Hamburg - Der monatelange Rechtsstreit in der Schiedsrichteraffäre um Manfred Amerell und Michael Kempter ist beendet. Beide Parteien akzeptierten am Mittwoch in einer Berufungsverhandlung den Einigungsvorschlag des Oberlandesgerichts Stuttgart. Der frühere Fifa-Referee Kempter zieht danach seine 2010 in mehreren Interviews getätigten Aussagen zurück, nach denen er Amerell klar und deutlich zum Ausdruck gebracht hätte, keine sexuellen Kontakte zu wollen. Damit ist die Schadensersatzklage des ehemaligen Schiedsrichtersprechers gegen Kempter vom Tisch.
"Ich bin nicht mit jeder Formulierung in dieser Erklärung glücklich, aber es ist von der Psychologie her sicher richtig, das hier abzuschließen", sagte Amerell. Auch Kempters Anwalt Christoph Schickhardt meinte: "Das Wichtigste ist: Die Sache ist erledigt. Wir stimmen diesem Vergleich in Hinblick auf eine Befriedung zu, damit Herr Kempter wieder neu durchstarten kann."
Der 28-jährige Kempter hatte seinem ehemaligen Förderer sexuelle Belästigung vorgeworfen. Amerell betont weiterhin, dass die intimen Kontakte einvernehmlich waren. Der 64-Jährige wollte ein Schmerzensgeld von 150.000 Euro erstreiten, weil er durch die öffentlichen Anschuldigungen seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Im Kern ging es in dem Zivilrechtsstreit um die Frage, ob das intime Verhältnis zwischen dem ehemaligen Schiredsrichterobmann des DFB, Amerell, und Kempter einvernehmlich oder erzwungen war.
aha/dpa/dapd
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