Serbien gegen Albanien EM-Quali nach Schlägerei wegen Flaggendrohne abgebrochen

Beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien flog eine Drohne mit albanischer Flagge über das Spielfeld. Spieler und Zuschauer rasteten aus, der Schiedsrichter brach die Partie ab.


Hamburg - Bei dem EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien in Belgrad ist es zu Tätlichkeiten zwischen den Spielern gekommen. Der englische Schiedsrichter unterbrach das Spiel kurz vor der Halbzeit. Es wurde nicht mehr fortgesetzt.

In der 42. Minute tauchte über dem Stadion eine Flugdrohne mit einer Fahne auf, die ein potenzielles Großalbanien zeigte. Für die Aktion soll der Bruder des albanischen Regierungschefs Edi Rama verantwortlich sein. Er habe die Drohne von der VIP-Loge aus gestartet, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Er sei inzwischen festgenommen worden.

Der beim SC Freiburg spielende Serbe Stefan Mitrovic konnte die Fahne an sich reißen, worauf albanische Spieler auf ihn losgingen. Aufgebrachte serbische Zuschauer konnten aufs Spielfeld gelangen und albanische Spieler attackieren, die sich in die Umkleideräume retten wollten.

Nach einer einstündigen Unterbrechung kehrten die serbischen Fußballer noch einmal kurz auf den Rasen zurück, um sich von ihren Fans zu verabschieden. Nach serbischen Berichten sollen sich die albanischen Spieler geweigert haben, das Match fortzusetzen. Sie hätten als Bedingung verlangt, dass alle Zuschauer das Stadion verlassen.

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Serbien vs. Albanien: Die Drohne und die Prügelei
Auf Empfehlung der Europäischen Fußball-Union waren laut Albaniens Fußballverband keine albanischen Anhänger zu dem Länderspiel gereist. Im Gegenzug würden auch keine serbischen Fans zum Rückspiel im nächsten Jahr nach Tirana reisen. Darauf hätten sich die nationalen Verbände geeinigt.

Hintergrund sind die belasteten Beziehungen zwischen beiden Nationen. Das Kosovo mit seiner großen albanischen Bevölkerung gehörte lange Zeit dem früheren Jugoslawien und später auch noch Serbien an, ehe 1999 ein Krieg um die Region zur späteren Unabhängigkeit des Gebiets führte.

Die Ausschreitungen überschatten den geplanten Besuch von Ministerpräsident Rama in Serbien. Als erster albanischer Regierungschef will er am 22. Oktober nach Belgrad reisen.

chp/dpa/sid

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