Sperren Kollektiver Amoklauf im Kabinengang

Uruguays Fußballer gelten als die härtesten der Welt. Zuletzt bekamen dies die Spieler von Flamengo Rio de Janeiro im "Copa Mercosur" zu spüren. Halbfinal-Gegner Penarol, Meister aus Uruguay, knöpfte sich nach dem Schlusspfiff die brasilianischen Kicker erst richtig vor.


Asunción - Uruguays Meister Penarol hat die schweren Ausschreitungen seiner Spieler im Halbfinale um den "Copa Mercosur" mit Sperren zwischen drei und zehn Spielen geahndet. Zudem wurde der frühere Nationalspieler Bengoecha wegen eines positiven Dopingbefundes im Anschluss an die Partie für drei Monate suspendiert. In Urin des Mannschaftskapitäns wurde eine unzulässig hohe Koffein-Konzentration nachgewiesen.

Seine Teamkameraden hatten sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Rückspiels der Vorschlussrunde gegen Brasiliens Ex-Meister Flamengo Rio de Janeiro in einem kollektiven Amoklauf auf ihre Gegenspieler gestürzt, nachdem sie trotz eines 3:2-Sieges den Finaleinzug verpasst hatten. Die Brasilianer flüchteten in ihre Kabine, wobei drei Spieler aber offensichtlich zu langsam waren und Opfer der wüsten Tritte und Schläge wurden. Ein Gäste-Akteur stürzte dabei mehrere Treppenstufen hinunter und wurde verletzt. Flamengo beantragte mittlerweile beim Südamerikanischen Fußball-Verband (CSF) den Ausschluss Penarols vom Libertadores Cup.

Am härtesten büßen muss Walter Pandiani den Black Out seines Teams. Er wurde gleich für zehn Spiele gesperrt, bei sechs Begegnungen zusehen muss Martin Garcia. Sieben weitere Spieler wurden für drei Begegnungen suspendiert. Die CSF verhängte darüber hinaus eine Geldstrafe von umgerechnet knapp 19.000 Mark gegen den Verein.



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