Schiedsrichteraffäre Amerell lehnt Vergleich ab

Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem früheren DFB-Funktionär Manfred Amerell und Schiedsrichter Michael Kempter geht weiter. Ein Vergleich kommt für Amerell nicht in Frage. Auch den DFB will der 63-Jährige noch verklagen.

Ehemaliger DFB-Funktionär Amerell: Vergleich zurückgewiesen
DPA

Ehemaliger DFB-Funktionär Amerell: Vergleich zurückgewiesen


Hamburg - Ein schnelles juristisches Ende der DFB-Schiedsrichteraffäre ist nicht in Sicht. Der frühere DFB-Funktionär Manfred Amerell lehnt einen Vergleich im Zivilprozess gegen den ehemaligen Fifa-Referee Michael Kempter vor dem Landgericht Hechingen ab. "Es wird keinen Vergleich geben. Das ist vom Richter vielleicht lieb gemeint, kommt aber nicht in Frage. Ein Vergleich würde die Vorwürfe ja legalisieren", sagte der 63-Jährige.

Amerell hat Kempter wegen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts auf 150.000 Euro Schadensersatz verklagt, da Kempter ihn der sexuellen Belästigung bezichtigt hatte. Dabei gehe es nicht vorrangig ums Geld, so Amerell. Die "kaputtgemachte Seele" sei nie mehr zu reparieren, sagte der 63-Jährige der "Sport Bild".

Kempters Anwalt Christoph Schickhardt will dagegen zunächst den gerichtlichen Vergleichsvorschlag abwarten. 'Wir können ja nicht etwas ablehnen, was wir gar nicht kennen. So ein gerichtlicher Vergleichsvorschlag ist zumeist gut durchdacht", sagte Schickhardt. Den Vergleichsvorschlag erwartet er in den nächsten Tagen.

Amerell will auch vom DFB Schadensersatz

Das Landgericht Hechingen hatte in der vergangenen Woche eine Entscheidung auf den 18. April vertagt. Möglich ist an diesem Termin eine Urteilsverkündung, aber auch die Fortsetzung des Verfahrens. Bis zum 14. März haben beide Parteien Zeit, weitere Schriftsätze einzureichen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg die Ermittlungsverfahren gegen Amerell und Kempter wegen fehlenden Tatverdachts eingestellt.

Mit großer Sicherheit wird Amerell auch noch gegen den Deutschen Fußball-Bund vorgehen und den Verband auf Schadensersatz verklagen. Der DFB hatte Amerell im vergangenen Jahr nach den Vorwürfen gegen seine Person aus dessen Amt enthoben. Amerell hatte auch beim Prozess in Hechingen bekräftigt, dass er "Amt und Privates stets getrennt" habe.

Zuletzt hatte Amerell allerdings einen Rechtsstreit gegen den DFB verloren. Amerell war in letzter Instanz beim Oberlandesgericht München mit dem Versuch gescheitert, DFB-Präsident Theo Zwanziger gerichtlich zu untersagen, öffentlich von einer Amtspflichtverletzung Amerells zu sprechen.

aha/sid

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