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05. Mai 2012, 19:15 Uhr

Kölner Bundesliga-Abstieg

FC-Chaoten zünden Rauchbomben

Der vorerst letzte Auftritt in der Bundesliga dauert nicht mal 90 Minuten. Beim Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Bayern München musste Schiedsrichter Florian Mayer vorzeitig abpfeifen - Anhänger des Absteigers hatten im Stadion Rauchbomben gezündet, die Polizei musste massiv eingreifen.

Hamburg - Abstieg, Abschied des Club-Idols, Ausschreitungen im Stadion: Der 34. Bundesliga-Spieltag war ein schwarzer Tag für den 1. FC Köln. Einige Fans zündeten nach dem 1:4 gegen den FC Bayern München Rauchbomben, auch Pyrotechnik wurde abgebrannt. Schiedsrichter Florian Meyer blieb nichts anderes übrig, als die Partie einige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit zu beenden, damit die Fußball-Profis beider Teams sicher in die Kabinen kommen konnten.

"Es ist eine Schande, was hier abgegangen ist. So etwas gehört nicht ins Fußballstadion. Ich hoffe, dass niemandem etwas passiert ist. Der Schiedsrichter hat uns bereits 30 Sekunden vor dem Abpfiff mitgeteilt, dass wir direkt nach dem Abpfiff in die Kabine gehen sollen. Das sind keine Fans, das sind Idioten, die die Fußballbühne nutzen", sagte Münchens Nationalspieler Mario Gomez nach dem Schlusspfiff dem TV-Sender Sky.

Die Polizei hatte sich schon zehn Minuten vor Spielende vor der Südtribüne aufgestellt und konnte nach ersten Informationen aus dem Stadion zunächst Schlimmeres verhindern.

"Wir haben den Schiedsrichter gefragt, ob er nicht zehn Sekunden eher abpfeifen kann, damit wir sicher in die Kabine kommen. Das hat er auch gemacht", schilderte Doppel-Torschütze Thomas Müller. Weil Hertha BSC gegen 1899 Hoffenheim gewann, rutschten die Kölner auf den direkten Abstiegsplatz. Hertha rettete sich in die Relegation.

"Das ist ein schwarzer Tag für den 1. FC Köln. Das ist ein unglaublich unnötiger Abstieg", sagte Kölns Interimstrainer Frank Schaefer. Für die zweite Liga muss sich der Club nach einem neuen Coach umschauen. "Ich habe vor drei Wochen gesagt, dass ich für diesen Zeitraum zur Verfügung stehe, darüber hinaus aber nicht", sagte Schaefer: "Ich werde aber auf jeden Fall weiter für den Verein arbeiten, in einer Funktion, die wir in den nächsten ein bis zwei Wochen noch fixieren müssen, in der ich aber am Prozess des Neuaufbaus beteiligt bin."

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Claus Horstmann, schloss einen Rücktritt aus. "Ich werde mich der Verantwortung stellen. Einfach hinzuschmeißen, ist nicht mein Weg", sagte Horstmann nach einer Saison, "in der wir vor allem in der Rückrunde die Performance eines Absteigers gezeigt haben".

Derweil ist die bisher einzige Neuverpflichtung des FC wohl hinfällig. "Er möchte unbedingt Bundesliga spielen. Wir müssen miteinander reden, aber ich bin nicht sehr hoffnungsvoll", sagte Horstmann über den Düsseldorfer Assani Lukimya.

luk/dpa/sid

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