Bundesliga Schalke 04 kündigt Ticketbörse Viagogo fristlos

Bei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 hatte es Fan-Proteste gegen die Zusammenarbeit mit Viagogo gegeben. Jetzt hat der Verein den Vertrag mit der Ticketbörse nach nur neun Tagen Laufzeit gekündigt. Das Internet-Unternehmen reagierte überrascht - und widersprach den Vorwürfen.

Protest gegen Viagogo: "Legalisierung des Schwarzmarkts"
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Protest gegen Viagogo: "Legalisierung des Schwarzmarkts"


Hamburg - Fußball-Bundesligist Schalke 04 beendet die Zusammenarbeit mit der umstrittenen Eintrittskartenbörse Viagogo nach nur neun Tagen. Das gab der Verein auf seiner Internetseite bekannt. "Am Montag, den 1. Juli, ist der Vertrag zwischen dem FC Schalke 04 und der Firma Viagogo als offiziellem Ticketpartner des Clubs in Kraft getreten. In diesem Kontrakt hatten die Königsblauen unmissverständlich feste Spielregeln für die Partnerschaft definiert", heißt es in der Mitteilung der Schalker.

Viagogo habe sich trotz mehrmaliger Aufforderung nicht an die Regeln gehalten. "Nach erfolglosen Abmahnungen haben die Königsblauen daraus die einzig mögliche Konsequenz gezogen: Der FC Schalke 04 hat den Vertrag mit Viagogo fristlos gekündigt", erklärte der Verein. Gegen welche Abmachungen die Internet-Ticketbörse konkret verstoßen habe, ließ der Club offen.

Viagogo reagierte überrascht auf die Kündigung und widersprach dem Vorwurf des Vertragsbruchs. "Wir haben alle Aspekte unseres Vertrags erfüllt. Die Ankündigung, dass Schalke 04 die Partnerschaft mit uns nach nur einer Woche lösen will, hat uns daher sehr überrascht", teilte das Unternehmen mit.

Die Zusammenarbeit mit Viagogo hatte unter den Schalke-Fans Diskussionen ausgelöst. Eine Gegenkampagne mit dem Namen "ViaNOgo" warf den Vereinsverantwortlichen vor, nur auf Profit aus zu sein. Durch die Zusammenarbeit mit Viagogo würde der Schwarzmarkt legalisiert. Der Vertrag mit der Ticketplattform sollte vom 1. Juli an für drei Jahre gelten. 3,6 Millionen Euro hätten die Schalker dafür kassiert, dass das Unternehmen pro Jahr 3000 Karten mit maximal 100-prozentigem Aufschlag weiterverkauft und alle Ticketverkäufe von Fan zu Fan übernimmt.

"Wir werden unser Wort halten"

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Schalke Ende Juli kam es zu hitzigen Diskussionen über den Deal mit der Ticketbörse. Die Gegner des neuen Partners setzten eine Probeabstimmung durch, in der sich eine Mehrheit für den Ausstieg aus dem Vertrag aussprach. Marketing-Vorstand Alexander Jobst kündigte an, den neuen Partner genau zu beobachten.

Nun erklärte Jobst: "Der Vorstand des FC Schalke 04 hat seinen Vereinsmitgliedern auf der Jahreshauptversammlung sein Wort gegeben, genau zu prüfen, ob die Vertragsinhalte umgesetzt werden. Wir haben unser Wort gehalten." Er bedankte sich bei jenen Vereinsmitgliedern, "die uns auf konstruktive Weise auf das Fehlverhalten von Viagogo aufmerksam gemacht haben, auch wenn die Fälle bei uns im Einzelnen bereits bekannt waren". Bislang sei der Verein nicht an die Öffentlichkeit gegangen, um seine Rechtsposition zu wahren, wie Jobst erklärte. "Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, unsere Schritte offenzulegen."

buc/sid



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insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
gannicus 09.07.2013
1.
Wir dürfen uns nicht alles bieten lassen. Eine SEHR gute Nachricht. Respekt an den Vorstand!
jobie09 09.07.2013
2. Respekt, Ihr Knappen !
Zitat von sysopGetty ImagesBei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 hatte es Fan-Proteste gegen die Zusammenarbeit mit Viagogo gegeben. Jetzt hat der Verein den Vertrag mit der Internet-Ticketbörse gekündigt - nach gerade neun Tagen Laufzeit. Dafür verzichten die Schalker auf mehrere Millionen Euro. http://www.spiegel.de/sport/fussball/schalke-kuendigt-vertrag-mit-tickethaendler-viagogo-a-910209.html
In finanziell knappen Zeiten und einer unsicheren CL Quali ist dies ein respektabler Schritt, an dem sich andere ein Beispiel nehmen sollten. schöne Grüße aus Dortmund
qwpoeriu 09.07.2013
3.
Zitat von sysopGetty ImagesBei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 hatte es Fan-Proteste gegen die Zusammenarbeit mit Viagogo gegeben. Jetzt hat der Verein den Vertrag mit der Internet-Ticketbörse gekündigt - nach gerade neun Tagen Laufzeit. Dafür verzichten die Schalker auf mehrere Millionen Euro. http://www.spiegel.de/sport/fussball/schalke-kuendigt-vertrag-mit-tickethaendler-viagogo-a-910209.html
Gibt es hier Schalker_innen, die uns über die Hintergründe aufklären können, wenn SPON dazu nicht in der Lage ist? Glückwunsch jedenfalls, wieder ein Klub weniger, der mit dieser Bande kooperiert.
danido 09.07.2013
4. Braucht Viagogo Schalke?
...und nu? Tickets werden doch weiter auf Viagogo verkauft nur kriegt Schlake jetz nix ab vom Schotter. Scheinen nicht besonders helle zu sein die Schlake-Fans ;)
crunchy_frog 09.07.2013
5.
Zitat von sysopGetty ImagesBei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 hatte es Fan-Proteste gegen die Zusammenarbeit mit Viagogo gegeben. Jetzt hat der Verein den Vertrag mit der Internet-Ticketbörse gekündigt - nach gerade neun Tagen Laufzeit. Dafür verzichten die Schalker auf mehrere Millionen Euro. http://www.spiegel.de/sport/fussball/schalke-kuendigt-vertrag-mit-tickethaendler-viagogo-a-910209.html
Schalke hat eh Schulden im dreistelligen Millionenbereich, schreibt Jahr für Jahr neue Verluste, kann es sich leisten irrwitzige Offerten für Draxler abzulehnen und kauft gleichzeitig auch noch ordentlich ein. Passieren wird nix, sie sind ja schliesslich ein Traditionsverein, an die traut sich der DFB nicht ran, ganz egal wie verschuldet sie sind. Da braucht man sich auch konsequenterweise nicht mit Schwarzmarkthändlern einlassen, deren Geld braucht man ja doch nicht.
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