Pleiten-Serie: Schalke beurlaubt Huub Stevens

Die Niederlage gegen Freiburg war eine Pleite zu viel: Schalke 04 hat seinen Trainer Huub Stevens beurlaubt. Nachfolger ist der bisherige Jugendcoach Jens Keller, der das Team mindestens bis Ende der Saison betreuen soll.

Huub Stevens: Aus für den langjährigen Schalke-Coach Zur Großansicht
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Huub Stevens: Aus für den langjährigen Schalke-Coach

Hamburg - Aus für Huub Stevens: Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat seinen niederländischen Coach mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Verein zog damit die Konsequenz aus dem Absturz in der Tabelle auf Platz sieben. Die Entscheidung sei nach der 1:3-Heimniederlage gegen den SC Freiburg "im persönlichen Gespräch mit Huub Stevens im beiderseitigen Einvernehmen" gefallen, hieß es auf der Internetseite des Clubs. Auch Co-Trainer Markus Gisdol wurde ab sofort von allen Tätigkeiten freigestellt.

Der Schritt sei allen Beteiligten "angesichts der großen Verdienste, die sich der 59-Jährige um den Verein erworben hat, alles andere als leicht gefallen", ließen die Schalker verlauten.

Nach Angaben des Vereins wurde der bisherige U-17-Trainer Jens Keller am Sonntagmorgen zum Nachfolger des 59-jährigen Stevens ernannt. Keller war zuvor unter anderem kurze Zeit Chefcoach beim VfB Stuttgart und Spieler bei Stuttgart, 1860 München, dem VfL Wolfsburg, dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt. Der 42-Jährige leitete bereits am Sonntagmorgen das Training auf Schalke.

Keller sei keine Interimslösung, er werde mindestens bis zum Saisonende 04-Coach bleiben, sagte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies im Interview mit Sport1: "Wir werden uns ansehen, wie Keller arbeitet." Bei einer Pressekonferenz um 13 Uhr soll er offiziell als Trainer vorgestellt werden.

Stevens hatte seine zweite Schalker Amtszeit als Nachfolger des an einem Burnout erkrankten Ralf Rangnick am 27. September 2011 begonnen und die "Königsblauen" als Tabellendritte in die Champions League geführt. Sein Vertrag läuft eigentlich bis zum Saisonende. Stevens hatte den Verein aus Gelsenkirchen bereits von 1996 bis 2002 trainiert, sein größter Erfolg war der Gewinn des Uefa-Pokals 1997. Zudem holte er mit dem Team zweimal den DFB-Pokal. Wegen dieser Triumphe wählten ihn die Fans des Clubs 2004 zum "Jahrhunderttrainer".

Dritte Trainer-Entlassung der Saison

Es ging auch in dieser Spielzeit gut los, doch nach dem besten Saisonstart seit 41 Jahren holten die Gelsenkirchener aus den letzten acht Spielen nur noch fünf Punkte. Nach der Pleite gegen Freiburg musste es dann offenbar schnell gehen, Stevens selbst hatte nicht mit einer so raschen Trennung gerechnet. "Ich habe immer noch Spaß an der Arbeit. Ich will den Vertrag auch vollenden, das ist doch klar", sagte er nach dem Spiel zu "Liga total!": "Wir setzen uns nach der Winterpause zusammen, das ist unsere Absprache."

Auch Sportchef Horst Heldt war am Samstagabend zunächst noch zurückhaltend: "Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich erstmal meine eigenen Gedanken finden muss", sagte er, fügte aber hinzu: "Die Mannschaft hat leider aufgehört Fußball zu spielen. Das tut weh."

Aufsichtsratschef Tönnies erklärte nun den Schritt: "Wir haben eine sensationelle Hinrunde gespielt, dann kam irgendein Ereignis, das den Hebel umgelegt hat. Irgendetwas zwischen Mannschaft und dem Trainer oder in den Köpfen der Spieler hat nicht mehr gestimmt", sagte Tönnies, deshalb habe man die Reißleine ziehen müssen. Nach der 0:2-Niederlage am zwölften Spieltag bei Bayer Leverkusen sei die Mannschaft "nicht mehr dieselbe" gewesen. Das Pokalspiel am Dienstag gegen Mainz 05 (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) sei sehr wichtig, deshalb habe man zügig reagieren müssen.

Stevens habe in dem Gespräch am Sonntagmorgen laut Tönnies sehr "vernünftig" reagiert und "seine Interessen hinter die der Mannschaft gestellt".

Die Trennung von Stevens ist der dritte vorzeitige Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Zuvor mussten Felix Magath beim VfL Wolfsburg und Markus Babbel bei 1899 Hoffenheim gehen.

als/psk/sid/dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Vielleicht sollte man
schnitti23 16.12.2012
Vielleicht sollte man mal die ganze Mannschaft eines Clubs auswechseln anstatt des Trainers. Das sind alles Vollprofis und wissen, wie sie zu spielen haben, während der Trainer am Spielfeldrand steht. Immer nur alles auf den Übungsleiter zu schieben ist einfach zu billig.
2. Das
stadtanzeiger500 16.12.2012
war doch zu erwarten. Unverständlich ist nur, dass die Vereine nach ein paar Niederlagen die Trainer sofort beurlauben. Man sollte erstmal bei den Spielern anfangen.
3. optional
sectumsemper 16.12.2012
warum muss der huub gehen? weil der held ein kleines frettchen ist. schade, dass man eine verdienten mann dermaen mit fueen tritt. tut mir leid, sehr unverstaendlich!!!
4. Held völlig überschätzt
tuerkiye1976 16.12.2012
Um das ganze zu verstehen muss man nach Stuttgart zurückblicken. Dort holte Magath ! Held als erfahrenenen Spieler zu den jungen Wilden Hinkel Kuranyi Hleb und Co. Held wurde zum verlängerten Arm von Magath und durfte den Manager machen. Dabei holte er selbst keine Spieler sonder war nur der Sprecher von Magath. Als dann Magath ging, war Held auf sich alleine gelassen und holte dann Spieler wie Progrebniyak und Marica. Der VFB hatte bis letztes Jahr den zweitteuersten Kader der Bundesliga - auch dank Held. Er hat es nicht geschafft, irgendwelche Jugenspieler in die Mannschaft zu integrieren. Gomez und Khedira wurden auch von Magath endteckt. Ein Phillip Lahm, der in München keine Rolle spielte wurde von Bayern 2 nach Stuttgart geholt und wurde dort Nationalspieler. Als dann nach den 35 Gomez Millionen kein Geld mehr für durchschnittliche Spieler da war, ergriff Held die Flucht nach Schalke, wp Magath wieder einen Sprecher für Sky hatte. Magath holte dort Spieler wie Raul und Huntelaar und entdeckte unter anderem Draxler. Nachdem Magath dann wieder gehen musste holte Held Spieler wie Marcia und Trainer Keller aus Stuttgart. Die waren dort beide grandios gescheitert. Er schaffte es nicht Verträge von Raul und Huntelaar zu verlängern. Das Problem sind Held und Neu-Förderer Tönnies, der nur Ja Sager um sich herum haben möchte. Nicht Trainer wie Stevens oder Magath.
5. Gurkentruppe!
apfeldroid 16.12.2012
Wenn nicht Stevens, wer denn bitte sonst? Chaoten diese Schalker, jeder hat mal einen Knick, wie damals Magath, führt die Mannschaft ins Halbfinale - raus mit dem! Idioten würden es besser hinkriegen als Schalkea Management! Für Huub alles Gute!
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