen Vertreter Liepajas Metalurgs die Schalker betreuen.

"Der enttäuschende Start in die Bundesliga-Saison, wo unabhängig von den Ergebnissen auch die Leistung der Spieler nicht stimmte, hat alle Verantwortlichen über die sportliche Situation nachdenken lassen", begründete Assauer die Trennung, "wir haben dabei in vielen Gesprächen mit allen Beteiligten den Eindruck gewonnen, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht so intakt war, um auf absehbare Zeit Besserung herbeizuführen. Dies sah Jupp Heynckes, mit dem wir unsere Erkenntnisse diskutiert haben, in unserer abschließenden Unterredung ähnlich."

Hinter den Erwartungen geblieben

Der 59-Jährige war zu Beginn der Saison 2003/04 von Schalke verpflichtet worden, blieb aber mit Tabellenplatz sieben weit hinter den Erwartungen zurück. Immerhin gelang es Heynckes, sich mit seiner Mannschaft über den Umweg UI-Cup noch für den Uefa-Pokal zu qualifizieren.

Heynckes, Manager Assauer: "Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht intakt"
DDP

Heynckes, Manager Assauer: "Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht intakt"

Nach vier Spieltagen der laufenden Serie ist Schalke, das bereits drei Spiele verloren hat, mit drei Punkten nur Drittletzter. Am vergangenen Samstag ging der selbst ernannte Meisterschaftsfavorit in Wolfsburg mit 0:3 unter. Die Gelsenkirchener hatten sich vor dem Saisonbeginn spektakulär verstärkt. Aus Bremen waren Bundesliga-Torschützenkönig Ailton und Abwehr-Ass Mladen Krstajic gekommen. Auch der Stuttgarter Marcelo Bordon war zum Revierclub gewechselt.

Für Heynckes, der in seiner Trainerkarriere auch in Spanien erfolgreich arbeitete und mit Real Madrid 1998 die Champions League gewann, war es die dritte vorzeitige Entlassung in der Bundesliga. Bereits als Coach von Bayern München (8. Oktober 1991) und Eintracht Frankfurt (2. April 1995) hatte er vorzeitig gehen müssen. Die Trennung von Heynckes war die erste der laufenden Bundesliga-Saison und die 279. seit 1963.

Nachfolger soll in Ruhe gesucht werden

Neben Heynckes wurde auch Konditionstrainer Uwe Speidel beurlaubt. "Es ist schade, dass die Entwicklung so verlaufen ist. Sportlich haben wir unter Jupp Heynckes schließlich zweimal den Einzug in den Uefa-Cup geschafft", sagte Assauer weiter, "außerdem ist er als Mensch von einer im Fußballgeschäft selten gewordenen Integrität. Dennoch mussten wir im Sinne der weiteren sportlichen Perspektiven des Vereins diese Entscheidung treffen."

Bei der Suche nach einem Nachfolger will sich Assauer Zeit lassen. "Wir setzen uns jetzt nicht selbst unter Druck, sondern werden in Ruhe nach Lösungen für die Zukunft suchen", so der Manager.

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