Italienischer Traditionsklub AC Mailand von US-Hedgefonds übernommen

Erneuter Eigentümerwechsel bei der AC Milan: Auf den nicht mehr zahlungsfähigen Unternehmer Li Yonghong aus China folgt nun eine US-Anlagegesellschaft. Das könnte auch personelle Änderungen nach sich ziehen.

AC Mailands Suso
AFP

AC Mailands Suso


Der italienische Top-Klub AC Mailand gerät unter Führung eines US-Hedgefonds. Die US-Anlagegesellschaft Elliott des Milliardärs Paul Singer übernimmt die komplette Kontrolle des Mailänder Klubs.

Der bisherige Eigentümer, der chinesische Unternehmer Li Yonghong, verpasste die Frist, bis zu der er das Kapital des Klubs mit rund 32 Millionen Euro hätte refinanzieren sollen. Damit konnte er als Eigentümer von Elliott verdrängt werden, von dem sich der chinesische Geschäftsmann Geld für den Verein geliehen hatte.

Li hat Milan im April 2017 vom langjährigen Eigner und ehemaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi gekauft. Bis Oktober muss Milan rund 300 Millionen Euro an das US-Unternehmen zahlen.

Der Hedgefonds teilte in einer Presseerklärung mit, dass "der vormalige Besitzer der AC Milan seinen Verpflichtungen gegenüber Elliott nicht mehr nachgekommen ist". Das US-Unternehmen will in einer ersten Phase Milan 50 Millionen Euro sichern, um dessen finanzielle Lage zu stabilisieren.

"Wollen Financial Fair Play respektieren"

"Wir wollen ein nachhaltiges Betriebsmodell betreiben, das die Vorschriften des Financial Fair Play der Uefa respektiert", sagte Elliott.

Der Hedgefonds will später weiteres Kapital in den Traditionsverein investieren. Elliott vertraue Coach Gennaro Gattuso und seinen Spielern, hieß es. Spekulationen zufolge könnte Elliott die Vereinsikone Paolo Maldini zum neuen Sportdirektor ernennen. Manager Umberto Gandini, seit 23 Jahren bei Milan, soll zum Geschäftsführer aufrücken. Am Donnerstag tagt der Milan-Aufsichtsrat.

Erwartet wird, dass Elliott die chinesischen Aufsichtsratsmitglieder mit eigenen Vertretern ersetzt. Damit endet nach etwas mehr als einem Jahr die Ära Li Yonghongs und seiner Investorengruppe "Rossoneri Sport Investment Lux". Der Unternehmer hatte den Verein Berlusconi für 740 Millionen Euro abgekauft. Die Übernahme hatte er mit Darlehen von Elliott finanziert. Wegen Zahlungsproblemen konnte der Chinese die Beträge nicht zurückzahlen. Damit ebnete er Elliott den Einstieg in den Mailänder Spitzenklub.

bam/sid



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