Augsburger Kritik "Jeder Schiedsrichter macht, was er will"

Die Bundesliga-Unparteiischen sehnen das Saisonende herbei. Auch nach dem 33. Spieltag gab es wieder harsche Kritik am Videobeweis. Besonders Augsburgs Sportdirektor Stefan Reuter war erzürnt.

Stefan Reuter, Manuel Baum und Schiedsrichter Robert Kampka (v.l.n.r.)
DPA

Stefan Reuter, Manuel Baum und Schiedsrichter Robert Kampka (v.l.n.r.)


Nach der Niederlage im letzten Bundesliga-Heimspiel dieser Saison gegen den FC Schalke 04 hat der FC Augsburg erneut Kritik am Video-Assistenten geübt.

"Beim ersten Tor ist der Schiedsrichter von Köln im Stich gelassen worden, in der zweiten Halbzeit muss es für uns Elfmeter geben", sagte Trainer Manuel Baum am Samstag nach dem 1:2. Stefan Reuter, Augsburgs Geschäftsführer Sport, sagte: "Wir diskutieren immer über den Video-Beweis, das hat teilweise einfach mit der Qualität der Leute zu tun, die das beurteilen."

Reuter versteht nach eigener Aussage nicht, "dass jeder Schiedsrichter macht, was er will und beurteilt, wie er will". In Köln sitzen die Video-Assistenten, die die Partien an Bildschirmen mitverfolgen und eingreifen können.

Die Augsburger regten sich darüber auf, dass Thilo Kehrer ihrer Ansicht nach vor dem 0:1 (23. Minute) im Abseits gestanden habe. Nach dem Wechsel forderte der FCA nach einem vermeintlichen Handspiel des Schalkers Jewgeni Konopljanka einen Elfmeterpfiff. Schiedsrichter Robert Kampka entschied in beiden Fällen zu Ungunsten der Gastgeber.

