Hamburg - Matthias Sammer hat sich kritisch zum Schulabbruch des Schalker Jung-Profis Julian Draxler geäußert. "Ich finde es extrem schade, dass er die Schule abgebrochen hat. Denn eine Karriere kann morgen wegen einer Verletzung vorbei sein", sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes der "Bild". Der 17-jährige Draxler hatte das Gymnasium vor Ende des Halbjahres verlassen, um sich zunächst einmal auf seine Profi-Karriere in der Bundesliga zu konzentrieren. Ursprünglich wollte er 2012 sein Abitur machen.
Mit Bezug auf Draxler machte sich Sammer für eine stärkere individuelle Förderung von Talenten stark: "Es muss doch möglich sein, dass der Junge sein Abitur macht, beispielsweise durch Extra- oder Einzel-Unterricht. Diese Flexibilität und Rahmenbedingungen müssen Staat, Land und auch der DFB schaffen."
Draxler hatte am Dienstag als Torschütze zum 3:2 des FC Schalke 04 im Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Nürnberg in der Verlängerung für Schlagzeilen gesorgt. Magath wehrte sich gegen Vorwürfe, den Offensivspieler kurzfristig zum Schulabbruch gedrängt zu haben: "Dafür habe ich kein Verständnis. Ich habe schon im August das erste Mal mit Julians Eltern über das Thema gesprochen."
Im Gegensatz zu Sammer denkt Magath, dass Draxler die richtige Entscheidung getroffen hat: "Julian braucht kein Abitur. Ich konnte seine Eltern überzeugen, dass er die nächsten 20 Jahre in Top-Ligen spielen wird." Draxlers ehemaliger Sportlehrer am Gymnasium in Gladbeck sieht es ähnlich: "Er verdient schon diese Saison mehr als ich in zehn Jahren."
aha/dpa
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