Champions-League-Partie in Basel Greenpeace-Proteste bei Schalke-Spiel

Das hat es bei einem Spiel der Fußball-Champions-League noch nicht gegeben: Greenpeace-Aktivisten haben mit Protesten für eine Unterbrechung der Partie zwischen Schalke und Basel gesorgt. Sie hatten sich vom Dach des Stadions abgeseilt.

Greenpeace-Protest im Fußballstadion: "Don't foul the Arctic"
AFP

Greenpeace-Protest im Fußballstadion: "Don't foul the Arctic"


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Basel - UEFA-Präsident Michel Platini verfolgte die Aktion kopfschüttelnd: Greenpeace-Aktivisten haben sich während der -Champions League-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Basel vom Dach des St. Jakob-Parks abgeseilt und ein riesiges gelbes Transparent ausgerollt. Damit protestierten sie gegen Öl-Bohrungen in der Arktis von Schalke- und UEFA-Sponsor Gazprom. Das Spiel musste deshalb nach nur vier Spielminuten unterbrochen werden.

Fast zeitgleich war bekannt geworden, dass sich die in Russland in Untersuchungshaft genommenen Greenpeace-Aktivisten für Piraterie vor der Justiz verantworten müssen. Auch sie hatten gegen die Ölbohrungen von Gazprom protestiert, allerdings nicht im Fußballstadion, sondern in der Arktis, wo sie versuchten, eine russische Ölplattform zu stürmen. Russische Grenzschützer hatten die Aktion vor knapp zwei Wochen gewaltsam unterbunden und die Beteiligten festgenommen.

Das Schalke-Basel-Spiel konnte nach fünf Minuten von Schiedsrichter Alberto Undiano wieder angepfiffen werden. Eine unterbrechung aufgrund einer Protestaktion hat es in der Fußball-Champions-League noch nicht gegeben.

vks/dpa/sid



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insgesamt 18 Beiträge
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Stäffelesrutscher 01.10.2013
1.
Herr Platini schüttelt den Kopf, wenn in Deutschland im Stadion demonstriert wird. Aber nächstes Jahr sollen doch alle in den Stadien der Olympischen Spiele demonstrieren, und da geht es sogar gegen denselben Gegner ... Wo ist da bloß der Fehler? Ts, ts, ts, welche Heuchelei.
LuiW 01.10.2013
2. Greenpeace nervt
Greenpeace nervt nur noch, genau wie die Grünen. Das ist sowas von 90er! Beispielsweise weiss Greenpeace ganz genau, dass die Behauptungen über die Schädlichkeit von GMO-Pflanzen völlig aus der Luft gegriffen sind, aber man braucht ja Spendengelder, und die kriegt man nur, wenn man den Leuten gehörige Angst einjagt. Dann geht das Portemonnaie auf, weil Greenpeace, die "Guten", ja was dagegen tun. Aber während man die Grünen abwählen konnte, kann man Greenpeace wohl nur noch verhaften lassen - Putin sei Dank. Wann endlich wird denen auch in Deutschland das Geschäftsmodell entzogen? Gemeinnützig ist das jedenfalls schon lange nicht mehr, eher gemeingefährlich.
Quatsch 01.10.2013
3. Kopfschütteln
Kann man da nur wenn man die Reaktion von unserem europäischen Fussball Herrscher Michael Platini sieht. Protest gegen staatliche Willkür und Solidarität mit Naturschützern sieht anders aus. Was geht nur in solch einem Kopf vor?
alkulb 01.10.2013
4. Respekt
vor dem Einsatz dieser Leute, die todesmutig eines der publikumswirksamsten Fernsehprodukte nutzen, um auf die Misshandlung ihrer Mitstreiter aufmerksam zu machen. CHAPEAU. Hoffentlich werden die Aktivisten nicht nach Moskau ausgeliefert.
Reziprozität 01.10.2013
5.
Man weiss gar nicht, was man dazu noch sagen soll. Das Abseilen fand auf der Tribünenseite statt, auf die die Kameras der deutschen Sky-Fussballübertragung gerichtet waren, im Livespiel vom SRF von der gegenüberliegenden Seite übertragen, war nur die Rückseite der Blache zu sehen. Das dürfte mithin der erste Greenpeace-Protest gewesen sein, der nur im Bezahlfernsehen verfolgt werden konnte. Was das nun für zukünftige Kampagnen heisst, weiss man noch nicht genau, vielleicht gibt es ja irgendwann mal sogar ein Abo? ;-o So ändern sich eben die Zeiten ...
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