Schalker Derby-Niederlage gegen Dortmund Königslau

In einem schwachen Revierderby hat sich Schalke dem BVB ergeben. Eine Niederlage mit Ansage: Trotz Rückstand ersetzte Trainer Domenico Tedesco den einzigen Stürmer durch einen Linksverteidiger.

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Szene des Spiels: In der 35. Minute musste Schalke-Trainer Domenico Tedesco mit dem verletzten Guido Burgstaller seinen einzigen gelernten Stürmer auswechseln. Statt der Offensivspieler Jewhen Konopljanka oder Cedric Teuchert brachte er Linksverteidiger Hamza Mendyl. Eine richtungsweisende Entscheidung bei einem 0:1-Rückstand.

Das Resultat: Schalke verlor das Spiel 1:2 - nur 1:2. Hier geht es zum Spielbericht.

Die erste Hälfte: Dortmund begann druckvoll und ging bereits nach sieben Minuten durch Thomas Delaney in Führung, der einen Freistoß von Marco Reus ins Tor köpfte. In der 11. Minute bekam Axel Witsel den Ball im eigenen Strafraum an die Hand, Schiedsrichter Daniel Siebert gab nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter jedoch keinen Strafstoß.

Schnellstarter: Der Treffer von Delaney war das schnellste Derby-Tor seit 1999. Damals traf BVB-Verteidiger Alfred Nijhuis bereits nach drei Minuten.

Die zweite Hälfte: Den nächsten Videobeweis gab es in der 58. Minute. Dieses Mal entschied Siebert, dass Reus den Schalker Amine Harit im Strafraum gefoult habe. Daniel Caligiuri traf vom Punkt (61. Minute). Nach dem überraschenden Ausgleich wurden die Gastgeber kurzzeitig mutiger. Als Jadon Sancho jedoch dank eines Doppelpasses mit Raphael Guerreiro die Schalker Abwehr aushebelte und den Ball an Ralf Fährmann vorbeischob (74.), war die Gegenwehr schnell wieder verflogen.

Taktische Kniffe: Nach einer guten halben Stunde spielte Schalke mit dem defensiven Mittelfeldspieler Weston McKennie und dem Außenverteidiger Mendyl im Sturm. Beide gaben über die gesamte Spielzeit nicht einen Torschuss ab. Mendyl zeigte in zahlreichen Aktionen, dass er seine Rolle selbst nicht ganz verstanden zu haben schien, etwa als er in der 73. Minute in Mitspieler Suat Serdar lief.

Stürmermangel: Tedescos Umstellung lässt sich auch auf die desolate Situation im Schalker Angriff zurückführen. Mark Uth und Breel Embolo sind verletzt, Franco di Santo und Steven Skrzybski schafften es nicht einmal in den Kader. Und wenn Konopljanka und der zuletzt angeschlagene Teuchert die schlechtere Option zu sein scheinen als ein Außenverteidiger, sagt das einiges über ihr Standing beim Trainer aus.

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Nicht Fisch, nicht Fleisch: Doch nicht nur offensiv zeigte Schalke wenig Durchschlagskraft, auch in der Verteidigung läuft es nicht rund. Von leichten Ballverlusten im Spielaufbau bis zu nachlässiger Zweikampfführung und unkonzentriertem Stellungsspiel häuften sich die Fehler. Auf der Gegenseite konnte sich Dortmund auf seine Innenverteidiger Manuel Akanji und Abdou Diallo verlassen und überrannte die Schalker Hintermannschaft mehrfach mit schnellen Kontern.

Flügellahm: Königsblau war vor allem auf den Außenbahnen völlig überfordert. Fast 83 Prozent der BVB-Angriffe kamen über die beiden Seiten. Hätte Flügelstürmer Sancho sich nicht in zahlreichen Dribblings verloren, wäre der BVB als noch deutlicherer Sieger vom Platz gegangen.

Derbyheld auf der Bank: Noch schlechter als für Schalke insgesamt läuft die Saison nur für Innenverteidiger Naldo. Mit ihm auf dem Platz holte Schalke bislang drei Punkte, ohne ihn elf. In den beiden vorherigen Derbys stand der Brasilianer noch im Mittelpunkt, entschied das eine für sein Team und köpfte beim legendären 4:4 vor gut einem Jahr den späten Ausgleich. Heute blieb er 90 Minuten lang auf der Bank.

Naldo
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Naldo

Der Favre-Effekt: Der letzte BVB-Trainer, der einen Derbysieg holen konnte, war Thomas Tuchel vor drei Jahren. Die darauffolgenden fünf Spiele konnte Dortmund allesamt nicht gewinnen, weder unter Peter Bosz, noch unter Peter Stöger. Lucien Favre baute seine Serie damit auf 14 ungeschlagene Liga-Spiele aus und verbessert damit den Vereinsrekord noch einmal.

