Wegen Gelber Karte US-Schiedsrichter stirbt nach Angriff durch Fußballer

Seine Familie hatte versucht, ihn zum Aufhören zu bewegen, mehrfach war er bereits von aggressiven Spielern attackiert worden. Doch Ricardo Portillo liebte es, Schiedsrichter zu sein. Nun wurde er erneut von einem Fußballspieler geschlagen - und starb nach einer Woche im Koma.

Ricardo Portillo (mitte): Erlag seiner Verletzung nach sieben Tagen im Koma
AP/dpa

Ricardo Portillo (mitte): Erlag seiner Verletzung nach sieben Tagen im Koma


Hamburg - Es geschah bei einem Spiel in der Freizeitliga. In Taylorville bei Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah hatte Ricardo Portillo das Foul eines Torwarts mit der Gelben Karte geahndet. Als der Unparteiische die Verwarnung notierte, schlug der 17-Jährige zu.

"Der Verdächtige stand neben Portillo und versetzte ihm als Reaktion auf die Verwarnung einen Schlag ins Gesicht", sagte Polizei-Pressesprecher Justin Hoyal der "New York Times".

Erst schien der Schiedsrichter unverletzt zu sein. Plötzlich wurde ihm schwindelig; er erbrach Blut, wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Dort fiel Portillo ins Koma, Samstagabend erlag er seinen Kopfverletzungen.

Es war nicht das erste Mal, dass Portillo attackiert wurde. In der "Liga Continental" gehören Übergriffe auf Schiedsrichter zum Spiel. Bein- und Rippenbrüche hatte sich Portillo bereits zugezogen, berichteten seine Ehefrau und seine beiden Töchter auf einer Pressekonferenz. Mehrfach hätten sie versucht, ihn zum Aufhören zu bewegen - aus Angst vor aggressiven Fußballspielern. Ohne Erfolg. "Es war seine Leidenschaft. Wir konnten es ihm nicht verbieten", sagte Tochter Johanna.

Der 17 Jahre alte Täter war nach dem Übergriff untergetaucht, ehe sein Vater ihn der Polizei übergab. Er befindet sich seit Montag in einem Jugendgefängnis in Untersuchungshaft. Über den Umfang der Anklage soll in den kommenden Tagen entschieden werden. Eine lebenslange Haft wäre als Höchststrafe möglich.

mon/sid

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
mibi17 05.05.2013
1. Schiedsrichter...
... sind wahre Helden unserer Zeit. Auch, weil so etwas immer wieder pasiert - auch auf unseren Sportplaetzen.
lenaddorf 05.05.2013
2. wieder einmal
kann ein junger, männlicher erwachsener nicht mit frust umgehen. furchtbar!
divStar 05.05.2013
3. Unglaublich .. man müsste den..
... lebenslang kein Fußball mehr spielen lassen und lebenslänglich einbuchten.
anteater 05.05.2013
4. Ich versteh' es nicht
Früher habe ich selbst niederklassig Vereinsfußball gespielt. Dabei habe ich NIE erlebt, dass ein Schiedsrichter tätlich angegangen wurde. Das wir in den 80er und 90er Jahren. Gut, im Fußball tummeln sich, und tummelten sich auch damals schon, nicht nur die hellsten, friedfertigsten Köpfe, aber kann mir jemand sagen, warum die Hemmschwelle, körperliche Gewalt anzuwenden, derart gesunken ist, dass Menschen mal einfach so niedergestreckt werden?
DerNachfrager 05.05.2013
5. Ahem, mal ehrlich...
Ein Schiedsrichter - der in manchen Spielen mehr läuft als sämtliche Spieler in Summe - stirbt nach einem Schlag ins Gesicht ?
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