Kroatischer Nationalspieler Simunic jubelt mit faschistischer Ustascha-Parole

Josip Simunic empört die kroatische Fußball-Nation: Der frühere Bundesliga-Spieler feierte nach dem Sieg der Kroaten gegen Island mit dem alten Ustascha-Gruß, einer faschistischen Parole. Der 35-Jährige bereut seine Geste nicht, er sei ein Fan seiner Heimat.

Kroatien-Spieler Simunic: "Za Dom - Spremni!"
AP

Kroatien-Spieler Simunic: "Za Dom - Spremni!"


Hamburg - Der frühere Bundesliga-Fußballer Josip Simunic hat nach dem Sieg seines kroatischen Nationalteams gegen Island in den WM-Playoffs für hässliche Szenen gesorgt. Der 35-Jährige brüllte im Anschluss an die Partie vor den kroatischen Anhängern in Zagreb eine faschistische Ustascha-Parole ins Mikrofon: "Za Dom - Spremni!", was übersetzt "Für die Heimat - Bereit!" heißt.

Der ehemalige HSV- und Hoffenheim-Spieler sagte laut kroatischen Medien im Anschluss: "Ich wollte das schon immer mal tun. Und mich kümmert es nicht, ob man mich dafür bestrafen kann. Ich bin ein Fan von Kroatien, meiner Heimat." Bereuen würde er seine Geste nicht, sagte er: "Alle, die sich aufregen, sollten lieber die Geschichte studieren. Ich habe nichts Falsches gemacht."

Die Ustascha war ein 1929 in Kroatien gegründeter nationalistisch-terroristischer Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung mit Annäherung an das faschistische Italien und nationalsozialistische Deutschland entwickelte.

In Kroatien ist die Empörung über Simunic' Verhalten deshalb groß, Zeitungen schreiben von einer "Schande". Simunic habe die Freude über die geglückte Qualifikation für das Turnier in Brasilien im kommenden Jahr "kaputt gemacht".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Simunic habe die rechte Hand gehoben. Das ist falsch, es war die linke Hand. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

psk



© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.