Sieg gegen ManCity: Gomez' Doppelschlag lässt Bayern jubeln

Von

Der FC Bayern ist nicht zu stoppen: In der Champions League taten sich die Münchner gegen Manchester City zunächst sehr schwer. Doch dann schoss Mario Gomez das Team mit seinen Toren zum Sieg. Nach dem Spiel kam es zwischen Gästetrainer Roberto Mancini und Star-Stürmer Carlos Tevez zum Eklat.

Bayern vs. ManCity: Gomez clever, Boateng rustikal Fotos
REUTERS

Hamburg - Der zweite Spieltag in der Champions-League-Gruppe A hat dem FC Bayern drei Punkte und einen wichtigen Erkenntnisgewinn beschert: Sie können nicht nur die Bundesliga spielerisch beherrschen, sondern auch enge Partien gegen europäische Top-Teams für sich entscheiden. Beim 2:0 (2:0) gegen Manchester City hatten die Münchner zunächst arge Probleme, waren phasenweise sogar klar unterlegen - und gewannen dennoch dank zweier Tore von Mario Gomez (38./45.+1 Minute).

"Wir haben uns zunächst schwer getan, aber dann sehr homogen gespielt und auch verdient gewonnen", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach dem Schlusspfiff und adelte zwei seiner Spieler: "Wir haben uns zuerst nicht so viel zugetraut, aber dann sind wir besser ins Spiel gekommen. Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger haben eine Weltklasseleistung gezeigt." Doppeltorschütze Gomez sagte später: "Wir sind in einer sehr guten Phase, und es macht Spaß."

Von Anpfiff an hatte sich der FC Bayern allerdings deutlich umgewöhnen müssen: Zum ersten Mal in dieser Saison dominierte nicht der Tabellenführer der Bundesliga eine Partie, sondern der Gegner.

Die Gäste aus Manchester machten von Beginn an Druck, die Abwehrspieler von City stoppten bereits an der Mittellinie alle Offensivbemühungen der Münchner. Großes Glück hatte der FC Bayern erstmals nach zwei Minuten, als Jérôme Boateng mit einer Grätsche im eigenen Strafraum David Silva umriss, Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn aber weiterspielen ließ. Die erste Chance der Partie hatte Sekunden später der ehemalige Wolfsburger Edin Dzeko, doch FCB-Torhüter Manuel Neuer hielt den schwachen Schuss des Bosniers aus sieben Metern.

ManCity dominiert, Gomez staubt zur Führung ab

Die ersten Angriffe der Münchner stellten Joe Hart vor keine großen Probleme. Einen abgefälschten Schuss von Bastian Schweinsteiger (8.) hielt Manchesters Torhüter, der Versuch von Rafinha (10.) ging weit über das Tor. Anders als in den vergangenen Spielen kam Franck Ribéry über seine linke Seite nicht ins Spiel, der Franzose wurde von Micah Richards gut bewacht und musste oft in die Mitte oder den anderen Flügel ausweichen. Doch auch dort gab es für Ribéry und Rafinha kaum ein Durchkommen bis zur Torauslinie. Immer wieder spielten die Bayern durch die Mitte und suchten aus der Distanz den Abschluss, jedoch ohne Erfolg.

Bei den "Citizens" bekamen die Bayern Silva und Samir Nasri kaum in den Griff. Nach 22 Minuten wurde ein Schuss von Dzeko geblockt, Yaya Touré prüfte mit einem Freistoß Neuer (25.). Kurz zuvor war erneut Boateng ungestüm ins Duell mit Richards gegangen und stieß den Verteidiger um, doch erneut gab Kassai das Foul nicht. Fast im Gegenzug kamen die Münchner dann durch Toni Kroos zu einer Konterchance, der Nationalspieler scheiterte mit seinem Distanzschuss deutlich - und zog sich den Ärger Ribérys zu, der mitgelaufen war und an der Strafraumgrenze freistehend gewartet hatte. Hart parierte in der Folge die Schüsse des Franzosen (30.) und Schweinsteigers (32.). Die beste Chance vereitelte dann Vincent Kompany, der nach guter Vorarbeit Ribérys gegen Müller blockte.

