Schalke-Coach Magath verhandelt mit Red Bull

Es wäre eine Wechselsensation: Schalke-Trainer Felix Magath hat mit Red-Bull-Milliardär Dieter Mateschitz verhandelt. Laut "Bild"-Informationen geht es um ein Engagement beim Viertligisten RB Leipzig. Magath hatte sich zuletzt über mangelnde finanzielle Möglichkeiten beschwert.

Schalke-Trainer Magath: 30 Millionen für neuen Kader gefordert
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Schalke-Trainer Magath: 30 Millionen für neuen Kader gefordert


Hamburg - Nach Informationen von Bild.de sowie dem Fernsehsender Sport1 hat sich Schalke-Trainer Felix Magath am Mittwoch in Salzburg mit Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz getroffen. Bei dem Gespräch soll es demnach um eine Verpflichtung Magaths für den Viertliga-Aufsteiger RB Leipzig gegangen sein. Mateschitz' Ziel ist es, dass in Leipzig nach dem Vorbild von 1899 Hoffenheim so schnell wie möglich Bundesliga-Fußball gespielt wird.

RB-Clubsprecher Hans-Georg Felder wollte sich auf SID-Anfrage nicht zu dem Thema äußern. "An Spekulationen beteilige ich mich nicht", sagte Felder. Allerdings bestätigte er, dass in dieser Woche ursprünglich ein neuer Trainer präsentiert werden sollte. "Die Gespräche sind allerdings noch nicht abgeschlossen." Ein Red-Bull-Sprecher hatte Bild.de gesagt: "Es gibt schon länger Kontakt zwischen uns. Felix Magath war auch früher schon als Trainer in Salzburg im Gespräch. Er war mehrmals bei uns in Salzburg, jetzt ist nichts mehr unvorstellbar."

Zum Red-Bull-Konzern gehören neben RB Leipzig unter anderem die Fußballclubs New York Red Bulls sowie der österreichische Erstligist Red Bull Salzburg. Dort hatte der ehemalige Bundesliga-Coach Huub Stevens seinen Trainervertrag erst in der vergangenen Woche vorzeitig bis 2012 verlängert. Sportlicher Leiter für das Gesamtprojekt Fußball ist der ehemalige HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

"Meine Arbeit ist erschwert"

Magath, dessen Vertrag mit Schalke noch bis 2013 läuft, hatte unter der Woche für Wirbel in Gelsenkirchen gesorgt, indem er Großinvestitionen für neue Spieler forderte. "Ich sage: Wir brauchen etwa 30 Millionen Euro für die Verstärkung des aktuellen Kaders - um eine Mannschaft zu haben, die wieder einen Spitzenplatz belegen und in der Champions League die Gruppenphase überstehen soll", hatte Magath dem "kicker" gesagt.

Zunächst Transfererlöse zu erzielen, um dann investieren zu können, lehnte er angesichts der weiter angespannten Finanzlage ab. "Aus meiner Sicht wäre das genau die falsche Strategie. Schon letztes Jahr sollten Spieler verkauft werden, um Löcher zu stopfen", so Magath. "Zum Glück konnte ich das damals mit guten Argumenten verhindern. Die Champions-League-Qualifikation bringt Schalke jetzt mindestens 20 Millionen Euro Mehreinnahmen."

Erste Risse zeichneten sich bereits nach dem Interview ab. Magath hatte betont, dass er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wolle, wenn Spieler verkauft werden. "Es sei denn, man nimmt bewusst in Kauf, dass die Mannschaft einen Mittelfeldplatz belegt und in der Champions League kein Spiel gewinnt." Magath sieht offensichtlich seine hohen Ziele mit dem Club in Gefahr. Das Versprechen, bis 2013 den Meistertitel zu holen, hätte er "nach aktuellem Wissensstand so nicht gegeben. Grundlage war die Annahme, dass ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag fehlt und mir volle Entscheidungsgewalt bei Schalke zugesagt war."

Seine Entscheidungsgewalt hält Magath für stark eingeschränkt. Auf der Jahreshauptversammlung scheiterte der Antrag, wonach er im Rahmen eines festgelegten Budgets Geschäfte unabhängig vom Votum des Aufsichtsrates tätigen darf. "Für mich besteht jetzt die Ungewissheit, ob ich meine Arbeit so weitermachen kann wie bisher", so Magath. "Klar ist: Meine Arbeit wird erschwert." Da könnte das Angebot des Brausemilliardärs gerade recht kommen.

mig/sid

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
Rubeanus 11.06.2010
1. .
Felix Magath als Regionalligatrainer? Das kann ja wohl nur ein Aprilscherz sein.
123123123 11.06.2010
2. .
Die Zeit bei den finanziell potenten Bayern scheint ihm wirklich nicht gut getan zu haben. Zu neuen Clubs zu wechseln nur unter der Bedingungen, sie erstmal runderneuern zu können, soll das ein guter Trainer sein? Ich finde es einfach arrogant. Die Sache mit den 30 Mio. war ja schon eine Frechheit. Schalke muss nicht der neue CL-Gewinner und Rekordmeister werden. Vielmehr sollte mal eine finanzielle Basis das oberste Ziel sein, die man auch erreicht, ohne jede Saison 20 neue Spieler zu verpflichten. Von daher kann Magath gerne nach Leipzig gehen, dort einkaufen was das Zeug hält und einen weiteren Retorten-Verein in die Bundesliga führen. Persönlich wünsche ich ihm damit keinen Erfolg. Aber da es bisher nur beim Gerücht bleibt, besteht ja noch Hoffnung auf Mäßigung.
camou 11.06.2010
3. herrlich, weiter so
dummheit verleiht flügel !
Christian W., 11.06.2010
4. .
Der Transfer wäre richtig geil. Ich würde feiern.
Bokurano 11.06.2010
5. Ich halte
das für gar nicht mal so unwahrscheinlich, denn Magath mag es nicht so gern, dass er nicht die Gelder zur Verfügung bekommt die er möchte. Bei Bayern München und Wolfsburg war Geld ja nie wircklich ein Thema, aber ein Verein wie Schalke hat halt nicht diese Mittel, da sie massig Schulden haben. Der Magath ist zwar erfolgreich bei Schalke, aber um glücklich zu sein braucht er umfassende Freiheit und vorallem die Geldmittel die er sich wünscht, wenn sich ein Herr Magath mit dem was da ist länger als unbedingt nötig abfinden muss gefällt ihm das nicht.
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