Schiedsrichter-Affäre Kempter weist Amerell-Vorwürfe zurück

Nächste Runde in der Schiedsrichter-Affäre: Michael Kempter widerspricht Manfred Amerells Vorwurf, er habe Leistungstests für Referees manipuliert. Er sei gar nicht befugt, derlei Prüfungen abzunehmen. Der 27-Jährige vermutet hinter den Anschuldigungen ein Ablenkungsmanöver Amerells.

Referee Kempter: Noch nie eine Prüfung abgenommen
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Referee Kempter: Noch nie eine Prüfung abgenommen


Hamburg - Michael Kempter hat den von Manfred Amerell gegen ihn erhobenen Vorwurf, er habe Leistungstests manipuliert, zurückgewiesen. "Ich weiß gar nicht, um welche Prüfung es sich handelt. Ich habe noch nie eine Prüfung abgenommen", sagte Kempter am Sonntag nach dem Oberliga-Spiel 1899 Hoffenheim II gegen TSG Balingen (3:0), das er als Unparteiischer leitete.

Amerell, ehemaliger Schiedsrichterfunktionär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hatte dem DFB eine E-Mail Kempters an ihn vorgelegt, die die Manipulation belegen soll. Kempter erklärte jedoch, er sei gar nicht befugt, derlei Prüfungen abzunehmen. Zudem hätte der von Amerell angeführte Leistungstest nicht im Juni, sondern erst am 5. und 6. Juli 2008 stattgefunden.

Der DFB hatte nach dem neuerlichen Vorwurf Amerells erklärt, derzeit lägen keine "Anhaltspunkte für ein sportwidriges Verhalten" Kempters vor. Die E-Mail, die Grundlage für Amerells Anzeige gegen den Referee vor dem DFB-Kontrollausschuss ist, werde wie weitere Teile der beim DFB vorliegenden Korrespondenz zwischen Amerell und Kempter, die aus E-Mails und SMS besteht, nochmals geprüft.

"Das sind nur Ablenkungsmanöver von den Kernpunkten"

Kempter reagierte gelassen auf die neuen Vorwürfe. "Ich rege mich nicht mehr auf", sagte der Unparteiische. "Das sind nur Ablenkungsmanöver von den Kernpunkten", so der 27-Jährige. Amerell wolle erreichen, dass er nicht mehr als Schiedsrichter tätig sein könne, sagte Kempter.

Die Oberliga-Partie zwischen Hoffenheim II und Balingen war sein zweiter Einsatz nach Bekanntwerden der Schiedsrichter-Affäre, die mit der Beschuldigung Kempters ins Rollen kam, Amerell hätte ihn sexuell belästigt. Am Wochenende vor dem Oberliga-Spiel hatte Kempter bereits die Regionalliga-Partie SV Sandhausen gegen Holstein Kiel geleitet und dafür positive Kritiken bekommen.

Auch in Hoffenheim zeigte Kempter eine ordentliche Leistung und wurde insgesamt respektvoll von den rund 250 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion empfangen. "Respekt ist im Moment das Wichtigste", sagte der Schiedsrichter. Auch die Tatsache, dass er in der fünften Liga eingesetzt worden sei, irritiere ihn nicht. "Ich bin Schiedsrichter mit Leib und Seele und freue mich einfach, wieder auf dem Platz zu stehen", sagte Kempter.

ham/dpa

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