Ohne Gegenspieler kam Schweinsteiger nur zwei Minuten später zum Abschluss, doch der Mittelfeldspieler brachte den Querpass aus fünf Metern nicht im Tor unter. Das gleiche Kunststück schaffte kurz darauf Thomas Müller (38.), der den bereits am Boden liegenden Hart anschoss, doch Gomez staubte aus vier Metern zum 1:0 ab. Vorausgegangen war ein Fehler Harts, der einen unplatzierten Schuss Ribérys nur hatte abprallen lassen.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte konnte der englische Nationaltorhüter erneut nur wegfausten, diesmal hatte van Buyten einen Kroos-Freistoß aufs kurze Eck verlängert. Erneut war Gomez da und wuchtete den Ball aus zwei Metern zum 2:0 ins Tor.

Gäste-Trainer Mancini setzt in Rückstand auf Defensive

Auch nach der Pause war es Gomez, der gefährlich vor das Tor der Engländer kam. Seines artistischen Einsatzes zum Trotz brachte der 26-Jährige aber eine scharfe Hereingabe von Philipp Lahm nicht mehr unter Kontrolle (58.). Lahm selbst traf den Ball kurz darauf nicht richtig, Hart hielt den Schrägschuss ohne Probleme.

ManCity-Trainer Roberto Mancini hatte zehn Minuten nach der Pause den defensiven Mittelfeldspieler Nigel de Jong für Angreifer Dzeko eingewechselt. Der Bosnier reagierte auf die Maßnahme mit hämischem Applaus. Dazu Mancini: "Das ist das letzte Mal, dass ich ein solches Verhalten toleriere."

Und auch auf dem Platz ging die Rechnung des Trainers nicht auf, im Gegenteil. Die Bayern übernahmen immer mehr die Kontrolle, die zuvor oft von Dzeko angetriebenen Vorstöße des Premier-League-Clubs wurden seltener.

Kurz nachdem Hart gut gegen Schweinsteiger gehalten hatte (72.), schien Mancini endgültig nur noch auf Ergebnissicherung bedacht zu sein. Der Italiener nahm mit Gareth Barry einen Mittelfeldspieler vom Platz und brachte stattdessen den Verteidiger Aleksandar Kolarov. Zuvor war bereits Nasri für den defensiveren James Milner ausgewechselt worden.

Mancinis Wechselstrategie sorgte bei den eigenen Spielern für Unverständnis. Angreifer Carlos Tevez, der 2009 für rund 30 Millionen Euro zu den "Citizens" gekommen war und in rund 60 Spielen über 40 Treffer erzielte, hatte sich geweigert, eingewechselt zu werden. "Wenn wir uns als Team verbessern wollen, kann er nicht mehr spielen. Wir sind fertig. Tevez wird unter mir nie wieder für City spielen", sagte Mancini.

Bayern München - Manchester City 2:0 (2:0)
1:0 Gomez (38.)
2:0 Gomez (45.+1)
München: Neuer - Rafinha, van Buyten, Boateng, Lahm - Schweinsteiger, Luiz Gustavo - Thomas Müller, Toni Kroos (83. Timoschtschuk), Ribéry (90. Robben) - Gomez
Manchester: Hart - Richards, Kompany, K. Touré, Clichy - Nasri (69. Milner), Barry (73. Kolarov), Y. Touré, Silva - Agüero, Dzeko (56. de Jong)
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 66.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Agüero, Clichy, Y. Touré, K. Touré

