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Strikte Trainingsmethoden: Manchester-United-Profis konfrontieren van Gaal

Louis van Gaal: Nicht alle Spieler mögen ihn Zur Großansicht
REUTERS

Louis van Gaal: Nicht alle Spieler mögen ihn

Manchester United ist mäßig in die Saison gestartet, vor allem an Kreativität mangelt es. Das sehen auch die Spieler so, eine Abordnung soll deswegen bei Trainer Louis van Gaal vorstellig geworden sein.

Die Fußballwelt ist gespalten in zwei Lager: Entweder ist man Fan von Louis van Gaal, oder der Niederländer nervt einen mit seiner sehr eigenen Art, die ehemalige Spieler unter anderem als herrisch und selbstverliebt bezeichneten.

Bei Manchester United hat sich nun das Lager der Kritiker aufgemacht, dem Trainer deutlich zu machen, was es von ihm hält. Darf man einem Bericht der britischen "Times" glauben, so hat eine Abordnung von United-Profis den 64-Jährigen schon vor einigen Wochen mit Vorwürfen aus der Mannschaft konfrontiert, der Vorfall wurde aber erst jetzt öffentlich.

Zentraler Punkt waren demnach die Trainingsmethoden van Gaals, die so strikt seien, dass jegliche Kreativität zum Erliegen komme. Die Methoden des strengen Trainers seien "erdrückend", zitiert die "Times" einen namentlich nicht genannten Spieler. Die Abordnung hätte vor allem aus Profis bestanden, die noch unter Alex Ferguson trainierten und mit dem neuen Stil wenig anfangen können. Bastian Schweinsteiger wurde daher wahrscheinlich eher nicht mitvorstellig.

Bisher lässt sich im Spiel von Manchester United auch noch keine große Linie erkennen. Der Klub ist nach vier Spieltagen Tabellenfünfter mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage. In diesen vier Spielen gelangen nur drei Tore.

Neben dem Angriff ist die Torwartposition ein großes Problem: David de Gea wollte den Klub Richtung Madrid verlassen, van Gaal wollte das verhindern. Dann einigten sich beide Vereine doch auf einen 30-Millionen-Transfer. Doch dieser scheiterte an technischen Problemen, die sich die beiden Klubs gegenseitig in die Schuhe schoben. Nun bleibt de Gea in Manchester, aber das Vertrauensverhältnis zwischen dem Spanier und van Gaal soll gestört sein. Dieser Tage sind Gespräche zwischen den beiden anberaumt.