mfu/dpa



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Drunken Masta 05.05.2018
1.
Hab zu dem Spiel speziell jetzt nichts mitbekommen, in der Konferenz war aber auch viel los wenn alle gleichzeitig spielen. Generell nach einer Saison muss man allerdings festhalten, dass der Videobeweis in seine derzeitigen Form nicht weiter bestehen kann. Unausgereift, nicht zu Ende gedacht und oft zu einfach nur chaotisch. Nach dem was ich bisher gesehen habe, eignet sich der Videobeweis recht gut um Abseitsstellungen vor Toren aufzudecken und um klare Tätlichkeiten, die der Schiri übersieht zu ahnden. Wobei Letzteres auch schon wieder nicht ganz fair ist, da doch noch Szenen übersehen werden und Aktionen unterschiedlich bewertet werden. Für alles Andere taugt der Videobeweis nicht! Der Videoschiri soll nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen? Wie kann es sein, dass der Schiri auf dem Platz dann zu einem Monitor läuft, sich eine Szene anschaut und dann ggf seine Entscheidung revidiert? Bei eindeutigen Fehlentscheidungen darf das gar nicht nötig sein. Alles andere ist unfair, denn die Mannschaften haben keinen Einfluss wann der Schiedsrichter nochmal an den Monitor gebeten wird. Elfmeterentscheidungen genauso unfug. Mal heißts "beide gehalten", dann wieder "da muss er einfach die Hände weglassen". Mal heißts "da war ein Kontakt da, aber das reicht nicht" dann wieder "es gab eine Berührung - ob man da jetzt so abheben muss - aber der Elfer ist vertretbar". Wo hat sich da irgendwas verbessert?? Zusätzlich dann bei der Ausführung von Elfmetern. Wenn Spieler zu früh in den 16er laufen, müsste der Strafstoß wiederholt werden, sprich das Tor ist irregulär. Warum meldet sich der Videoschiri da nie? Wie auch immer eventuelle Anpassungen aussehen mögen, auf jeden Fall muss die Uhr angehalten werden, wenn der Schiedrichter mit Köln spricht und erst recht wenn er zum Monitor läuft. Denn das nimmt Zeit von der Uhr und unterbricht den Spielfluss. Ganz gleich wie entschieden wird, einer Mannschaft hilft diese neue Art der Spielunterbrechung meist. Außerdem sollte dringend etwas gegen das unablässige Reklamieren getan werden. Und es ist mit der Möglichkeit des Videobeweises noch schlimmer geworden. Was soll das? Über so gut wie jede einzelne Entscheidung lassen sich zumeist gleich mehrere Spieler lauthals aus. Es ist nachvollziehbar, dass man zB bei einer strittigen Freistoßentscheidung in Tornähe, mal genervt etwas lauter wird. Aber muss den wirklich reflexhaft in wegen Allem reklamiert werden? Und der Schiedsrichter übt sich darin eben dies zu ignorieren. Könnte man sich sparen, wäre im Grunde für alle angenehmer. Ist doch einfach ein Unsitte, dass der Linienrichter jedes zweite Mal wenn er die Fahne hebt, von irgendwem angeschrien wird. Find ich ne sehr seltsame Einstellung im Profisport...
quark2@mailinator.com 06.05.2018
2.
Mir gefällt die Lösung beim American Football, wo jeder Trainer pro "Halbzeit" eine bestimmte Anzahl Einsprüche hat. Wenn er den Videobeweis anfordert und Recht behält, kann er davon weiter Gebrauch machen. Hat er Unrecht, verliert er einen dieser Ansprüche. Hat er keine mehr, kann er auch keinen Einspruch mehr erheben. Auf diese Weise wird das Verfahren auf einige wenige kritische Situationen beschränkt und da meist die Spieler ganz genau wissen, was Sache war (und das dem Trainer signalisieren können), gibt es eine gute Trefferquote. In vielen Fällen kann man ggf. das Spiel sogar parallel weiterlaufen lassen und es geht immer noch besser aus als in der Vergangenheit. Beispiel Gelb-Rot ... in der Vergangenheit bei Fehlurteil unheilbar, mit Videobeweis kommt der Spieler nach 5 Minuten wieder ins Spiel und muß nächste Woche nicht aussetzen ... Beispiel Elfmeter ... in der Vergangenheit ebenfalls unheilbar, mit Videobeweis zählt der Treffer nach 5 Minuten nicht, was meist der kleinere Schaden wäre.
Wahrheit2011 06.05.2018
3. Ich wünsche 2 Antworten
Wer kann mir beim SPIEGEL diese 2 Fragen beantworten? 1.) Der Lattentreffer des HSV in Frankfurt und der Abpraller, stellt das nicht eine "neue Spielsituation" dar, die deshalb hätte weiterlaufen müssen und damit das Tor für Hamburg zählen müssen? Als der Ball abprallte, standen die Hamburger nicht mehr im Abseits, denn ein Frankfurter Feldspieler war zurückgelaufen. Dann erst hat Hamburg den Ball ins Tor geschossen. Ich habe mit meinen Freunden diskutiert, keiner weiß, ob die Abseitsentscheidung richtig ist. Was stimmt? 2.) Darf das erste (nicht gegebene) Tor des HSV eigentlich durch den Videobeweis gestrichen werden? Es war eine haarscharfe Entscheidung und gerade KEINE im Videobeweis vorgeschriebene "klare Fehlentscheidung", die doch als einzige zurückgenommen werden dürfen. Zusatzfrage: Durfte der Schiedsrichter durch Funkkontakt zum Videoassistenten Günt(h)er Perl überhaupt das Tor zurücknehmen, wenn er selber sich das gar nicht am Monitor angesehen hat. Ich dachte, man muss sich das selber am Fernseher anschauen, um als Schiedsrichter sich selber ein Bild zu machen. Ich bin für jede Antwort dankbar, liebe Foristen und Foristinnen! Schönen Sonntag Wahrheit2011
cr83 06.05.2018
4. @Wahrheit2011
Zur ersten Frage, ein Abpraller vom Torhüter oder vom Aluminium stellt keine neue Spielsituation dar. daher war die Abseitsentscheidung richtig. Zur zweiten Frage, die Abseitsstellung von Ito war wirklich im Zentimeterbereich, also KEINE klare Fehlentscheidungen. Aber da es eben eine war, hat der VS eingegriffen. speziell in diesen Situationen müssen DFB+DFL nachjustieren. An sich ist das alles schon sehr gut, aber diese kleinen Fehler summieren sich und treffen oft die gleichen Teams oder eben bevorzugen die gleichen Teams.
omasturm 06.05.2018
5. @Wahrheit2011
Zu der Sache mit dem Abseits lässt sich dieses Jahr Problemlos eine ganze Sendung machen. Zur Zeit ist es ein absolutes Glücksspiel ob der VA eingreift. Es gibt einerseits die "Klare Fehlentscheidung" Regel und vom DFB wurde auch gerne mal auf die fehlenden kalibrierten Linien hingewiesen. Trotzdem meldet sich mal der VA mal nicht. Da gab es die ganze Saison über keine klare Regelung. Zu der Sache mit dem überprüfen durch den Schiri. Nein es gibt keine verpflichtende Regel die besagt, dass der Schiri auf dem Feld sich das angucken muss. Es bleibt sozusagen dem Schiri überlassen ob er dem VA "blind" glaubt oder doch selber es sich anguckt.
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