Schiedsrichter-Affäre Amerell-Klage gegen DFB-Boss abgeschmettert

Im Dauerstreit mit DFB-Präsident Theo Zwanziger ist der frühere Schiedsrichterfunktionär Manfred Amerell mit einer Klage gescheitert. Der DFB darf weiter behaupten, Amerell habe seine Amtspflichten verletzt. Die juristische Auseinandersetzung ist damit aber längst nicht beendet.

Ex-Funktionär Amerell: Vor dem Oberlandesgericht gescheitert
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Ex-Funktionär Amerell: Vor dem Oberlandesgericht gescheitert


Hamburg - Der ehemalige Schiedsrichterfunktionär Manfred Amerell hat in der juristischen Auseinandersetzung mit DFB-Präsident Theo Zwanziger vor dem Oberlandesgericht (OLG) München eine Niederlage einstecken müssen. Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, ist Amerell auch in letzter Instanz mit dem Versuch gescheitert, Zwanziger gerichtlich zu untersagen, der Ex-Funktionär habe in seiner Zeit beim DFB Amtspflichten verletzt. Das OLG bestätigte damit den vorausgegangenen Richterspruch des Landgerichts Augsburg.

Die Äußerung, dass Manfred Amerell in seiner Funktion als Mitglied des DFB-Schiedsrichterausschusses über Jahre seine Amtspflichten verletzt habe, sei sachlich gerechtfertigt und rechtmäßig. Gegen den Beschluss des Senats "kann kein weiteres Rechtsmittel eingelegt werden". Im Zuge der Schiedsrichter-Affäre war Amerell am 12. Februar 2010 von allen DFB-Ämtern zurückgetreten.

"Der angefochtene Beschluss erweist sich nach Überprüfung durch den Senat als sachlich richtig. Wie dort zutreffend dargelegt, hat sich der Antragsteller in seiner Funktion als Mitglied des Schiedsrichterausschusses mehrere Pflichtverletzungen zu Schulden kommen lassen", hieß es beim Oberlandesgericht. Amerell und sein Anwalt Jürgen Langer waren zunächst nicht für einen Stellungnahme zu erreichen.

Am 10. Februar wird vor dem Oberlandesgericht München die juristische Auseinandersetzung zwischen Amerell und Zwanziger fortgesetzt. Dabei geht es um den von Zwanziger geäußerten Vergleich der Affäre mit Vorfällen in der katholischen Kirche. Gleichzeitig wird das Landgericht Hechingen am 10. Februar die Zivilklage Amerells gegen DFB-Referee Michael Kempter verhandeln. Amerell hat Kempter wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte auf 150.000 Euro Schadenersatz verklagt, da dieser ihn der sexuellen Nötigung bezichtigt hatte. Die Vorfälle hatten im Vorjahr beim DFB eine schwere Krise ausgelöst, in deren Mittelpunkt DFB-Boss Zwanziger stand.

Der DFB wies darauf hin, dass er "nicht abschließend prüfen kann, was zwischen Manfred Amerell und Michael Kempter vorgefallen und von wem etwas ausgegangen ist". Diese Klärung sei "einzig Aufgabe der Zivil- und Strafgerichte". Erst wenn diese Ergebnisse vorlägen beziehungsweise durch die Schiedsrichterkommission des DFB bewertbar seien, könne über etwaige Pflichtverletzungen und die weitere Schiedsrichter-Laufbahn von Kempter entschieden werden.

aha/sid/dpa

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