Spiel kurz vor Abbruch Raketen und Randale im Oberliga-Ostderby

Kein Wochenende ohne Gewalt: Bei der Oberliga-Begegnung zwischen dem FSV Zwickau und dem Chemnitzer FC ist es auf den Rängen zu Ausschreitungen gekommen. Das Spiel wurde aufgrund von Leuchtraketen, die auf das Spielfeld gefeuert wurden, lange unterbrochen und stand kurz vor dem Abbruch.


Zwickau - Schiedsrichter Oliver Mattig unterbrach das Spiel zwischen dem Tabellendreizehnten aus Zwickau und dem Tabellenzweiten aus Chemnitz (Endstand 1:1) in der 70. Minute und schickte beide Mannschaften in die Umkleideräume, nachdem aus den Fanblöcken Raketen auf den Platz geschossen wurden. Die Polizei trennte daraufhin die Fanblöcke aus Zwickau durch eine Beamtenkette.

Nach 15-minütiger Unterbrechung wurde das Spiel in Absprache mit den Einsatzkräften fortgesetzt. Wegen der Ausschreitungen legte Zwickaus Vereinspräsident nach Spielschluss unter Tränen sein Amt nieder, "weil ich sowas nicht mittragen kann".

Bereits in der 50. Minute hatte der Referee das Spiel vorübergehend unterbrochen, nachdem auf den Rängen erstmals Feuerwerkskörper gezündet worden waren. Nach einer Stadiondurchsage, in der auf den drohenden Spielabbruch bei Wiederholung hingewiesen wurde, hatte Mattig die Begegnung wieder angepfiffen.

"Es war mit Schiedsrichter und Schiedsrichter-Beobachter Adolf Prokop abgesprochen, dass bei Störungen, die eine Spielunterbrechung erforderlich machen, die Mannschaften in die Kabine geführt werden", sagte der zur Spielaufsicht eingesetzte Bernd Stumpf vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV).

Bereits am Vortag war es nach Ende des Oberliga-Spiels VFC Plauen gegen FC Sachsen Leipzig in Plauen zu Zwischenfällen gekommen. Nach Polizeiauskunft kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Leipziger Anhängern und der Polizei. Vier Beamte wurden unter anderem durch Flaschenwürfe leicht verletzt, eine Polizistin musste ins Krankenhaus gebracht werden.

mig/dpa



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