Ausschreitungen in Spanien Anhänger von Deportivo tödlich verletzt

Ein Todesfall schockt den spanischen Fußball: Vor dem Spiel zwischen Atlético Madrid und Deportivo La Coruna wurde ein Anhänger der Gäste bei Ausschreitungen so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus für klinisch tot erklärt wurde.

Rettungswagen in La Coruña: Ein Fan starb bei Ausschreitungen
DPA

Rettungswagen in La Coruña: Ein Fan starb bei Ausschreitungen


Hamburg - Bei Ausschreitungen zwischen Anhängern des spanischen Meisters Atlético Madrid und Deportivo La Coruna ist ein 43 Jahre alter Mann gestorben. Nach Angaben der Rettungskräfte erlitt der Fan der Gästemannschaft bei der Auseinandersetzung schwere Kopfverletzungen sowie eine Unterkühlung, nachdem er in den Fluss Manzanares geworfen worden war.

Nach seiner Einlieferung ins Hospital Clínico Universitario San Carlos wurde er für klinisch tot erklärt und konnte dann zunächst wiederbelebt werden. Mittlerweile ist er aber den Folgen eines Herz- und Atemstillstands erlegen, berichteten Medien unter Berufung auf die behandelnden Ärzte einer Madrider Klinik.

Rund 200 Angehörige von organisierten Fangruppen waren nach Polizeiangaben am Sonntagmorgen in unmittelbarer Nähe des Atlético-Stadions Vicente Calderón mit Stöcken, zerbrochenen Flaschen, Eisenstangen und Messern aufeinander losgegangen. Insgesamt elf Menschen seien dabei zum Teil schwer verletzt worden, darunter auch eine Beamtin. 25 Personen seien festgenommen worden, hieß es. "Die Fans haben plötzlich brutal aufeinander eingeschlagen, viele Menschen sind in den Fluss gestürzt, das war ein Horror!", wurde eine Augenzeugin von der Zeitung "El País" zitiert.

Weiter hieß es, dass die Ausschreitungen bereits am Vormittag nach der Ankunft der Fan-Busse aus Galizien entbrannten. Das Spiel im Vicente Calderon wurde um 12 Uhr angepfiffen und endete 2:0 für Atlético.

Der spanische Ligaverband LFP erklärte, wegen der Vorfälle auf eine kurzfristige Absage des Spiels gedrängt zu haben. Aus Angst vor weiterern Gewaltakten hätten Atlético und Deportivo aber auf die Austragung der Partie bestanden. "Heute ist einer der traurigsten Tage in der Geschichte des spanischen Fußballs", sagte Deportivo-Trainer Víctor Fernández sichtlich erschüttert nach dem Abpfiff, noch bevor die Nachricht vom Tod des Mannes bekannt gegeben wurde.

Atlético verurteilte in einer auf der Vereins-Homepage publizierten Erklärung die Vorfälle: "Die durch den Sport geförderten Werte müssen über jede Konkurrenz erhaben sein. Wir müssen gemeinsam die Geißel der Gewalt bekämpfen."

krä/sid/dpa



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