Debatte um Stadionsicherheit: St. Pauli erteilt DFL erneute Absage

Die DFL kann den FC St. Pauli einfach nicht zufrieden stellen. Auch das überarbeitete Konzeptpapier zur Stadionsicherheit lehnte der Zweitligist fristgerecht ab. Ob es zu einer Verabschiedung der Maßnahmenkatalogs am 12. Dezember kommt, ist weiter fraglich.

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dapd

St.-Pauli-Fans: Club wehrt sich gegen DFL-Papier

Hamburg - Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat auch den abgeänderten Maßnahmenkatalog der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zum Thema Sicherheit in deutschen Stadien abgelehnt. Die offizielle Begründung der Club-Verantwortlichen: Zur Erarbeitung und Abstimmung eines Sicherheits-Kataloges sei die Diskussion mit Fans unerlässlich. Wegen des engen Zeitfensters sei das aber nicht ausreichend möglich.

Auch vereinsintern gibt es bei St. Pauli Unstimmigkeiten wegen des Papiers. Vizepräsident Gernot Stenger hatte in der DFL-Kommission gesessen, die das erste Konzept erarbeitet hatte. Das bezeichneten einige Club-Mitglieder als "nicht tolerabel" und beantragten für die Jahreshauptversammlung am 26. November Stengers Abberufung.

Bislang ist der FC St. Pauli der einzige Profiverein, der sich abermals gegen das Papier ausgesprochen hat. Die DFL-Kommission "Sicheres Stadionerlebnis" hatte die 36 Clubs der ersten und zweiten Liga dazu aufgerufen, den veränderten Katalog bis zum 22. November zu kommentieren. Am 12. Dezember soll über die einzelnen Punkte abgestimmt werden. Bis dahin würden nun "konkrete Anträge unter Einbeziehung der Rückmeldungen der Clubs sowie Vertretern der organisierten Fans erarbeitet", sagte die DFL.

Das erste Positionspapier des Ligaverbands, die zuletzt nochmals intensive Gespräche mit organisierten Fan-Gruppierungen und den Sicherheitsbeauftragten geführt hat, war auf massive Kritik gestoßen. Zahlreiche Fan-Organisationen und Vereine hatten das Konzept abgelehnt. Daraufhin hatte die DFL das Papier in drei wesentlichen Punkten noch einmal überarbeitet.

Sollte es im Dezember nicht zur Verabschiedung des Konzepts kommen, könnte die Thematik in den Aufgabenbereich der Politik fallen. Dann sind wesentlich drastischere Maßnahmen wie Stehplatzverbote oder personalisierte Tickets denkbar.

psk/sid

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insgesamt 9 Beiträge
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1. jaja
Bee1976 22.11.2012
schön ablehnen, verweigern und sperren. dann erledigt die politik irgendwann das problem und das nicht mal im ansatz im dialog mit den fans, sondern schlicht mit dem holzhammer. das scheinen einige ja zu wollen
2.
hans_uwe2@yahoo.de 22.11.2012
Zitat von Bee1976schön ablehnen, verweigern und sperren. dann erledigt die politik irgendwann das problem und das nicht mal im ansatz im dialog mit den fans, sondern schlicht mit dem holzhammer. das scheinen einige ja zu wollen
dazu wird es nicht kommen. dann müsste sich die politik ja mit der realität und mit fakten auseinandersetzen und kann keine platten sprüche mehr herausposaunen. und was die fifa + uefa über politische einflüsse bzw. einmischungen in deren nationalen fussballverbände halten, ist hinlänglich bekannt.
3.
onecomment 22.11.2012
Zitat von Bee1976schön ablehnen, verweigern und sperren. dann erledigt die politik irgendwann das problem und das nicht mal im ansatz im dialog mit den fans, sondern schlicht mit dem holzhammer. das scheinen einige ja zu wollen
Eine Ablehnung ist auch ein Teil eines Dialoges. Bei Ihnen besteht ein Dialog wohl aus Abnicken und Zustimmen.
4.
Bee1976 22.11.2012
Zitat von hans_uwe2@yahoo.dedazu wird es nicht kommen. dann müsste sich die politik ja mit der realität und mit fakten auseinandersetzen und kann keine platten sprüche mehr herausposaunen. und was die fifa + uefa über politische einflüsse bzw. einmischungen in deren nationalen fussballverbände halten, ist hinlänglich bekannt.
Die Politik wird nicht in den Spielbetrieb eingreifen aber in die Stadiensicherheit, das geht der UEFA und der FIFA am Ar.... vorbei. Ansonsten wird sich garantiert ein ganzes Rudel Politiker finden die das Thema angehen wenn sich nicht bald etwas tut. Spätestens nach dem nächsten vorfall. Das sich dann mit Fakten und Realitäten beschäftigt wird, oder werden muss halte ich für gewagt. Realistischer ist, das einfach das gemacht wird was die öffentliche Meinung will, einfach für Wählerstimmen. Und wie die Aussieht weiss an ja, dann haben aber die Fans gelitten. @Onecomment Ein Dialog findet im Regelfall im vorfeld statt, das Konzeptpapier ist aber bereits ausgearbeitet. Wenn man jetzt dedizierte Kritik äussern würde und Gegenvorschläge vorweisen könnte, dann kann man von dialog sprechen aber einfach nur sperren wird halt in einer Sackgasse enden. Man merkt einfach das sich viele Fans und Fangruppen viel zu wichtig nehmen, aber der Zwergenaufstand geht in die Hose. Spätestens wenns den nächsten schlimmen großen Vorfall gibt, wird sich die Politik das ruder eh übernehmen. Da warten schon Scharen darauf ihr Gesicht mit immer krasseren Gesetzesideen in die Medien zu bringen
5.
hans_uwe2@yahoo.de 22.11.2012
welche politiker? es müssen schon welche sein, die auch etwas zu entscheiden hätten. und fussballfans sind keine wählerstimmen? dabei geht es nicht um die paar chaoten oder ultras. und wenn die politik meint, lizensbedingungen diktieren zu müssen, dann interessiert das die uefa/fifa schon.
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