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 64 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ...
Greg84 27.09.2011
Heute zugegeben mal mit Glück, mindestens das Foul an da Silva war ein Elfmeter. Bei Richards fand ichs nicht ganz so klar, zumindest wär dann die Aktion gegen Ribery auch Elfmeter gewesen. Nach den 2 Toren war das Spiel dann auch vorbei. Zweite Halbzeit war nur noch Schaulaufen. Anfangs schienen mir die Bayern doch unnötig nervös, viele unnötige Ballverluste. Mit so viel Offensive von City direkt zu Anfang haben sie wohl auch nicht gerechnet.
2. kein Gegner
lassehoffe, 27.09.2011
Zitat von sysopDer FC Bayern ist nicht zu stoppen: In der Champions League taten sich die Münchner gegen Manchester City zunächst sehr schwer. Doch dann schoss Mario Gomez*das Team mit*seinen*Toren zum zweiten Gruppensieg. Der Gegner schwächte sich durch*taktisch fragwürdige*Auswechslungen selbst. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,788727,00.html
Manchester City ist nicht Manu und wurde im Vorfeld einfach maßlos überschätzt. Trotzdem erstaunlich, wie überlegen Bayern die zweite Halbzeit geschaukelt hat. Manuel Neuer hatte (brauchte) jetzt schon seit Gladbach keine Parade mehr.
3. Bild 8: ...der Jubel beim Doppel-Torschützen, der mit Müller feierte. Nach dem Seiten
shanda 27.09.2011
...auf Bild 8 feiert Gomez allerdings mit Schweinsteiger, den Sie letzten Samstag auch schon fälschlich in Sebastian umgetauft hatten...
4. Unbekannte Bayernspieler
ml133 27.09.2011
Zitat von sysopDer FC Bayern ist nicht zu stoppen: In der Champions League taten sich die Münchner gegen Manchester City zunächst sehr schwer. Doch dann schoss Mario Gomez*das Team mit*seinen*Toren zum zweiten Gruppensieg. Der Gegner schwächte sich durch*taktisch fragwürdige*Auswechslungen selbst. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,788727,00.html
Also Müller hat sich ja auch schwer verändert...wenn ich mir Bild 8 so anschaue. ;-)
5. sorry, aber ich habe leider die ersten 15 min verpasst . . .
dus–ber 27.09.2011
daher kann ich mir gar nicht vorstellen, was Sie hier in dem Artikel beschreiben. Ich habe einen FCB gesehen, der seinen Gegner beherrscht hat und dieser hat schließlich aufgegeben. Mit anderen Worten: wo sind all die Kritiker von Neuer und Co.? ichhörenichtsichhörenichtsichhörenichts . . . . . Sie stehen tumb in der Kurve und freuen sich! Ich sitze hier in DUS und gratuliere Uli Hoeneß und allen Verantwortlichen zu dieser Mannschaft, die mir (und wahrscheinlich allen Fussballfans, die Spaß am Spiel haben) große Freude bereitet. Natürlich gratuliere ich auch der Mannschaft, die ein summasummarum gutes Spiel gemacht hat. 2:0, 6 Punkte – viel Spaß beim Bankett . . . Vielen Dank dafür und Hochachtung.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fußball-News
RSS
alles zum Thema Champions League
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 64 Kommentare

Sieger Uefa Champions League
Jahr Verein
2014 Real Madrid
2013 FC Bayern München
2012 FC Chelsea
2011 FC Barcelona
2010 Inter Mailand
2009 FC Barcelona
2008 Manchester United
2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
2002 Real Madrid
2001 FC Bayern München
2000 Real Madrid
1999 Manchester United
1998 Real Madrid
1997 Borussia Dortmund
1996 Juventus Turin
1995 Ajax Amsterdam
1994 AC Mailand
1993 Olympique Marseille

Financial Fair Play
Das Financial Fair Play (FFP) ist ein Uefa-Reglement zur Lizenzierung der Clubs für die Teilnahme an europäischen Clubwettbewerben. Darin sind unter anderem sportliche, infrastrukturelle, rechtliche und finanzielle Bedingungen aufgeführt, die von den Clubs erfüllt werden müssen. So müssen im Verlauf der letzten drei Jahre beispielsweise die Einnahmen die Ausgaben ausgleichen. Ist das nicht der Fall, kann die Differenz durch private Geldgeber oder Investoren ausgeglichen werden, allerdings bislang nur bis zu einem Betrag von 45 Millionen Euro. Ab 2018 soll neu verhandelt werden, wie hoch dieser Betrag sein darf. Das langfristige Ziel besteht darin, den Betrag auf null zu senken. Bei Verstößen kann die Uefa die Clubs sanktionieren. Dies können Geldstrafen bei kleineren Verstößen sein und sogar der Ausschluss vom Europapokal bei schweren Vergehen gegen das FFP. Die Vereine haben mit der Uefa vereinbart, die Sanktionen zu akzeptieren.
Themenseiten Fußball