Hamburg - Dieser Mann ist nicht zu stoppen: Luca Toni erzielte beim 2:1-Sieg der Bayern nach Verlängerung (1:0/1:1/2:1) beide Tore und sorgte für den 14. Triumph der Münchner im DFB-Pokal. Borussia Dortmund verpasste dagegen die Chance, eine verkorkste Saison noch zu retten, darf sich aber immerhin mit der Uefa-Cup-Teilnahme im kommenden Jahr trösten. Diese hat das Team von Trainer Thomas Doll sicher, da Pokalsieger Bayern in der Champions League antreten wird.
"Das war natürlich ein schöner Abschied aus Berlin. Ich freue mich, weil es ein dramatisches Spiel war. Am Ende waren wir der glückliche Sieger", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, der die Münchner nach dieser Saison verlässt, um die Schweizer Nationalelf zu trainieren.
Vor etwa 73.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion war sein Team schon in der elften Minute in Führung gegangen: Nach einem Querpass von Frack Ribéry hatte Stürmer Toni keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken. BVB-Keeper Marc Ziegler war ohne Chance.
In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie ohne große Höhepunkte. Die Bayern hatten es nicht so leicht wie beim 5:0-Sieg vergangene Woche, eine vergebene Kopfballchance von Miroslav Klose sollte vorerst die einzige Möglichkeit für den Rekordmeister bleiben (25.).
Die Borussia zeigte sich dagegen stark verbessert: Christian Wörns und Co. standen sicher in der Defensive, konnten die Bayern allerdings kaum unter Druck setzen. Nur einmal hatten die Münchner zunächst Glück: Verteidiger Martin Demichelis rannte Alexander Frei im Strafraum um, doch statt Elfmeter für Dortmund gab es Freistoß für Bayern - Frei stand zuvor bei der Ballabgabe hauchdünn im Abseits (35.).
Kurz vor der Pause erspielte sich Dortmund dann die ersten Chancen, doch Florian Kringe drosch den Ball über das Tor (41.), und ein Schuss des Brasilianers Tinga wurde am Fünfmeterraum in letzter Sekunde abgeblockt (44.).
Nach dem Seitenwechsel wäre Klose bei zwei Ecken innerhalb von zwei Minuten beinahe die Vorentscheidung gelungen: Den ersten Kopfball setzte er noch Zentimeter am linken Pfosten vorbei (51.), den zweiten klärte Dortmunds Jakub Blaszczykowski auf der Linie (53.).
Anschließend gewann das Spiel deutlich an Tempo, vor allem die Borussia wollte mir aller Macht ein Tor erzwingen. Mittelfeldmann Kringe scheiterte mit einem Volley an Kahn (66.) und setzte nur zwei Minuten später einen Kopfball ans Außennetz (68.). Auch Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sah nun, dass die Partie zu kippen drohte und brachte mit Lukas Podolski für Klose einen frischen Mann.
Tatsächlich hätte der Nationalstürmer wenig später fast für Erlösung bei den Bayern-Fans gesorgt. Ribéry war aus spitzem Winkel an Torwart Ziegler gescheitert, den Abpraller nahm Podolski aus elf Metern direkt - und traf nur BVB-Verteidiger Robert Kovac, der sich auf der Torlinie in die Schussbahn warf.
Das sollte nicht die letzte gute Dortmunder Szene sein: In der Nachspielzeit nutzte Mladen Petric die Verwirrung in der Bayern-Abwehr aus und erzwang mit seinem fünften Tor im laufenden Wettbewerb die Verlängerung (92.).
In der Nachspielzeit begannen die Dortmunder schwungvoll, Kringe zwang Kahn mit einem Distanzschuss zu einer Glanzparade (100.). Noch besser machte es allerdings Toni auf der anderen Seite, als er einen Schuss entscheidend abfälschte und so die erneute Bayern-Führung erzielte (103.).
Die Vorentscheidung fiel, als Blaszczykowski nach einem Foul an Christian Lell die Gelb-Rote-Karte sah (108.). Die Borussia mühte sich zwar weiter, den Ausgleich zu erzielen, doch noch einmal ließen die Münchner den Sieg nicht aus den Händen gleiten.
"Das ist natürlich sehr bitter. Wir haben in der 90. Minute den Ausgleich geschossen, den wir uns erkämpft und verdient haben. Am Ende haben die Bayern Dusel gehabt, mit zehn gegen elf war es natürlich auch schwer", ärgerte sich BVB-Profi Sebastian Kehl.
Erleichterung dagegen bei Bayern-Kapitän Kahn: "Das Spiel selbst war anstrengend, wir haben es fast noch aus der Hand gegeben. Diese ominöse 90. Minute verfolgt mich seit 20 Jahren. Aber wenn man das so oft erlebt, wird man robust."
Der 38-Jährige durfte zudem einen persönlichen Rekord feiern. Es war sein sechster Triumph im DFB-Pokal, das ist zuvor noch keinem Bundesliga-Profi gelungen.
hut
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