Umstrittener Weltfußball-Chef Uefa kämpft gegen Blatters Wiederwahl

Fifa-Präsident Joseph Blatter ist umstritten, auch bei der Uefa. Europas Fußball-Union will die Wiederwahl des Schweizers im kommenden Jahre verhindern - und einen Gegenkandidaten aufstellen.

Uefa-Chef Platini (l.), Fifa-Präsident Blatter: Konkurrenten um Spitzenamt im Weltfußball
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Uefa-Chef Platini (l.), Fifa-Präsident Blatter: Konkurrenten um Spitzenamt im Weltfußball


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Hamburg - Die Europäische Fußball-Union (Uefa) will eine weitere Amtszeit von Joseph Blatter an der Spitze des Weltverbandes Fifa verhindern. Die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") zitiert dazu einen Sprecher der Uefa. Fakt sei, dass die Uefa bei ihrem Treffen am 10. Juni "eine gemeinsame Position erarbeiten will, wie sie sich gegen Blatters Wiederwahl stellt", heißt es.

Uefa-Präsident Michel Platini gilt als Widersacher Blatters. Ob der Franzose selbst beim Fifa-Kongress im Mai kommenden Jahres gegen den Schweizer kandidieren wird, ist allerdings unklar. Platini will darüber erst nach der Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) entscheiden. Sollte Platini nicht antreten, wird es nach Worten des Uefa-Sprechers auf jeden Fall einen anderen Kandidaten geben: "Blatter wird nicht alleine kandidieren."

Dabei gehe es in erster Linie nicht darum, die Wahl zu gewinnen - sondern ein Zeichen des Protests gegen den seit 1998 amtierenden Blatter zu setzen. Der Schweizer deutete seine erneute Kandidatur bereits an.

Blatter und die Fifa stehen immer wieder in der Kritik. Zuletzt hatte ein Bericht der englischen "Sunday Times" über mögliche Korruption bei der Vergabe der WM 2022 nach Katar für Aufregung gesorgt. Uefa-Präsident Platini gehört zu den Befürwortern der Katar-WM. Blatter bezeichnete die Vergabe des Weltturniers in den Wüstenstaat dagegen kürzlich als "Fehler", zudem leitete er Untersuchungen der Vergabe nach Katar ein.

Nun räumte allerdings auch Plantini ein, dass man das Turnier bei Beweisen von Korruption tatsächlich neu vergeben müsse. "Ich glaube, es war eine richtige Entscheidung für die Fifa und für die Fußballwelt. Aber wenn Korruption bewiesen wird, wird es eine neue Wahl und Sanktionen geben müssen", sagte Platini der französischen Sportzeitung "L'Équipe".

Neben Blatter hat bereits der Franzose Jérôme Champagne seine Kandidatur im kommenden Jahr angekündigt. Er wird in der Uefa laut "SZ" aber ebenfalls kritisch gesehen, da er lange als Direktor für internationale Angelegenheiten für die Fifa arbeitete und als Vertrauter Blatters gilt.

buc

insgesamt 8 Beiträge
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FKassekert 05.06.2014
1. Fifa
einfach verbieten - als eine mafiose Organisation! Und dann einen Neuanfang wagen! UEFA ist doch keinen Deut besser!
elizar 05.06.2014
2. Tolle Sache ...
.. aber wahrscheinlich gehts nur drum, wer als nächstes absahnen darf. Ich habe den Glauben an die heile Fußballwelt schon lange verloren.
brazzo 05.06.2014
3.
Super! Platini anstatt Blatter. Und da dachte man, es kann nicht schlimmer werden.
Freidenker10 05.06.2014
4. optional
Nach der WM gibt es doch reichlich Gelder zu verteilen, da wird Blatters Wiederwahl sicherlich ein korrupter selbstläufer! Die Corleones sind ein Witz gegen diesen FIFA-Clan...
J'y vais 05.06.2014
5. Familienbande
Wer Platini zum Meister Proper des Weltfussballs stilisiert, sollte sich mal.die Geschäfte seines Sohnes mit Katar (sic!) und seines Schwiegersohnes mit diversen Vereinen und Verbänden (u.a. dem DFB) anschauen. Ungeklärte Kickbackzahlungen über Zypern kommen hinzu. Tu quoque, filii?
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