Traumangebote für Schalke-Star: Draxler widersteht 50 Millionen Euro

Er ist der begehrteste deutsche Fußballprofi: Schalkes Julian Draxler hat offenbar Traumangebote von mehreren europäischen Topclubs abgelehnt. Die Begründung des Nationalspielers: zu kurze Eingewöhnungszeit.

S04-Star Draxler: "Mit Schalke die Champions League spielen" Zur Großansicht
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S04-Star Draxler: "Mit Schalke die Champions League spielen"

Hamburg - Es gibt sie doch noch, die Vereinstreue von Profifußballern - zumindest temporär. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll Schalkes Superstar Julian Draxler Traumangebote von Manchester City und Real Madrid abgelehnt haben. Angeblich haben die beiden Topclubs sowie ein weiterer englischer Verein dem 19-Jährigen bis zu 50 Millionen Euro für fünf Jahre geboten.

"Julian hat mir gesagt, dass er bei uns bleibt, obwohl er woanders 50 Millionen Euro verdienen kann. Das ist Schalke", sagte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies während der Jahreshauptversammlung des Bundesligisten und bestätigte damit den Bericht.

Der FC Schalke hatte den Vertrag des Mittelfeldspielers Anfang Mai bis 2018 verlängert, kam aber offenbar nicht umhin, dem Ausnahmetalent eine Ausstiegsklausel zuzusichern. Diese soll bei rund 45 Millionen Euro liegen. Die Schalker Verantwortlichen zelebrierten diesen vermeintlichen Coup damals auf ungewöhnliche Weise. Werbelaster waren mit der Aufschrift "Mit Leidenschaft und Stolz bis 2018" durch die Stadt gefahren.

Nach Informationen der "Bild" sollen die interessierten Vereine zunächst versucht haben, die fixe Ablösesumme dadurch zu reduzieren, dass der ein oder andere Spieler im Gegenzug zu den Königsblauen wechselt. Dies soll S04-Manager Horst Heldt aber abgelehnt haben. Angeblich sollen die Clubs sogar bereit gewesen sein, die volle Ablösesumme für Draxler zu zahlen.

Letztlich sei es der Spieler selbst gewesen, der die gigantischen Geldsummen ausgeschlagen habe. "Diese Saison wird die kürzeste in meiner bisherigen Karriere. Deshalb will ich mich jetzt nicht woanders eingewöhnen müssen, sondern mit Schalke in der Champions League spielen und dann mit der Nationalmannschaft zur WM nach Brasilien fliegen", sagte Draxler der "Bild".

Die gute Nachricht kommt für den FC Schalke genau richtig. Der Club erwartet heute eine hitzige Mitgliederversammlung. Viele Mitglieder sind sauer auf ihren Verein, weil dieser eine langfristige Kooperation mit dem umstrittenen Ticketvermarkter Viagogo eingegangen ist. Gegner dieses Deals kündigten heftige Proteste an.

mig

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insgesamt 21 Beiträge
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1. kluge Entscheidung
syldron 29.06.2013
Nicht zuletzt kann er seinen Marktwert durch eine gute Leistung bei der WM im nächsten Jahr nochmal steigern. Das sollte er auch nicht aufs Spiel setzen, indem er vorher sein gesamtes Umfeld ändert. Ich denke, dass er sich da hat gut beraten lassen.
2.
wanneeickel 29.06.2013
Wenn das so stimmt (wovon man, bei der Quelle ja nicht immer ausgehen kann), dann hat Draxler wahrscheinlich auf unabsehbare Zeiten den tiefen Respekt der Schalker Fans, auch wenn er kommende Saison wechseln sollte. Da er dabei Lüdenscheid ausdrücklich ausgeschlossen hat, ist es (beinahe) egal, wohin er wechseln wird. Jedenfalls hat er gezeigt, wie man es machen kann. Anders, als andere, die gewechselt sind.
3. Bravo
BSC 29.06.2013
J. Draxler wird noch genug Millionen verdienen in seinem Fußballerleben. Das Angebot abzulehnen wird ihn zur Ikone machen, sehr gut! Auch mal dem Geld zu widerstehen ist eine fast vergessene Tugend, die an Uwe-Seeler-Zeiten erinnert. Der wird nun für immer positiv in Erinnerung bleiben im Gegensatz zu M. Götze z. B.
4. Respekt
opogog 29.06.2013
Repekt vor diesem Jungen! Wenns stimmt. Und vollkommen logische Entscheidung. In einer WM-Saison zu wechseln ist die schlechteste aller Zeitpunkte... Wie er sagte eingewöhnung und Unstellung seines Spiels, etc. Das hätte auch mal Götze in betracht ziehen sollen.
5.
till2010 29.06.2013
Egal ob er jetzt wechselt oder später. Die Schalkefans werden ihn dann trotzdem auspfeifen und hassen. Dann ist diese gute Geste längst vergessen. Vielleicht geht er nächstes Jahr zu Bayern und die Verhandlungen laufen schon...
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