ThemaChampions LeagueRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Sieg in der CL-Qualifikation Robben rettet Bayerns Offensiv-Ehre

Foto: Getty Images

Die Abwehr funktioniert, doch der Angriff vergab Chancen in Hülle und Fülle. Bayern München zeigt auch beim glanzlosen Erfolg gegen Zürich in der Champions-League-Qualifikation zwei Gesichter - und lieferte ein seltsames Verwirrspiel um den Präsidenten Uli Hoeneß ab.

Jupp Heynckes kam kurz vor Mitternacht als Letzter der Bayern-Crew zu den wartenden Journalisten in die Mixed-Zone. Trotz der vorgerückten Stunde lieferte der Trainer des FC Bayern die denkbar präziseste Analyse für den ungefährdeten, aber glanzlosen 2:0-Heimsieg seiner Mannschaft im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Zürich: "Wir haben sehr gut begonnen, dann die Zügel locker gelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns wieder aufgerafft, den Gegner unter Druck gesetzt. Insgesamt haben wir es aber versäumt, das Ergebnis höher zu schrauben. Dennoch: Es war wichtig, zu null zu spielen", sagte Heynckes.

Der deutsche Rekordmeister hat sich - und dies ist für die Bayern eine durchaus beruhigende Erkenntnis einer vor allem in der ersten Halbzeit eher lauen Sommerpartie - durch die Treffer von Bastian Schweinsteiger (achte Minute) und Arjen Robben (72.) eine sehr gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am kommenden Dienstag im Zürcher Letzigrund-Stadion geschaffen. Bedeutender als diese zu erwartende Konstellation sind allerdings zwei Entwicklungen, die sich bereits nach wenigen Pflichtspielen andeuten.

Zum einen fällt die neue defensive Ordnung der Bayern auf: In den ersten vier Partien hat die Abwehrreihe um Torwart Manuel Neuer, Linksverteidiger Philipp Lahm, den Innenverteidigern Holger Badstuber und Jérôme Boateng sowie Rechtsverteidiger Rafinha nur ein einziges Tor zugelassen - das allerdings zum 1:0-Auswärtserfolg Mönchengladbachs in München führte.


Mit Blick auf den Sieg gegen Zürich sagen die Zahlen nicht unbedingt viel aus, zumal die harmlose Offensive der Eidgenossen kein echter Gradmesser war: Jedoch wirkt die Abwehrreihe mit den Zugängen Rafinha und Boateng in diesen ersten Wochen wesentlich stabiler, ballsicherer, umsichtiger als die Bayern-Defensive vor einem halben Jahr.

Die Offensive hat sich noch nicht gefunden

Die Tore-Verhinderer haben sich bei den Bayern erstaunlicherweise schneller gefunden als das einstige Prunkstück unter dem einstigen Trainer Louis van Gaal: die Offensive. Dort zeigte sich im Spiel gegen Zürich einmal mehr, dass Jupp Heynckes noch nicht das richtige Gleichgewicht gefunden hat. Auch die Maßnahme, Toni Kroos von Beginn an für Thomas Müller aufzustellen, brachte wenig ein.

Viele Angriffsaktionen wurden zwar schnell vorgetragen, endeten aber allzu oft mit einer Ungenauigkeit, einem Fehlpass oder einem schlichten Missverständnis. Heynckes' Mannschaft ist hier, wie Kapitän Philipp Lahm nach dem Zürich-Spiel nicht müde wurde zu betonen, am ehesten "in einer Entwicklung, einem Prozess". Man hatte den Eindruck, dass die Einzelkönner den gemeinsamen Plan verkennen, mit dem die gegnerische Abwehr ausgespielt werden kann.

Hinzu kamen Unzulänglichkeiten bei den großen Chancen durch Lahm (12.), Stürmer Mario Gomez (51.), wieder Lahm (53.) und auch Pech bei Franck Ribérys schönem Freistoß an den Pfosten (60.). Immerhin können sich die Bayern offenbar wieder auf die Geistesblitze ihres wohl größten Individualisten Arjen Robben verlassen, dem in der 72. Minute ein für ihn so typischer, schöner Schlenzer mit dem linken Innenrist aus halbrechter Position zum 2:0-Endstand in den Winkel des Zürcher Tores gelang.

An der Abstimmung hapert es auch außerhalb des Platzes

Dem Niederländer ist es zu verdanken, dass die mangelnde Chancenverwertung nicht zum Thema des Abends wurde. So überwog am Ende denn doch die Zuversicht der Bayern, im Rückspiel in Zürich die für das Konto und das Renommee so wichtige Gruppenphase für die Champions League zu erreichen.

