Schiri-Chef Fröhlich "Auch der Videoschiedsrichter kann sich irren"

Videobeweis und kein Ende der Diskussionen: Schiedsrichterboss Lutz-Michael Fröhlich hat um Verständnis für mögliche Fehler geworben. Kölns Manager Jörg Schmadtke hat schon genug.

Videobeweis in Aktion
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Videobeweis in Aktion


Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich wirbt nach den ersten Erfahrungen mit dem Video-Assistenten in der Bundesliga bei allen Beteiligten um mehr Geduld. "Ein Jahr lang lief der Test offline, jetzt läuft er online - und das unter Wettbewerbsbedingungen" sagte Fröhlich einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das sei "eine große Herausforderung, die Geduld und Toleranz von beiden Seiten einfordert."

Fröhlich räumte ein, dass der Video-Assistent trotz der TV-Bilder nicht unfehlbar sei. "Auch er kann irren bei seiner Einschätzung und Interpretation. Er ist auch nur ein Mensch", sagte Fröhlich. Deutliche Kritik kam insbesondere vom 1. FC Köln. Wegen des Tors zum 0:2 beim 0:5 in Dortmund erwägten die Kölner einen Protest. Außerdem kritisierten sie die Elfmeter-Entscheidung, die zum 0:1 gegen Frankfurt führte.

Hier habe es sich um eine Entscheidung an der "Schnittstelle Strafstoß oder nicht Strafstoß" gehandelt und nicht um eine Fehlentscheidung. Daher habe der Video-Assistent nicht eingegriffen, so Fröhlich. Verbesserungspotenzial gebe es bei der Frage, "was ist ein klarer Fehler. Das muss von uns noch deutlicher herausgearbeitet werden".

Scharfe Kritik am Videobeweis äußerte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke. "Es entsteht mittlerweile der Eindruck, dass Bewertungen ein Stück weit willkürlich getroffen werden", sagte der 53-Jährige dem Portal "Sportbuzzer": "Die Eingriffe geschehen auf so unterschiedliche Weise, dass sie nicht mehr nachvollziehbar sind."

Trotz der umstrittenen Entscheidungen gegen Köln vertrete Schmadtke grundsätzlich allerdings die Meinung, dass der Videobeweis dazu dienen könnte, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. "Die Umsetzung ist bisher aber einfach nicht gut", sagte der frühere Torhüter.

aha/sid



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
marthaimschnee 23.09.2017
1. Wieso das denn?
Ja klar kann der sich irren, nur hat er für seine Entscheidung alle Mittel zur Verfügung, die auch der Hobby-Schiedsrichter vor dem TV hat. Wenn der eigens dafür eingesetzte, ausgebildete und bezahlte Experte das schlechter macht, als der Typ in Unterhose mit dem Bier in der Hand, dann sollte man sich ganz andere Fragen stellen.
martin100 23.09.2017
2. Bisher leider nicht bewährt
Der Video Schiedsrichter hat sich bisher leider nicht bewährt. Vor ein paar Monaten hätte ich gesagt, ja bitte einführen, damit es etwas gerechter wird. Die Unsicherheit ist jedoch größer geworden. Bei fast jedem Elfmeter muss der Video SR herhalten, es gibt ellenlange Unterbrechungen und einige Elfmeter waren schlichtweg ein Witz. Wusste gar nicht, dass so gestandene Profis wie Herr Lewandowsky bei einem kleinen Windhauch umfallen und noch im fallen einen Elfmeter fordern. Das ist in höchstem Maße unsportlich und er müsste ein Spiel gesperrt werden.
vaikl 23.09.2017
3. Irren mit teurer Technik,...
...die eigentlich genau das Gegenteil bewirken sollte - der BER des DFB;-)
oalos 23.09.2017
4. Schmadtke hat die Nase voll - vom Verlieren des FC - das ist alles
Zitat von marthaimschneeJa klar kann der sich irren, nur hat er für seine Entscheidung alle Mittel zur Verfügung, die auch der Hobby-Schiedsrichter vor dem TV hat. Wenn der eigens dafür eingesetzte, ausgebildete und bezahlte Experte das schlechter macht, als der Typ in Unterhose mit dem Bier in der Hand, dann sollte man sich ganz andere Fragen stellen.
Wenn sowohl der Experte als auch alle hoffentlich Kölsch trinkenden Typen in Unterhose vor dem TV den Ball Millisekunden vor dem Einschlag und unhaltbar im Tor sieht und der Schiri pfeift ab wegen eines Fouls, das es nicht gab, wie sich dann herausstellt, dann ist das doch okay, wenn die Fehlentscheidung des Schiris, d.h. sein Pfiff per Videobeweis korrigiert wird ?! Oder ist der Pfiff heilig ? Dann sollte das schleunigst korrigiert werden.
micheleyquem 24.09.2017
5. Lächerliche, unverschämte Ausreden....
Das einzige wahre Wort für diese ganzen Saureien ist: INKOMPETENZ ! Jeder Depp im Wirtshaus, auch noch nach den zwölften Bier, kann mit den jetzigen Mitteln die richtige Entcheidung treffen. Allerdings: er muss es auch wollen! Der Eindruck verstärkt sich, dass man absichtlich falsche Entscheidungen trifft, weil der DFB, ein bekennender Gegner des Video Beweises immer schon gegen diese Technik war. Man will sie jetzt wohl diskreditieren. Man sollte bei dem Thema, aber auch nicht vergessen, dass nahezu alle Beschwerden von Vereinen kommen, gegen die eine Entscheidung gefallen ist. Warum bei einem 0:5 ein einzelnes Tor Spiel entscheidend gewesen sein sollte, weiss man nur in Köln. Da hätte der BVB gegen Tottenham wesentlich mehr Grund zur Beschwerde gehabt, und was haben die gemacht? Es recht schnell und sehr sportlich akzeptiert, und sich auf die eigenen Fehler konzentriert, anstatt wie eine Stümpermannschaft, die den einzigen echten Fussballer den sie hatten verkauft haben, die Schuld beim Schiri zu suchen!
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