Schuhwurf: Lehmann nennt Rangnicks Kritik "niveaulos"

Ob Wutausbrüche oder öffentliche Trainerschelte: Jens Lehmann fiel in dieser Saison eher mit Verbalattacken als mit sportlichen Höchstleistungen auf. Sein Schuhwurf gegen Hoffenheim war der nächste Aufreger. Die Kritik von Ralf Rangnick versteht Lehmann nicht - und keilt zurück.

Hamburg - Jens Lehmann hat sich nach seinem Schuhwurf im Derby gegen 1899 Hoffenheim scharf gegen sein Rüpel-Image gewehrt. "Ich kann für mich in Anspruch nehmen, in 20 Jahren keinen Spieler ernsthaft verletzt zu haben und muss mich zum wiederholten Male mit niveaulosen Äußerungen auseinandersetzen, nur weil Leute denken, mit meinem Namen große Schlagzeilen machen zu können", schimpfte der Torwart des VfB Stuttgart via "Bild"-Zeitung.

Torhüter Lehmann, 1899-Profi Salihovic: Mätzchen mit einem Schuh
Getty Images

Torhüter Lehmann, 1899-Profi Salihovic: Mätzchen mit einem Schuh

Der 39-Jährige war beim hitzigen 3:3 gegen Hoffenheim am Samstag zum wiederholten Mal in dieser Saison negativ aufgefallen, als er den auf dem Rasen liegenden Fußballschuh des Hoffenheimers Sejad Salihovic aufgesammelt und auf das Netz seines Tores geworfen hatte. "Da wollte Lehmann wohl wieder einmal lustig sein", vermutete Salihovic. "So Mätzchen kann Lehmann mit seinen Mitspielern machen", befand Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick gereizt.

Lehmann konterte: "Es ist traurig, dass er noch nicht einmal die Regeln zu kennen scheint." Der Schuh habe zum Hindernis werden können. "Wenn Rangnick alles so genau beobachtet, wie er immer vorgibt, wüsste er, dass ich dies mit allen Dingen in und um meinen Strafraum herum tue", erklärte Lehmann.

In den vergangenen Wochen war das Temperament mehrfach mit dem Torwart-Veteranen durchgegangen. Erst drei Tage vor der Hoffenheim-Begegnung hatte Lehmann beim Uefa-Cup-Spiel in St. Petersburg (1:2) Teamkollege Khalid Boulahrouz bei einem Wutausbruch das Stirnband vom Kopf gerissen. Beim Gastspiel in Hannover geriet der Schlussmann mit 96-Verteidiger Michael Tarnat aneinander. Nach dem 1:5-Pokaldebakel gegen Bayern München kritisierte Lehmann öffentlich Teamchef Markus Babbel und seine Mitspieler und musste eine Geldstrafe zahlen.

Schon in der Vorrunde geriet der vom FC Arsenal nach Stuttgart gewechselte Torhüter nach regelmäßigen Verbalattacken gegen die Schiedsrichter in den Ruf des motzenden Veteranen. "So geht das sicher nicht weiter", warnte der Chef des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, seinerzeit den Sünder.

goe/dpa

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