Nicht nur auf dem Platz brauchen die Bayern noch Zeit, die bislang mangelhafte Abstimmung zu verbessern und ein Gleichgewicht zwischen Defensive und Offensive zu finden. Dies wurde deutlich, als nach dem Spiel in der Interview-Zone ein etwas lächerliches Kasperletheater begann: Ein Fernsehsender hatte verbreitet, dass Bayern-Präsident Uli Hoeneß zur Halbzeit in der Mannschaftskabine gewesen sei, um den Spielern nochmals die Bedeutung einer erfolgreichen Champions-League-Qualifikation klarzumachen.

Die Bayern-Spieler Schweinsteiger und Boateng wollten ihn wie Robben jedoch gar nicht in der Kabine gesehen haben, Torhüter Manuel Neuer sagte wiederum: "Er war in der Kabine, hat zu den Spielern aber nichts gesagt." Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte dann schon leicht angefressen, dass Hoeneß nicht in der Kabine gewesen sei.

Kapitän Lahm setzte dem peinlichen Verwirrspiel dann die Krone auf: "Direkt in der Kabine bei der Mannschaft war er nicht. Aber unsere Kabine ist größer als ein Raum." Auch hier fand Bayern-Trainer Jupp Heynckes das passende Schlusswort: "Er hat nichts in der Kabine gemacht, Junge", maßregelte Heynckes den fragenden Reporter, "ich weiß nicht, wie ihr alle dazu kommt. Ansonsten hätte ich das ja wissen müssen."

