Hamburg vor dem Referendum St. Pauli-Mitglieder sprechen sich gegen Olympia-Bewerbung aus

Ende November findet in Hamburg das Olympia-Referendum ab. Die Mitglieder des FC St. Pauli haben sich nun klar dazu positioniert: Sie lehnen eine Bewerbung für die Spiele 2024 ab. Zuvor hatten sich auch schon die Fanklubs dagegen positioniert.

St. Pauli-Fanprotest gegen Olympia: "Meinungsvielfalt"
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St. Pauli-Fanprotest gegen Olympia: "Meinungsvielfalt"


Die Mitglieder des Zweitligisten FC St. Pauli haben sich gegen die Hamburger Bewerbung um Olympische Spiele ausgesprochen. Der Antrag bei der Mitgliederversammlung "Nein zu Olympia 2024 in Hamburg" wurde bei der Jahreshauptversammlung in der Hansestadt von den 580 anwesenden Mitgliedern mehrheitlich angenommen.

Präsident Oke Göttlich hatte zuvor eingehend für eine neutrale Haltung des Klubs und die Ablehnung des Antrags geworben: "Wir haben bisher mit keinem Wimpel gewedelt, St. Pauli steht für Meinungsvielfalt. Es ist nicht klar vorhersehbar, welche Auswirkungen eine Haltung dagegen für den FC St. Pauli hätte."

Die Stadt Hamburg hatte den Umbau des Millerntor-Stadions mit fünf Millionen Euro bezuschusst und eine Bürgschaft übernommen. Dafür ist sie berechtigt, Sportarten bei möglichen Olympischen Spielen in der Arena auszutragen. Laut Plan sollen dort die Hockeyspiele stattfinden.

St. Pauli hatte bislang nicht an den Werbemaßnahmen für die Bewerbung teilgenommen - anders als etwa der Hamburger SV, Handballbundesligist HSV Hamburg und der Eishockeyklub Hamburg Freezers.

Die Fanklubs des FC St. Pauli hatten sich zudem deutlich gegen eine Bewerbung für die Spiele ausgesprochen. Das entschieden die Delegierten der mehr als 600 Fanklubs Anfang November auf ihrer jährlichen Versammlung. Auch im Stadion hatte es immer wieder entsprechende Plakate gegeben.

Hamburg hält in der Frage über die Bewerbung am 29. November ein Referendum ab. Sollte es keine Mehrheit geben, wird sich Hamburg aus dem Olympia-Rennen zurückziehen. Das hatte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz angekündigt.

bka/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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sidv 15.11.2015
1. Daumen hoch
Richtig so. Die Milliarden können sinnvoller verwendet werden.
rudi_1957 15.11.2015
2. Ist eigentlich
schon geklärt, wieviel das NOK ans IOC überweisen muß? Mit lächerlichen 6,7 Mio. wird's wohl nicht abgehen, oder?
olebjoernmose 15.11.2015
3. Hab für diese Typen sonst gar nix übrig...
...aber in diesem Falle finde ich ihre Entscheidung gut. NEIN zu Olympia.
jujo 15.11.2015
4. ...
Uneingeschränktes NEIN zu Olympia mit der gegenwärtigen Vergabe- und Rechtepraxis! Uneingeschränktes JA, wenn der Ausrichter das Sagen hat und das IOC höflich und bescheiden bittet, ob es denn die Olympiade in Hamburg z.B. ausrichten darf. Wenn Hamburg alle Rechte hat und das Geld der Sponsoren Hamburg zufliesst, sodaß zum Schluß was übrig bleibt, dann nochmals JA!
wauz 15.11.2015
5. Von Coubertins Ideen ist nichts mehr übrig
Von daher: ab in den Abfalleimer der Geschichte! Keine Olympischen Spiele bedeutet ja nicht automatisch, dass man am Millerntor nicht auch Hockey spielen dürfte.
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