Spielmanipulation: BVB-Profi Piszczek kommt mit Sperre auf Bewährung davon

Erfolgreiche Berufung: Der polnische Fußballverband hat die Sperre gegen Lukas Piszczek wegen Spielmanipulation entschärft. Der Verteidiger darf ab sofort wieder für die polnische Nationalmannschaft spielen. Auch sein Club Borussia Dortmund kann aufatmen.

BVB-Profi Piszczek: Strafe abgemildert Zur Großansicht
dapd

BVB-Profi Piszczek: Strafe abgemildert

Hamburg - Das Berufungsgericht des polnischen Fußballverbandes PZPN hat die Strafe für Lukasz Piszczek vom deutschen Meister Borussia Dortmund abgemildert. Die Richter erhöhten zwar Piszczeks Sperre für Spiele der polnischen Nationalmannschaft von einem halben Jahr auf ein ganzes Jahr, setzten sie aber für drei Jahre zur Bewährung aus. Der Außenverteidiger soll zudem 150.000 Zloty (rund 35.000 Euro) für ein Kinderheim zahlen. Das sagte die PZPN-Sprecherin Agnieszka Olejkowska.

"Er war jung, hat nichts organisiert und in dem Spiel nicht gespielt. Er war offen und ehrlich zu uns", sagte der Vorsitzende Wlodzimierz Glowacki zu den Gründen für das milde Urteil. Piszczek soll in der Saison 2005/06 in eine Spielmanipulation verwickelt gewesen sein. Spieler von Zaglebie Lubin sollen eine Partie gegen Cracovia für umgerechnet 25.000 Euro gekauft haben. Bei diesem Spiel stand Piszczek nicht im Kader seines damaligen Vereins Lubin. Er soll sich aber dem Zahlungswunsch der Mannschaftsführung angeschlossen haben.

Mit dem Urteil des Gerichts ist der 26-Jährige ab sofort wieder für die Nationalmannschaft spielberechtigt. Auch eine Sperre von Piszczek für Spiele von Borussia Dortmund in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League ist damit vom Tisch.

Piszczek, der sich im Dezember 2009 selbst angezeigt hatte, war im Juli vom nationalen Verband mit einer Sperre für die Auswahl Polens belegt worden. Fußball-Funktionäre wie Artur Jedrych forderten, dass die Strafe ausgeweitet werden sollte.

"Eine weltweite Sperre wäre für uns nur die logische Entscheidung", hatte Jedrych im August im Interview mit SPIEGEL ONLINE gesagt. Ein Gericht in Breslau hatte Piszczek zuvor zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

chp/dpa/sid

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Heuchler im polnischen Verband
vegefranz 21.09.2011
hier ist deutlich, dass der Kampf gegen Spielmanipulationen zumindest vom polnischen Verband nicht ernsthaft gemeint ist
2. Schlimmer ist
Bee1976 21.09.2011
das der BvB diesen spieler weiterhin einsetzt. Aber gut, nach dem letzten skandal hat glaube ich eh jeder Fan begriffen das Fussball so "sauber" ist wie die Tour de Do...France. Vereine und Verbände müssten hier viel härter durchgreifen
3. naja
MADmanOne 21.09.2011
Soweit ich das mitbekommen habe ist er mit am härtesten von allen Beteiligten bestraft worden obwohl er einen deutlich geringeren Anteil hatte. Da muss ich vermuten weil er prominent ist. Und wenn das stimmt kann es das auch nicht sein. Das Gesetz sollte für alle gleich sein. Ein Promi darf weder lascher noch härter bestraft werden als der Rest. Zudem hat er voll kooperiert und seinen Fehler eingestanden. Und das ist in unserem und auch dem polnischen Rechtssystem immer noch strafmildernd zu bewerten. Da ist eine Bewährungsstrafe schon noch zu vertreten... Aber ich stimme zu daß da ein fader Beigeschmack ist. Allerdings haben alle Dinge wo große Geldsummen fließen eine hohe Wahrscheinlichkeit, Korruption und Betrug zu fördern...das liegt an der Gier des Menschen. Wer so naiv ist zu glauben der Fussball wäre sauber der glaubt auch an den Osterhasen... Ich gucke trotzdem gerne Fussball ;) Für mich zählt die Unterhaltung. Über die Glaubwürdigkeit mache ich mir keine Illusionen...
4. .
matharius 21.09.2011
Dieses beständige Moralisieren, Verurteilen und das Ableiten von aufmerksamkeitsheischenden Empfehlungen, wobei man nicht über den Artikel hinaus informiert ist. Der dehnbare Begriff Spielmanipulation erfasst den Sachverhalt wie Diebstahl den Tatbestand, wenn ich aus des Nachbarsgarten mir drei Kirschen vom Baum pflücke. Zudem wurde er bereits rechtskräftig verurteilt für sein billigendes Verhalten (Mittäterschaft) bei illegalen Machenschaften. Mit dem Urteil, ein Jahr auf Bewährung + 100000 Euro befinde ich es als hinreichend und verhältnismäßig abgegolten. Der Fall wurde nur wieder aufgerollt wegen Machtspielen innerhalb des polnischen Verbandes und der positiven öffentlichen Darstellung im Vorfeld der EM im eigenen Land. Hätten sie am Beginn einer Fußballkarriere sich gegen das Gros der etablierten Mitspieler, den ausgeübten Druck und die drohenden Sanktionen durch die informelle Institution (unter Fußballern) gestellt? Den hätte kein pol. Club mehr eingestellt. So kann ich es menschlich nachvollziehen ohne es gutzuheißen.
5. Sicher
Bee1976 22.09.2011
Zitat von mathariusHätten sie am Beginn einer Fußballkarriere sich gegen das Gros der etablierten Mitspieler, den ausgeübten Druck und die drohenden Sanktionen durch die informelle Institution (unter Fußballern) gestellt? Den hätte kein pol. Club mehr eingestellt. So kann ich es menschlich nachvollziehen ohne es gutzuheißen.
hätten wohl die wenigsten von uns anders gehandelt in der Situation. Genau deswegen ist es ja an den Vereinen und Verbänden solche Spieler als verbrannt abzustempeln. Ein spieler muss ganz genau wissen lasse ich mich darauf ein, egal in welcher situation egal wie die Umstände sind, und es kommt raus, spiele ich nie wieder Fussball. Das und NUR das wäre der erste Schritt in die richtige Richtung. Hätte ich was zu sagen dürfte sich Herr Pisczek Fussballstadien nichtmal mehr im TV ansehen.
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