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Aus für Slomka in Hannover: Gescheitert an den eigenen Ansprüchen

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Slomkas Aus in Hannover: 96 in der Krise Fotos
DPA

Hannover 96 hat einen Schlussstrich gezogen und sich von Trainer Mirko Slomka getrennt. Ob damit die sportliche Talfahrt der Niedersachsen endet, ist fraglich. Beim Club klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander - daran trägt auch Slomka Mitschuld.

Hamburg - Wirklich überrascht haben dürfte Mirko Slomka die Nachricht von seiner Beurlaubung nicht mehr, die ihn am Freitag in seinen Ferien in Abu Dhabi erreichte. Spätestens nachdem Hannovers Clubchef Martin Kind vor wenigen Tagen freimütig zugegeben hatte, dass er Sportdirektor Dirk Dufner angewiesen habe, eine Liste mit potenziellen Nachfolgern zusammenzustellen, war klar: Slomka hat als Trainer von Hannover 96 wohl keine Zukunft mehr.

Nur einen Sieg aus den zurückliegenden elf Spielen, kein einziger Punkt aus acht Auswärtsspielen, Tabellenplatz 13 - die sportliche Erfolglosigkeit wurde dem Coach am Ende zum Verhängnis. Denn in Hannover sind die Ziele deutlich höher gesteckt: "Platz drei ist mutig und provokativ, aber Rang sechs ist realistisch, und den möchte ich schon gerne erreichen", hatte Clubchef Kind noch zu Saisonbeginn gesagt: "Manager und Trainer tragen das mit."

Mit dem teuersten Kader der Clubgeschichte sollte Slomka Hannover zurück in den Europapokal führen. Ein Unterfangen, das auf den ersten Blick nicht unrealistisch erschien. In den vergangenen drei Spielzeiten hatten sich die 96er immerhin zweimal für die Europa League qualifizieren können. Lediglich in der Spielzeit 2012/2013 reichte ein neunter Platz am Ende nicht für das internationale Geschäft.

Große Konkurrenz im Kampf um Europa

Allerdings war genau dieser neunte Platz aus der vergangenen Saison schon ein Fingerzeig auf den Abwärtstrend der Niedersachsen. Im Sommer versuchten die Verantwortlichen des Clubs dem entgegenzuwirken, indem die Mannschaft auf entscheidenden Positionen umgekrempelt wurde. Stammspieler wie Karim Haggui, Mohammed Abdellaoue, Konstantin Rausch (alle VfB Stuttgart), Mario Eggimann (Union Berlin) oder Sérgio da Silva Pinto (UD Levante) wurden teilweise ablösefrei abgegeben.

Im Gegenzug wurde für viel Geld eingekauft: Allein die Innenverteidigung rüsteten die 96er mit Marcelo (PSV Eindhoven) und Salif Sané (AS Nancy-Lorraine) für knapp fünf Millionen Euro auf. Für die Offensive verpflichtete Hannover zudem noch Leonardo Bittencourt von Borussia Dortmund für 2,8 Millionen Euro und Edgar Prib (2,5 Millionen/Greuther Fürth). Wirklich überzeugen konnte in der Hinrunde allerderdings keiner der Millionen-Zugänge.

Während Hannover seine spielerische Qualität nicht entscheidend verbessern konnte, ist die ohnehin schon große Konkurrenz im Kampf um die Europapokalplätze nicht kleiner geworden - ganz im Gegenteil. Mit Hertha BSC mischt neben den üblichen Verdächtigen wie Wolfsburg oder Schalke in dieser Saison selbst ein Aufsteiger im Rennen um die Plätze fünf und sechs mit.

Spielerische Klasse fehlt

Angesichts des Umbaus der Mannschaft und der starken Konkurrenz hätten Kind, Slomka und Co. möglicherweise gut daran getan, die eigenen Ziele etwas defensiver zu formulieren - wie das etwa in Bremen vor der Saison der Fall war. Die 96er scheinen sich in Sachen eigener Ansprüche aber stattdessen lieber an einem anderen großen Club im Norden zu orientieren. Dem Hamburger SV.

Genau wie bei den Hamburgern, die in der Tabelle sogar noch einen Platz hinter Hannover liegen, klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein großes Loch. Europa ist das ausgemachte Ziel, in der Realität gibt die spielerische Klasse der Mannschaften aber momentan nicht mehr als das graue Tabellenmittelfeld her. Wie zuvor bereits die Hamburger hat sich deshalb nun auch Hannover zu dem Schritt entschieden, der in so einem Fall fast zwangsläufig folgt: Die Entlassung des Trainers.

Ob allerdings ein neuer Trainer in Hannover die Träume von Europa noch in dieser Saison erfüllen kann, scheint fraglich. Potentielle Kandidaten werden sich gut überlegen, ob sie sich den Posten unter den gegebenen Umständen überhaupt zumuten wollen.

Hannovers Wunschtrainer Thomas Schaaf hatte zuletzt offenbar schon dankend abgewinkt.

Mit Material von dpa

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1.
benedetto089 27.12.2013
Zitat von sysopDPAHannover 96 hat einen Schlussstrich gezogen und sich von Trainer Mirko Slomka getrennt. Ob damit die sportliche Talfahrt der Niedersachsen endet, ist fraglich. Beim Club klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander - daran trägt auch Slomka Mitschuld. http://www.spiegel.de/sport/fussball/slomkas-aus-in-hannover-gescheitert-an-den-eigenen-anspruechen-a-941036.html
Wahre Worte! Auch die Parallelen zwischen den Ahnungslosen Chefs sind nicht zu übersehen. Aber es greifen halt die üblichen Mechanismen.
2. Wenn Mentalität und Atmosphäre in einem Club nicht mehr stimmen, ...
jautaealis 27.12.2013
... dann wirkt ein Trainerwechsel sogar kontraproduktiv! Vielmehr müsste massiv auf Spieler und Fans eingewirkt werden...
3. Entlassung war richtig.
frank_w._abagnale 27.12.2013
Mannschaft und Spieler von H96 entwickeln sich seit Jahren unter Slomka zurück. Da hilft auch kein Verweisen auf alte Erfolge. Im Tagesgeschäft Fußballbundesliga zählt nur das Hier und Jetzt. Das war so, ist so und wird immer so bleiben. Ob es einem nun gefällt oder auch nicht.
4. Martin Kind
odins_krautsalat 27.12.2013
...war und ist doch die (seriöse) Außenwirkung des Vereins so wichtig. Mit der Art & Weise, WIE Slomka gegangen worden ist, hat er den Verein der Lächerlichkeit preisgegeben. Welcher neue Trainer mag denn bitte ernsthaft unter dieser Führung arbeiten wollen??
5.
lofi 27.12.2013
Zitat von frank_w._abagnaleMannschaft und Spieler von H96 entwickeln sich seit Jahren unter Slomka zurück. Da hilft auch kein Verweisen auf alte Erfolge. Im Tagesgeschäft Fußballbundesliga zählt nur das Hier und Jetzt. Das war so, ist so und wird immer so bleiben. Ob es einem nun gefällt oder auch nicht.
Ja genau das Tagesgeschäft. Und das besagt: H96 muß um die internationalen Plätze spielen. Kaum führt ein Trainer einen Durchschnittsverein 2x hintereinander in den Europapokal, denkt eine bekloppte Führung: das muß jetzt immer so sein. Und bei der ersten richtigen Delle zählt alles vorherige nicht mehr. Hannover wird mit einem 0815-Trainer gegen den Abstieg spielen, und Slomka sicher bald wieder einen Job finden.
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