Spiel um Platz drei Deutsche Stars krank - Vorteil für Uruguay

Kapitän Lahm: krank, Klose: krank, Podolski krank - und noch weitere deutsche Spieler fallen vor dem Spiel um Platz drei aus. Mit großen Personalsorgen geht Bundestrainer Joachim Löw in die Partie gegen Uruguay. Immerhin ist der zuletzt gesperrte Thomas Müller wieder mit dabei.

DFB-Kapitän Lahm: Grippe zwingt ihn zum Aussetzen
ddp

DFB-Kapitän Lahm: Grippe zwingt ihn zum Aussetzen


Hamburg - Fast das gesamte Turnier hindurch konnte Bundestrainer Joachim Löw seine Wunschformation aufbieten - ausgerechnet im letzten Spiel fehlen ihm dagegen wichtige Spieler. Miroslav Klose ist wegen seiner Rückenverletzung aus dem Spanien-Spiel nicht dabei, Lukas Podolski und Philipp Lahm müssen wegen einer im deutschen Team grassierenden Grippe passen. Cacau rückt im Sturm nach, der Hamburger Dennis Aogo in der Verteidigung, Marcell Jansen für Podolski, und Bastian Schweinsteiger wird an Lahms Stelle Kapitän.

Auch Mario Gomez leidet an dem grippalen Infekt - und Tim Wiese, der quasi als Belohnung statt Manuel Neuer im Tor stehen sollte, fällt wegen einer Knieverletzung ebenfalls aus. So kommt der 36-jährige Hans-Jörg Butt auf seine alten Tage noch zu seinem ersten WM-Einsatz.

Wenn eine spätere Einwechslung von Miroslav Klose unmöglich ist, hätte dieser bei der aktuellen WM keine Möglichkeit mehr, den ewigen Torrekord des Brasilianers Ronaldo einzustellen. Dieser hat bislang 15 WM-Treffer erzielt - Klose liegt noch bei 14.

So ist der Gegner aus Uruguay, an sich klarer Außenseiter, plötzlich in der besseren Position. Bei den Himmelblauen sind beide Stürmerstars, Diego Forlán und Luis Suárez, mit von der Partie. Forlán, der aus dem Halbfinale gegen die Niederlande ebenfalls eine Verletzung mitgebracht hatte, kann spielen. Suárez ist nach seiner Rot-Sperre wieder spielberechtigt.

Gut für das deutsche Team, das zumindest Jungstar Thomas Müller mitwirken kann. Seine Gelbsperre ist abgelaufen. Der im Halbfinale so schmerzlich vermisste Bayern-Spieler steht in der Startelf - wie sein Vereinskollege Butt.

Der Mann-gegen-Mann-Vergleich zwischen Deutschland und Spanien: SPIEGEL ONLINE analysiert, wer die besseren Chancen hat:

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Für die deutsche Mannschaft wäre ein Sieg ein versöhnlicher Abschluss - auch wenn das Ziel nach den starken Vorstellungen gegen England und Argentinien ganz klar der Titelgewinn war. Der Frust und die Enttäuschung waren nach dem verlorenen Halbfinale viel größer als bei den Spielern aus Uruguay, für die schon das Erreichen der K.o.-Runde ein Erfolg war.

Trotzdem haben alle Spieler versprochen, sich noch einmal voll reinzuhängen - wobei sicher auch die Erinnerung an das Spiel um Platz drei bei der WM in Deutschland 2006 eine Rolle spielt. Das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal war eine berauschende Fußballnacht. Deutschland feierte damals sich selbst, seine Weltmeisterschaft und sein Team. Von den Spielern, die damals dabei waren, hat das sicherlich niemand vergessen.

Das gilt vor allem für Bastian Schweinsteiger. Damals traf er dreimal.

aha/dpa



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