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04. Februar 2013, 15:58 Uhr

Sicherheitsdebatte

Hannovers Kind will Ultras keine Karten verkaufen

Stadionverbote, rigorose Stadionordnung - Bundesligist Hannover 96 geht seit einiger Zeit deutlich auf Konfrontationskurs mit seinen Ultras. Präsident Martin Kind denkt jetzt sogar darüber nach, ihnen in der neuen Saison den Eintritt zu verwehren.

Hamburg - "Das sind Pseudofans. Das Beste ist, sie bleiben weg", sagte Hannovers Präsident Martin Kind. Der 68-Jährige überlegt, Ultras in der nächsten Saison keine Eintrittskarten mehr zu verkaufen. Damit ginge Kind zunehmend auf Konfrontationskurs. In dieser Woche will er mit Fan-Vertretern über einen Maßnahmenkatalog für die nächste Saison diskutieren.

Hannover 96 musste für Vergehen seiner Fans in der vorigen Saison rund 80.000 Euro an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Europäische Fußball Union (Uefa) zahlen - hauptsächlich wegen des Zündens von Bengalos. Die Eintrittspreise für das Europapokalspiel gegen Anschi Machatschkala am 21. Februar wurden deshalb in zwei Fan-Blöcken erhöht.

Der Verein zählt zu den ersten Clubs, welche die Strafen direkt an die Verursacher weiterreichen. "Bei einigen hat das auch funktioniert", sagt Kind. Doch offenbar nicht bei allen. Mit der Randale im Bremer Vorort Achim, wo am Freitagabend mehrere hundert 96-Anhänger vor dem Werder-Spiel von der Polizei nach Hannover zurückgeschickt wurden, ist für Kind eine neue Stufe erreicht. Die Beamten ermittelten nach eigenen Angaben die Personalien von 434 Verdächtigten. Kind nannte das Verhalten der beteiligten Fans "völlig inakzeptabel".

Der Großeinsatz, den die Polizei in ihrem Pressebericht unter der Überschrift "Wer randaliert, wird das Spiel nicht sehen" beschrieb, wird in der Szene kontrovers diskutiert. Einzelne Augenzeugen widersprachen in der "Neuen Presse Hannover" der Darstellung der Polizei. Sie warfen den Beamten unter anderem vor, sie hätten willkürlich mit Schlagstöcken auf Fans eingeschlagen.

Auch die Fanhilfe Hannover bezeichnete das Verhalten der Polizei als überzogen und teilweise rechtswidrig. "Über 400 Fans wurden aufgrund von zwei Ordnungswidrigkeiten über Stunden festgehalten und in ihren Rechten jenseits jeglicher Verhältnismäßigkeit massiv eingeschränkt", erklärte die Organisation.

chp/dpa

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