Ab 2015 Deutscher Fußball führt Rating-System für Berater ein

Die Fifa gibt die Lizenzierung von Spielerberatern aus der Hand: Nach Informationen des SPIEGEL entscheiden ab 2015 die Nationalverbände, wer Fußballprofis beraten darf und wer nicht. Die DFL will Transparenz und Qualität erhöhen - indem sie ein Bewertungssystem für Berater einführt.

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DFL-Geschäftsführer Rettig: "Berater werden nicht hurra schreien"
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DFL-Geschäftsführer Rettig: "Berater werden nicht hurra schreien"


Der Weltfußballverband Fifa zieht sich nach SPIEGEL-Informationen von Beginn des kommenden Jahres an aus der Lizenzierung für Spielerberater zurück. Stattdessen werden ausschließlich Nationalverbände wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Berater reglementieren und bewerten, und zwar nach strengeren Vorgaben als bisher.

So ist es Angehörigen von Fußballprofis nach geltenden Fifa-Regeln noch erlaubt, Spieler bei Vereinswechseln oder Vertragsverlängerungen auch ohne Lizenz geschäftlich zu vertreten. Dasselbe gilt für Rechtsanwälte, die derzeit ohne Genehmigung der Fifa mitverhandeln und mitverdienen können. Gemeinsam mit dem Verband der Spielervermittler und dem DFB hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine Arbeitsgruppe gegründet, die bis Mitte des Jahres verbindliche Standards für Vermittler erstellen soll.

"Unser primäres Ziel ist es, die Transparenz, aber auch die Qualität der Beratung zu erhöhen", sagt DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, "wir wollen die Berater nicht per se verteufeln. Es ist wichtig, die guten von den schlechten, die seriösen von den unseriösen zu trennen." Demnach werden von Januar 2015 an alle deutschstämmigen oder in Deutschland lebenden Berater durch ein Rating-System bewertet, das etwa ihre Kompetenz in der Finanz- oder Versicherungsberatung prüft.

Noch ist nicht entschieden, ob die Noten durch eine externe Rating-Agentur oder eine interne Qualitätserhebung vergeben werden. "Es werden wahrscheinlich nicht alle Berater hurra schreien, wenn wir unsere Pläne konkretisieren", sagt DFL-Mann Rettig.


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insgesamt 3 Beiträge
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cs01 28.02.2014
1.
Mal sehen, ob die ein nach europäischem und deutschem Recht konformes System hinkriegen. Nach meinen Erfahrungen mit dem deutschen Fußball wird das schwierig.
Trainspotter 28.02.2014
2. Hurra?
Ich bin mir sicher, dass es da so seine Möglichkeiten geben wird sein Rating zu verbessern...
scarletspeedster 01.03.2014
3. ratingsystem?
wie soll das denn bitte funktionieren?wie will man denn einen neuling bewerten , der gerade erst die lizenz erhalten hat?bekommt er aufgrund fehlender erfahrung direkt eine schlechte bewertung?dann werden wiederum klienten fernbleiben.das scheint mir wieder eine hauruckaktion gegen die bösen berater zu sein. zudem kann ich mir nicht vorstellen , daß wenn jetzt jeder nationale verband verantwortlich für die lizenzierung sein wird , daß alle so hohe standards wie deutschland verlangen werden.
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