Dortmunder Dominanz: Vor gut einem Jahr stand Schalke nach dem Derby noch zwei Plätze und drei Punkte vor dem BVB auf Platz drei der Tabelle. Nach dem heutigen Spiel liegen sie mit 22 Punkten Rückstand auf den Rivalen auf Platz 13. Der BVB hingegen steht mit neun Punkten Vorsprung auf Verfolger Bayern München an der Tabellenspitze.

Schalke 04 - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)
0:1 Delaney (7.)
1:1 Caligiuri (62. Foulelfmeter)
1:2 Sancho (74.)
Schalke: Fährmann - Caligiuri, Sane, Nastasic, Oczipka (74. Konoplyanka) - Rudy - Schöpf, Bentaleb (55. Serdar), Harit - Burgstaller (36. Mendyl), McKennie.
Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Diallo, Hakimi - Witsel, Delaney - Sancho (88. Pulisic), Reus, Bruun Larsen (62. Guerreiro) - Alcacer (77. Götze).
Schiedsrichter: Siebert
Gelbe Karten: Sané, Nastasic, Oczipka, Rudy / Piszczek, Hakimi, Reus
Zuschauer: 61.767



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
ortibumbum 08.12.2018
1. ..nicht ernst zu nehmen
Schalke kann man nicht Ernst nehmen. Große Klappe, viel Geschrei und Gestik, aber nichts dahinter. Tedesco turt am Spielfeldrand herum, macht die Fans heiß, Applaudiert hönisch dem Schiedsrichter - Vorbild ist der keins. Wobei wir wieder bei Emotionen wären. KKK ist gestern zur CDU Vorsitzenden gewählt worden; diese Emotionen mag ich selbst bei einer so großen Geste, bzw. bei einem so großen Erfolg. Man muss nicht Dämme brechen, den Schiedsrichter verdammen und hinterher so tun, als wäre nichts gewesen. In der Niederlage zeigt sich der wahre Charakter. Vorher habe ich dem Gelaber geglaubt, das dieser Trainer eine feiner Mensch ist; aber jetzt. Unglaublich und schlimm. Die Quittung: Feuer, Qualm usw. im gesamten Stadion auch wg. solcher Wutausbrüche. Diese Trainer sollten noch mal auf eine Benimmschule gehen; man schaue sich z. B. F. Funkel einmal an. Da kann man lernen. Schalke steht da, wo sie hingehören!
viceman 08.12.2018
2. burgstaller hat sich
selbst ins aus gekickt.wer so bekloppt reingrätscht , der ist selbst schuld.das ständige reklamieren von s04 ist doch nur noch nervig. v.a. bei witzels angeblichen Handspiel, unsportlich!
Abel Frühstück 08.12.2018
3.
Zitat von vicemanselbst ins aus gekickt.wer so bekloppt reingrätscht , der ist selbst schuld.das ständige reklamieren von s04 ist doch nur noch nervig. v.a. bei witzels angeblichen Handspiel, unsportlich!
Witsel angebliches Handspiel war auf keinen Fall eins, da haben Sie völlig recht. Und als man dachte, nun schaltet Schalke in den Autokorrekturmodus, wechseln die einen Verteidiger ein! Leider hatte das Revierdolby insgesamt nicht so viel Kamm und Liegenschaften wie in früheren Weiten.
kittti 08.12.2018
4. Der Vizemeister....
ist wieder da, wo er hingehört. Ein unfähiger Trainer, welcher nach einer mehr als glücklichen Vorsaison wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist. Mit destruktiver Taktik und verfehlter Einkaufspolitik ist eben nicht mehr drin als am Ende ein Platz in der Tabelle zwischen 9 und 12.
zylinderkopf 09.12.2018
5. jau
Zitat von kitttiist wieder da, wo er hingehört. Ein unfähiger Trainer, welcher nach einer mehr als glücklichen Vorsaison wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist. Mit destruktiver Taktik und verfehlter Einkaufspolitik ist eben nicht mehr drin als am Ende ein Platz in der Tabelle zwischen 9 und 12.
Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Herr Heidel hat jetzt Schalke genau dahin gebracht wo er sich wohlfühlt und was er kennt - Abstiegszone. Und dann läßt er sich mit seinem Aushilsftainer feiern von wegen Klassenerhalt. Clemens, tu uns einen Gefallen und jag die beiden vom Schalker Markt in die Kleppergass - und hol einen Trainer der weiß wo das Tor steht und wie man Spiele gewinnt. Auch wenn die Kollegen aus DO momentan kein Maßstab sind, aber diesen Scheiss kann man sich auf Dauer nicht mehr antun.
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