Fehlstart in der EM-Qualifikation Serbien-Trainer Advocaat tritt zurück

Dick Advocaat ist nicht mehr Nationaltrainer Serbiens. Der Niederländer hat seinen Rücktritt erklärt. Für die schwachen Leistungen seines Teams hat er eine einfache Erklärung: den Drohnen-Vorfall, der zum Spielabbruch in der Partie gegen Albanien geführt hatte.

Serbiens Trainer Advocaat: "Muss ich ehrlich zu mir selbst sein"
AP/dpa

Serbiens Trainer Advocaat: "Muss ich ehrlich zu mir selbst sein"


Hamburg - Dick Advocaat ist als Trainer der serbischen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten. Das bestätigte der 67-Jährige im niederländischen Fernsehen: "Es war ein kurzes, aber interessantes Abenteuer", sagte er. Auch der serbische Verband bestätigte die sofortige Trennung. Berichten zufolge soll am Dienstag im Testspiel gegen Griechenland der bisherige U21-Coach Radovan Curcic auf der Bank sitzen.

Am Freitag hatte der Niederländer mit Serbien in der EM-Qualifikation in Belgrad eine 1:3-Pleite gegen Dänemark kassiert. Zwar hatten die Gastgeber den Führungstreffer erzielt, nach der Halbzeitpause brachen die Serben aber förmlich zusammen. Die Leistung seiner Mannschaft in dem Spiel hatte Advocaat als "schrecklich" bezeichnet.

Auf der Pressekonferenz nach der Partie hatte der Coach seinen Rücktritt bereits angedeutet: "Als ich hier im Juli begann, dachte ich, dass wir eine gute Chance hätten, uns für die EM zu qualifizieren", so Advocaat: "Aber jetzt muss ich ehrlich zu mir selbst und zu den Menschen des serbischen Verbandes sein."

Der ehemalige Oranje-Bondscoach hat mit seinem neuen Team in drei EM-Qualifikationsspielen nur einen Punkt geholt. In der Gruppe I belegt die Mannschaft einen enttäuschenden vierten Platz noch hinter Albanien und punktgleich mit Armenien.

"Es scheint, dass die Zwischenfälle im Heimspiel gegen Albanien der Wendepunkt für uns waren", sagte Advocaat der niederländischen Zeitung "AD". Damals, im vergangenen Oktober, war eine Drohne mit der Flagge Großalbaniens über das Spielfeld gesteuert worden.

Das Spiel wurde abgebrochen. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) erklärte Serbien zwar zum 3:0-Sieger, aber wegen der Ausschreitungen wurden die Punkte direkt abgezogen. Die Einsprüche von Serbien und Albanien werden am 2. Dezember verhandelt.

mon/sid/dpa



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