luk

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1. Tja...
RadioLA 10.09.2015
...nun fehlt nur noch, daß die Profispieler wegen der ihnen doch recht unbequemen Trainingsstunden eine "Gewerkschaft der Fußballmillionäre" gründen. Irgendwie erinnert mich das an den kurzen Filmsketch von Monty Python, in dem der Drill-Seargent die Truppe fragt, ob sie etwas besseres zu tun hätten als "up and down the square" zu marschieren - der Seargent blieb zum Schluß alleine übrig.
2. Der gute Ruf
Tamaji 10.09.2015
Van Gaal profitiert vor allem noch von seinem guten Ruf bei Barca und vielleicht auch Bayern, aber der Fussball verändert sich und Van Gaal hat nicht die Ideen, um ganz oben mitzuspielen. Das hat man auch am Team der Niederlande in Brasilien gemerkt - schrecklich unästhetischer Fussball war das, und wir wissen ja, das die Niederlande ohne Unsportlichkeiten wie z.B. eine ungenierte Fallsucht im Strafraum oder die rotwürdigen Ausfälle von Tim Krul beim Elfermeterschiessen, niemals so weit gekommen wäre. Der Beweist ist die Leistung letztens in der EM-Qualifikation. Der "Kaiser" Van Gaal hat seine Kleider lange verloren.
3. Dem kann ich nur zustimmen!
graf.koks 10.09.2015
Zitat von RadioLA...nun fehlt nur noch, daß die Profispieler wegen der ihnen doch recht unbequemen Trainingsstunden eine "Gewerkschaft der Fußballmillionäre" gründen. Irgendwie erinnert mich das an den kurzen Filmsketch von Monty Python, in dem der Drill-Seargent die Truppe fragt, ob sie etwas besseres zu tun hätten als "up and down the square" zu marschieren - der Seargent blieb zum Schluß alleine übrig.
Der Trainer einer Mannschaft denkt im Allgemeinen in anderen Maßstäben. Er muß das sogar! Er ist vergleichbar einem Manager eines Teams in einer Firma. Er sieht – anders als die einzelnen Spieler mit ihren kleinen Eifersüchteleien und aufgeblasenen Egos – das Große und Ganze. Ein Trainer ist nicht der gleichgestellte Kumpel einer Mannschaft – das darf er auch gar nicht erst werden! Wenn nun die Profis meinen, das alles besser zu können, sollten sie selber Trainer werden. Das können die meisten allerdings dann doch nicht. Jogi Löw wurde anfangs genauso kritisiert, insbesondere von einigen „Stars“ unter den Spielern. Da gab es die gleichen Besserwisser. Und was war das Endergebnis? Trotz des zuweilen als „Rumpelfußball“ bezeichneten Stils hatte er die Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft gebracht. Wer lag also letztendlich richtig mit seiner Linie? Und überhaupt: Über das Wohl und Wehe eines Trainers bei Erfolg oder auch Erfolglosigkeit entscheidet immer noch der Vereinsvorstand und nicht die Spieler. Die Spieler sind dagegen nichts weiter als Angestellte in einem Team – zwar fürstlich bezahlt, aber auch nicht mehr!
4.
Greg84 10.09.2015
Zitat von TamajiVan Gaal profitiert vor allem noch von seinem guten Ruf bei Barca und vielleicht auch Bayern, aber der Fussball verändert sich und Van Gaal hat nicht die Ideen, um ganz oben mitzuspielen. Das hat man auch am Team der Niederlande in Brasilien gemerkt - schrecklich unästhetischer Fussball war das, und wir wissen ja, das die Niederlande ohne Unsportlichkeiten wie z.B. eine ungenierte Fallsucht im Strafraum oder die rotwürdigen Ausfälle von Tim Krul beim Elfermeterschiessen, niemals so weit gekommen wäre. Der Beweist ist die Leistung letztens in der EM-Qualifikation. Der "Kaiser" Van Gaal hat seine Kleider lange verloren.
Ich finde, dass die EM- Qualifikation eher zeigt, dass van Gaals Ideen vielleicht nicht extrem modern sind aber doch nicht so verkehrt, wie Sie hier darstellen wollen. Der Kader der Nationalmannschaft ist nicht extrem anders im Vergleich zur WM. Dort hat es immerhin zum Halbfinale gereicht, aktuell droht Holland die EM zu verpassen obwohl die Anzahl der Teilnehmer sogar aufgestockt wurde. Wobei ich auch zugeben muss, dass Stars wie Sneijder, van Persie und Robben natürlich nicht jünger werden.
5. Deutschland wurde trotz Jogi Löw Weltmeister.
swandue 10.09.2015
Zitat von graf.koksDer Trainer einer Mannschaft denkt im Allgemeinen in anderen Maßstäben. Er muß das sogar! Er ist vergleichbar einem Manager eines Teams in einer Firma. Er sieht – anders als die einzelnen Spieler mit ihren kleinen Eifersüchteleien und aufgeblasenen Egos – das Große und Ganze. Ein Trainer ist nicht der gleichgestellte Kumpel einer Mannschaft – das darf er auch gar nicht erst werden! Wenn nun die Profis meinen, das alles besser zu können, sollten sie selber Trainer werden. Das können die meisten allerdings dann doch nicht. Jogi Löw wurde anfangs genauso kritisiert, insbesondere von einigen „Stars“ unter den Spielern. Da gab es die gleichen Besserwisser. Und was war das Endergebnis? Trotz des zuweilen als „Rumpelfußball“ bezeichneten Stils hatte er die Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft gebracht. Wer lag also letztendlich richtig mit seiner Linie? Und überhaupt: Über das Wohl und Wehe eines Trainers bei Erfolg oder auch Erfolglosigkeit entscheidet immer noch der Vereinsvorstand und nicht die Spieler. Die Spieler sind dagegen nichts weiter als Angestellte in einem Team – zwar fürstlich bezahlt, aber auch nicht mehr!
Der Kader war so gut, dass der Trainer den Titel letztlich nicht verhindern konnte. Man hätte aber ohne weiteres im Achtelfinale hochkant rausfliegen können. Was war denn das für eine seltsame Taktik, die dazu geführt hat, dass die gegnerischen Stürmer immer wieder nur noch Neuer vor sich hatten, der weit vor dem Tor waghalsig retten musste? Toll, wenn man einen Keeper hat, der so aufmerksam und schnell ist, dass er da bestehen kann. Wenn man kurz vor Schluss hinten liegt, dann bleibt einem gar nichts anderes übrig, als das Risiko in Kauf zu nehmen. Aber das kann es definitiv nicht sein, was man anstrebt, dass man in der ersten Halbzeit beim Stand von 0:0 immer wieder solche Situationen hat.
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