Spielmanipulation Drei Fußballprofis müssen vor Gericht

Der DFB hatte sie bereits mit Sperren belegt, nun müssen sich drei Profis vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: versuchte Erpressung im Zusammenhang mit Spielmanipulation.

Marc Heider
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Marc Heider


Die drei Fußballprofis Marc Heider, Addy Menga und Tobias Willers müssen sich wegen versuchter Erpressung im Zusammenhang mit Spielmanipulation vor Gericht verantworten. Das berichtete die "Osnabrücker Zeitung". Die drei waren zum Saisonende 2016/2017 in die Schlagzeilen geraten, als der Fall des Drittligisten VfL Osnabrück bekannt wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft Heider, der immer noch beim VfL spielt, Menga (derzeit Schwarz-Weiß Rehden) und Willers (Viktoria Köln) vor, dass sie vor dem letzten Saisonspiel Osnabrücks 2016/2017 gegen den SC Paderborn Spieler von Werder Bremens U23 und von Rot-Weiß Erfurt kontaktiert haben, um für einen Sieg Geld zu fordern. Paderborn steckte wie Werder und Erfurt im Abstiegskampf.

Bereits Sperren durch den DFB

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte Willers wegen unsportlichen Verhaltens für sechs Monate gesperrt (plus 4000 Euro Geldstrafe), die Sanktion wurde später auf drei Monate reduziert. Heider (2000 Euro) und Menga (1500 Euro) wurden für jeweils vier Spiele gesperrt.

Hauptangeklagter vor dem Amtsgericht ist Willers, dem die Staatsanwaltschaft versuchte Erpressung in drei Fällen vorwirft. Bei Heider und Menga soll jeweils ein Fall verhandelt werden.

Die Kontaktaufnahme sei mit dem Ziel "der Spielmanipulation gegen einen Vermögensvorteil erfolgt", teilte das Landgericht Osnabrück mit. Das Amtsgericht hatte zuvor eine Verfahrenseröffnung abgelehnt, wogegen die Staatsanwaltschaft Beschwerde einlegte.

"Hinreichender Tatverdacht"

Nach Auffassung des Landgerichts liegt ein hinreichender Tatverdacht bezüglich "einer Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben" vor. Auch wenn es nicht um das in Aussicht gestellte Verlieren eines Spiel gegangen sei.

"Es bestehe der Verdacht, dass die Angeklagten in Aussicht gestellt hätten, ohne entsprechende Gegenleistung keinen vollen Einsatz für den Sieg zu erbringen", was für Bremen und Erfurt beträchtliche Nachteile hätte haben können.

"Die Angeklagten seien verdächtig, zumindest billigend die Vorstellung hervorgerufen zu haben, sich im Falle einer abschlägigen Antwort nicht in gleichem Maße für den eigenen sportlichen Erfolg einzusetzen", teilte das Landgericht mit: "Daneben bestehe ein hinreichender Tatverdacht hinsichtlich des Straftatbestandes der versuchten Erpressung."

Paderborn war nach einem 0:0 in Osnabrück abgestiegen, spielt aber durch den Absturz vo 1860 München dennoch weiter drittklassig. Bremen II rettete sich damals durch ein 1:0 gegen den VfR Aalen.

mfu/sid



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