Hamburg - Der Wett- und Manipulationsskandal im italienischen Fußball hat den Erstligisten SSC Neapel erreicht. Der aktuelle Tabellenzweite muss sich vor der Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbands (FIGC) verantworten. Seine Spieler Matteo Gianello, Paolo Cannavaro, Gianluca Grava und der ehemalige Profi Silvio Giusti stünden unter dem Verdacht, in einen Betrugsfall verwickelt zu sein. Das teilte der Verband mit.
Die Abwehrspieler Cannavaro und Grava sollen von den Absprachen gewusst, sie der FIGC aber nicht gemeldet haben. Vorausgegangen waren Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in Bari, die wegen angeblicher Schiebungen rund um das Erstligaspiel zwischen Sampdoria Genua und Neapel am 16. Mai 2010 ermittelt. Sampdoria hatte 1:0 gewonnen und sich damit die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation gesichert.
Seit 2011 ermitteln die italienischen Behörden in einem umfassenden Betrugsskandal im italienischen Fußball, unter anderem gerieten Nationalspieler in das Visier der Fahnder. Mehrere Profis und Trainer wurden bislang gesperrt.
Zugleich wurde Neapel durch die Europäische Fußball-Union Uefa zu einer Strafe verurteilt. Wegen Ausschreitungen vor der Europa-League-Partie gegen AIK Solna, bei denen zwei schwedische Anhänger von Napoli-Fans angegriffen und verletzt worden waren, darf der SSC im kommenden internationalen Spiel nur einen Teil der Tickets für das San-Paolo-Stadion verkaufen. Gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk werden 13 Sektoren der Arena leer bleiben. Außerdem muss der Club eine Geldstrafe von 150.000 Euro zahlen.
psk/sid/dpa
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