Auch dieses Stück aus dem Kuriositätenladen zeigt: Der Entwicklungsprozess der Bayern ist längst nicht abgeschlossen. Auch abseits des Feldes.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 21 Beiträge
Greg84 18.08.2011
Kerner war doch den ganzen Abend nur auf Provokation aus. Was wollte er damit erreichen noch mal die Szenen aus dem nicht gerade guten Spiel gegen Wolfsburg zu zeigen? Die anwesenden haben das alle live gesehen. Dann nach dem [...]
Kerner war doch den ganzen Abend nur auf Provokation aus. Was wollte er damit erreichen noch mal die Szenen aus dem nicht gerade guten Spiel gegen Wolfsburg zu zeigen? Die anwesenden haben das alle live gesehen. Dann nach dem Aufzeigen des Schlechten kam gleich die Anspielung auf das Finale in München, da war Hoeneß vollkommen verständlich ein wenig irritiert. Naja, vielleicht haben Journalisten auch nur die Aufgabe nachzubohren, weil sie sonst nichts zu sagen haben. Ich weiß auch nicht warum es für Außenstehende eine Rolle spielen sollte ob Hoeneß zur Halbzeit in die Kabine geht oder nicht. Die 2. Halbzeit war besser aber es war auch abzusehen, dass Heynckes den Spielern ins Gewissen redet. Nur schade, dass es nicht mehr als 2 Tore geworden sind, die Chancen waren ja da. Sie sollten allerdings nicht versuchen den Ball ins Tor zu tragen. Lahm und Gomez hatten jeweils gute Schusschancen in Halbzeit eins aber durch unnötiges Abspiel bzw. Versuch den Abwehrspieler aussteigen zu lassen, wurden sie vergeben.
Minkffm 18.08.2011
Habs im italiensichen FErnsehen geschaut. Da wurde wengistens treffend und fachorientiert analysiert: 1. Bayern fehlt noch ein wenig die KRaft, was fuer eine TopMannschaft zu diesem Zeitpuntk der Saison voellig normal ist. [...]
Zitat von Greg84Kerner war doch den ganzen Abend nur auf Provokation aus. Was wollte er damit erreichen noch mal die Szenen aus dem nicht gerade guten Spiel gegen Wolfsburg zu zeigen? Die anwesenden haben das alle live gesehen. Dann nach dem Aufzeigen des Schlechten kam gleich die Anspielung auf das Finale in München, da ....
Habs im italiensichen FErnsehen geschaut. Da wurde wengistens treffend und fachorientiert analysiert: 1. Bayern fehlt noch ein wenig die KRaft, was fuer eine TopMannschaft zu diesem Zeitpuntk der Saison voellig normal ist. Daher auch die mangelnde Chancenauswertung. 2. Zuerich war in allen Belangen unterlegen, vor allem in der Abwehr. Bayern schlaegt diese Mannschaft auch mit 75% Leistungsvermoegen. 3. Bayern's Offensive zaehlt zu den Top5 in Europa, aber die Abwehr wirkt ein wenig hoelzern Habe teilweise gar nicht hinschauen muessen, weil die kommentatoren (sind immer 2) selbst die Bewegungen, die nciht von den Kameras aufgefangen wurden, ansprachen.
cheguevara73 18.08.2011
er mag zwar torschützenkönig 2011 gewesen, in den wichtigen spielen versagt er. champions league gegen inter mailand. er hätte das ding schon entschieden haben können und die bayern fliegen noch raus. weltklasse sieht anders [...]
Zitat von sysopDie Abwehr funktioniert, doch der Angriff vergab Chancen in Hülle und Fülle. Bayern München zeigt auch beim glanzlosen Erfolg gegen Zürich in der Champions-League-Qualifikation zwei Gesichter - und lieferte ein seltsames Verwirrspiel um den Präsidenten Uli Hoeneß ab. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,780892,00.html
er mag zwar torschützenkönig 2011 gewesen, in den wichtigen spielen versagt er. champions league gegen inter mailand. er hätte das ding schon entschieden haben können und die bayern fliegen noch raus. weltklasse sieht anders aus. ich bin mir sicher, das ein miro klose aus den chancen seine tore gemacht hätte. man könnte fc robben sagen, den ohne ihn, geht so gut wie nichts. seine ideen machen den unterschied, und keiner, weder ribery, müller oder der selbsternannte "cheffchen" schweinsteiger können da irgendetwas ändern. ohne robben ist das nur eine überbezahlte ballhaltetruppe. das spiel gegen zürich war sowas von langweilig, da konnte man froh sein, das wenigstens das kommentar (auf sat 1) nocht für unterhaltung sorgte.
skuke 18.08.2011
Meinen Sie, Gomez versagt in so entscheidenden Spielen wie dem gestrigen gegen Zürich?... Kommen Sie!! Vergebene Chancen in wichtigen Spielen kommen nun mal vor und sind völlig normal, das sind keine Roboter auf dem Spielfeld. [...]
Zitat von cheguevara73er mag zwar torschützenkönig 2011 gewesen, in den wichtigen spielen versagt er. champions league gegen inter mailand. er hätte das ding schon entschieden haben können und die bayern fliegen noch raus. weltklasse sieht anders aus. ich bin mir .....
Meinen Sie, Gomez versagt in so entscheidenden Spielen wie dem gestrigen gegen Zürich?... Kommen Sie!! Vergebene Chancen in wichtigen Spielen kommen nun mal vor und sind völlig normal, das sind keine Roboter auf dem Spielfeld. Würde es knappe Fehlentscheidungen, vergebene Chancen und und und nicht geben, wäre Fußball nicht emotional, sondern vorhersehbar. Und "FC Robben" ist genau der gleiche Mist. Logisch, Robben ist ein toller Spieler. Aber der Kader ist unheimlich stark mit Spielern wie Lahm, Müller, Schweinsteiger, Kroos, Gomez...alles Nationalmannschaftsspieler. Diese Spieler haben in zahlreichen Spielen überzeugend ihre Leistung präsentiert. Und was Robben angeht: Böse Zungen könnten behaupten, er wäre kein Weltklassespieler, weil er mit rechts nicht schießen kann und immer nach innen zieht. Aber das ist genau so großer Mist wie zu behaupten, Gomez ist ein besch****** Stürmer, weil er seine Chancen nicht reinmacht. Keine Angst, ich bin kein Bayern-Fan. Mich hat ein Stürmer namens T. Gekas in der letzten Saison um den Verstand gebracht. Und Kerner ist eine Witzfigur, vielleicht finden Sie ihn deshalb so unterhaltsam. D:
taubenvergifter 18.08.2011
was wird denn hier für ein Fass aufgemacht? Die Aussagen der Spieler passen doch zueinander. Hoeness war in einem Raum der Spielerkabine - nicht aber in dem, in dem die Spieler saßen und die Ansprache von Heynckes hörten.
was wird denn hier für ein Fass aufgemacht? Die Aussagen der Spieler passen doch zueinander. Hoeness war in einem Raum der Spielerkabine - nicht aber in dem, in dem die Spieler saßen und die Ansprache von Heynckes hörten.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
alles aus der Rubrik Fußball
alles zum Thema Champions League

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Themenseiten Fußball
Tabellen





TOP



TOP