Football Leaks Di María zu Haftstrafe verurteilt

Der Fußballstar Ángel Di María ist in Spanien wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Es kommt wohl zu einer Haftstrafe und einer hohen Geldbuße. Der SPIEGEL hatte zuvor über die Vergehen des Argentiniers berichtet.

Ángel Di María
Getty Images

Ángel Di María


Nachdem er eingeräumt hat, in zwei Fällen insgesamt 1,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben, ist Ángel Di María in Spanien zu einer Haftstrafe sowie einer Geldbuße in Höhe von zwei Millionen Euro verurteilt worden. Das hat das zuständige Gericht in Madrid erklärt. Demnach drohen dem 29-Jährigen 16 Monate Gefängnis, die aber wohl zur Bewährung ausgesetzt werden, weil der Beschuldigte nicht einschlägig vorbestraft ist.

Di María sei laut dem Gericht einen Deal mit den Behörden eingegangen. Laut einem Bericht der Zeitung "El Confidencial" hätte di María durch sein Geständnis einen Prozess vor dem Obersten Bundesgericht verhindert. Vor diesem Gericht war sein argentinischer Landsmann Lionel Messi im Mai mit seinem Einspruch gegen ein Urteil des Landgerichts von Barcelona gescheitert. Wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 4,1 Millionen Euro war Messi zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Zu den Untersuchungen gegen di María und weitere Stars von Real Madrid kam es infolge der Enthüllungen des SPIEGEL-Buch "Football Leaks - Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball". Darin werden unter anderem Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit dem Wechsel des Argentiniers zu Manchester United im Sommer 2014 aufgedeckt. Ein Jahr später wechselte di María von United zu Paris St. Germain. Ende Mai waren die PSG-Zentrale und das Haus des Flügelstürmers in der französischen Hauptstadt durchsucht worden.

ANZEIGE
Rafael Buschmann und Michael Wulzinger:
Football Leaks

Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball

SPIEGEL-Buch bei DVA; 288 Seiten; 16,99 Euro

Im Zuge der Football-Leaks-Enthüllungen waren neben di María unter anderem auch Trainer José Mourinho und Superstar Cristiano Ronaldo ins Visier der Madrider Staatsanwaltschaft geraten. Mourinho soll in seiner Zeit als Real-Trainer insgesamt 3,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Seine Beratungsfirma Gestifute teilte inzwischen mit, dass der 54-Jährige allen Verpflichtungen nachgekommen sei. Mourinho habe in seiner Zeit in Spanien "mehr als 26 Millionen Euro Steuern gezahlt" und "die Regularisierungsvorschläge der spanischen Steuerbehörden im Jahr 2015 akzeptiert", die sich auf die Jahre 2011 und 2012 beziehen.

Bei Ronaldo geht es um einen Gesamtbetrag in Höhe von 14,7 Millionen Euro. Sollte der Portugiese schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu sieben Jahre Gefängnis. Anders als in Deutschland können in Spanien aber auch Haftstrafen in Höhe von mehr als zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

mmm/rtr/sid/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.